Nachfolge in der Volksanwaltschaft: Zukunftshoffnungen

Kommentar25. Februar 2013, 19:07
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Wer Volksanwalt wird, hat die Karriere bereits hinter sich

Das Amt des Volksanwalts ist eine ehrenvolle und wichtige Aufgabe. Sollte man meinen. Parteien wie Politiker schätzen die Volksanwaltschaft allerdings eher gering: Das Amt wird als Ausgedinge, als Versorgungsposten auf dem Weg ins realpolitische Nirwana gesehen. Wer Volksanwalt wird, hat die Karriere bereits hinter sich.

Die Freiheitlichen wollen jetzt die Gunst der Stunde nutzen, um Martin Graf, derzeit Dritter Nationalratspräsident, loszuwerden. Man will ihn in die Volksanwaltschaft wegloben. Graf hat den Braten allerdings schon gerochen: Er ziert sich. So leicht will er es seinen parteiinternen Widersachern, allen voran Parteichchef Heinz-Christian Strache selbst, nicht machen.

Die FPÖ sollte Grafs Willen respektieren. Die Republik braucht tatsächlich keinen Volksanwalt, der immer wieder mit seinem ungeklärten Verhältnis zum Nationalsozialismus kokettiert und ungeniert die Nähe zum Rechtsextremismus zelebriert. Dass auch die SPÖ das erkannt hat und - nach Grafs Absage - in einem Anflug von Mut droht, ihn gegebenenfalls nicht zu wählen, sei ihr nachgesehen. Sie pflegt ein Feindbild. Und hat etwas gutzumachen: Immerhin hat sie Graf zum Nationalratspräsidenten gewählt.

Die SPÖ sucht selbst übrigens auch eine junge, unverbrauchte Person mit Ambitionen, die in die Volksanwaltschaft wechseln könnte. Genannt werden zwei Zukunftshoffnungen: Norbert Darabos und Gabi Burgstaller. (Michael Völker, DER STANDARD, 26.2.2013)

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