Pseudo-Fragen

Einserkastl25. Februar 2013, 19:03
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Strache hat die Fragen zur Wiener Volksbefragung als "Pflanzerei" bezeichnet

Heinz-Christian Strache hat die Fragen zur Wiener Volksbefragung als "Pflanzerei" bezeichnet, und etliche werden sich schwertun, ihm aus vollem Herzen zu widersprechen.

Unser köstliches Wasser, die schönen Gemeindebauten und die liebe U-Bahn will eh kein Mensch privatisieren; bei der Frage nach den Parkpickerln sollen die Autofahrer entscheiden, ob sie die Stadt Wien zentral festlegt oder der Bezirk (was letztlich ziemlich wurscht ist), und die Olympiabewerbung wälzt die Entscheidung über dutzende Millionen Bewerbungskosten (bei eher unwahrscheinlichem Zuschlag) auf die Bevölkerung ab. Die vierte Frage zu Solarkleinkraftwerken ist nur etwas für grüne Feinspitze. Die Fragen haben mit der aktuellen, realistischen oder zumindest so empfundenen Lebenswirklichkeit der Wiener nichts oder sehr wenig zu tun.

Die realen Probleme der Groß-und Hauptstadt sind teure Mieten, teure Lebensmittel, relativ schwierig zu bekommende Jobs vor allem für Jüngere und schlecht Ausgebildete sowie einiges, was mit Integration zu tun hat. Ferner ist die relativ hohe Zahl der Einbrüche auch ein Thema.

All diese Problemfelder haben keineswegs jenes katastrophale Ausmaß, wie es die Opposition, besonders die FPÖ, darstellt, aber sie sind real. Sie eignen sich wegen ihrer Komplexität auch kaum für Ja/Nein-Antworten bei Volksbefragungen. Deswegen muss man aber keine Pseudo-Fragen stellen. (Hans Rauscher, DER STANDARD, 26.2.2013)

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    Die Fragen haben mit der aktuellen, realistischen oder zumindest so empfundenen Lebenswirklichkeit der Wiener nichts oder sehr wenig zu tun.

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