Heißluftballon in Ägypten abgestürzt: 19 Touristen in Luxor getötet

26. Februar 2013, 21:49
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Der Pilot und ein Urlauber konnten sich durch Sprung retten

Luxor - Bei der Explosion eines Heißluftballons über der ägyptischen Tempelstadt Luxor sind am Dienstag 19 Urlauber aus Europa und Asien ums Leben gekommen. Über die Herkunft der Touristen gab es zunächst abweichende Angaben, die meisten kamen laut Reiseveranstaltern aus Hongkong.

Der Ballon mit insgesamt 21 Menschen an Bord sei in der Früh über dem Stadtteil Kurna in einer Höhe von etwa 300 Metern unterwegs gewesen, als er Feuer gefangen habe und daraufhin explodiert sei, sagte ein Behördenvertreter. Zwei Überlebende des Unglücks, unter ihnen der Ballonführer, seien ins Krankenhaus gebracht worden. Sie erlitten schwere Verbrennungen und Verletzungen.

Menschliches Versagen

Die Ursache des Ballonunglücks im ägyptischen Luxor war menschliches Versagen. Das erklärte am Dienstagabend ein Sprecher der ägyptischen Luftfahrtbehörde. Er sagte, der Ballonführer hätte, als gegen Ende der Fahrt ein Schlauch riss, aus dem dann Gas ausströmte, das Ventil für die Gaszufuhr schließen können.

Er habe jedoch nicht richtig reagiert und auch nicht versucht, das Feuer zu löschen. Stattdessen sei er aus dem Korb des abstürzenden Ballons gesprungen. Der Ballon sei fahrtauglich gewesen. Er sei zuletzt im vergangenen Oktober überprüft worden.

Widersprüche bei Opferangaben

Ein Hongkonger Reiseunternehmen bestätigte, dass "sehr wahrscheinlich" neun Urlauber aus Hongkong unter den Toten seien. Dabei handle es sich um fünf Frauen und vier Männer. Der Reisekonzern Thomas Cook erklärte in London, bei dem Unglück seien zwei Briten ums Leben gekommen.

Rettungskräfte sperrten Gebiet

Der Ballon hatte das westliche Ufer des Nils von Luxor überflogen. Rettungskräfte sperrten den Absturzort in einem Zuckerrohrfeld ab und durchsuchten die ausgebrannten Reste des Ballons. In Luxor, Teil des alten Theben, befinden sich einige der berühmtesten archäologischen Stätten Ägyptens wie das Tal der Könige und der Totentempel der Hatschepsut. Die Zahl der Touristen hat sich seit dem Sturz des früheren Machthabers Husni Mubarak vor zwei Jahren und der nachfolgenden Instabilität im Land drastisch verringert.

2009 waren 13 ausländische Urlauber in Luxor verletzt worden, als ihr Heißluftballon gegen einen Strommast gestoßen und abgestürzt war. (APA/Reuters, 26.2.2013)

  • Der Ballon mit den Touristen stürzte in ein Zuckerrohrfeld im Westen von Luxor.
    foto: ap/hagag salama

    Der Ballon mit den Touristen stürzte in ein Zuckerrohrfeld im Westen von Luxor.

  • Der österreichische Fotograf Christopher Michel befand sich zur Unfallzeit in einem anderen Ballon. Kurz nach diesem Foto ereignete sich der Absturz - mehr zum Unglück auf Michels Twitter-Account.
    foto: christopher michel

    Der österreichische Fotograf Christopher Michel befand sich zur Unfallzeit in einem anderen Ballon. Kurz nach diesem Foto ereignete sich der Absturz - mehr zum Unglück auf Michels Twitter-Account.

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