CDU und Homo-Ehe: Kalkül statt Überzeugung

Kommentar25. Februar 2013, 19:16
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Erneut vollzieht Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel eine Wende

Was ist das nur für eine Welt! Junge, kräftige Männer in Deutschland können zur Bundeswehr gehen, wenn sie möchten. Aber sie müssen nicht. Strom kommt in zehn Jahren nicht mehr aus dem Atomkraftwerk, und junge Frauen wird zur staatlichen Kinderbetreuung geraten.

Konservative Urgesteine wie Bayerns ehemaliger Ministerpräsident Franz Josef Strauß und Ex-CDU-Fraktionschef Chef Alfred Dregger rotieren in ihren Gräbern. Denn jetzt kommt die absolute Härteprobe: Jetzt will die CDU auch noch die Homo-Ehe aufwerten.

Erneut vollzieht Kanzlerin Angela Merkel eine Wende. Auch diesmal macht sie es nicht aufgrund neuer persönlicher Überzeugungen, sondern ganz kühl und rational. Merkel hat schlicht keine Lust mehr, sich dauernd vom Bundesverfassungsgericht abwatschen zu lassen. Es grassiert in der CDU die Angst, dass diese permanenten Korrekturen aus Karlsruhe bei vielen Wählern nicht gut ankommen. Und am 22. September wird ein neuer Bundestag gewählt.

Da mag so mancher Stratege in der CDU auch an die Wähler in den Großstädten denken. Dort nämlich verliert die CDU immer stärker, weil sie als "unmodern" gesehen wird. Doch wieder einmal - wie schon beim Atomausstieg und der Aussetzung der Wehrpflicht - hinkt die CDU mit ihrem Meinungsschwenk hinterher, und wirkt auch bei der Homo-Ehe wie eine Getriebene. (Birgit Baumann, DER STANDARD, 26.2.2013)

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