Wienerberger rutscht 2012 tief in die Verlustzone

26. Februar 2013, 08:20
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Hohe Sanierungskosten und schwächelnde Nachfrage setzen dem Ziegelhersteller zu, dennoch soll die Dividende konstant bleiben

Wien - Ungeachtet der Verluste will der börsenotierte Baustoffkonzern Wienerberger für 2012 eine Dividende auf Vorjahresniveau ausschütten. "Da wir einen starken Free Cashflow von 163,6 Mio. Euro erzielt haben und angesichts der erwarteten Geschäfte gehen wir davon aus, dass wir der Hauptversammlung eine kleine Dividende von 12 Cent je Aktie vorschlagen können", so Konzernchef Heimo Scheuch. Im Jahr davor lag der Cashflow (aus laufender Geschäftstätigkeit minus Investitions-Cashflow plus Wachstumsinvestitionen) bei 135 Mio. Euro. Im laufenden Geschäftsjahr will das Unternehmen wieder Gewinne schreiben.

"Klares Ziel für 2013 ist es, wieder in die Gewinnzone zu kommen", bekräftigt Scheuch. Den bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) will er eigenen Angaben zufolge heuer von 245,5 auf 280 Mio. Euro steigern.

"Keine großen Überraschungen"

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Wienerberger-Chef mit "keinen großen Überraschungen". "Wir liegen in dem von uns erwarteten Bereich - die Restrukturierung haben wir vorweggenommen und die Plattform für solides, nachhaltiges Wachstum ist gelegt", meint Scheuch zuversichtlich. In Nordamerika sollte der Ziegelhersteller von dem sich erholenden Marktumfeld profitieren. Für den Rohrbereich rechnet er dort mit einer stabilen Geschäftsentwicklung, für den Ziegelbereich mit einem zweistelligen Mengenwachstum.

Das europäische Marktumfeld bleibe voraussichtlich "weiter schwierig". Die Lage habe sich nicht verbessert. Angesichts "verschärfter Marktrückgänge auf dem wichtigen Markt Frankreich" im Ziegelbereich habe Wienerberger das Restrukturierungsziel bereits nachgeschärft - von 40 Mio. Euro bis 2013 auf jetzt 50 Mio. Euro bis 2014.

In Europa - ausgenommen Deutschland und Russland - sei im Ziegelbereich mit "leichten Volumensrückgängen" zu rechnen, die allerdings von Kosteneinsparungen wettgemacht werden sollten. Preissteigerungen deckten die Kosteninflation ab, so Scheuch. Im Bereich Rohre und Pflaster erwartet der Konzernchef dank der vollständigen Übernahme des Kunststoffrohrherstellers Pipelife einen Konsolidierungseffekt von 30 Mio. Euro und ein leichtes organisches Wachstum.

Über die vergangenen Jahre legte Wienerberger rund 60 Werke still. Bis Ende 2016 will der Ziegelhersteller 100 Mio. Euro aus dem Verkauf der Liegenschaften erlösen. Derzeit hat die Gruppe noch 226 Standorte.

2012 stieg die Nettoverschuldung des Konzerns gegenüber dem Jahr davor von 358,8 Mio. auf 602 Mio. Euro. Das Eigenkapital verringerte sich leicht von 2,43 Mrd. auf 2,36 Mrd. Euro. Der Verschuldungsgrad (Gearing) verschlechterte sich zum Jahreswechsel von 14,8 auf 25,5 Prozent. Der Cash-Bestand sank im Jahresabstand per Ende Dezember von 453 Mio. auf 242 Mio. Euro. (APA, 26.2.2013)

  • Wienerberger will erneut eine Dividende von zwölf Cent je Aktie ausschütten.
    foto: wienerberger

    Wienerberger will erneut eine Dividende von zwölf Cent je Aktie ausschütten.

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