Ein Team sucht die Chance, Werte umzusetzen

26. Februar 2013, 05:30
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Frank Stronach warb sich ein Team im Parlament an und rüstet für Wahlen

Für viele ist er der Hoffnungsträger für Veränderungen im Land: Frank Stronach hat es geschafft, in weniger als einem Jahr die Rolle des Herausforderers in der österreichischen Politik zu besetzen. In Umfragen strömen ihm Protestwähler zu - Menschen, die mit ihrer bisherigen Parteibindung zu wenig bewegt haben, Menschen die sich von den Parteien insgesamt bereits abgewendet hatten.

Stronach versorgt sie mit Werten. Genauer: Er spricht jene Begriffe aus, die mit den anderen Parteien nicht mehr assoziiert werden. Wahrheit. Transparenz. Fairness. Stronachs Mitarbeiter haben offenbar in alten Parteiprogrammen der Konkurrenz gestöbert und "für Frank" jene Inhalte zusammengestellt, die mit dessen Image als Unternehmer kompatibel sind. Vieles könnte von der ÖVP stammen: "Mehr Leistung", "Schluss mit Schuldenmachen" und "Für ein starkes Europa" konnte man auch dort schon lesen. Die Forderung "Arbeiter am Gewinn beteiligen" kommt geradewegs aus der christlichen Soziallehre, jene, dass "Politiker dem Land dienen" müssten, könnte auch von der FPÖ sein.

Sein Team hat Stronach auf parlamentarischer Ebene bei BZÖ und SPÖ rekrutiert - in Niederösterreich, wo er es auf ein Duell mit Erwin Pröll anlegt, hat er aber auch Gefolgsleute im schwarzen Lager gefunden. Hier ist Stronach selbst im Wahlkampf präsent, in allen anderen Ländern hat er regionale Teams zusammengestellt. Nicht immer mit glücklicher Hand, durchwegs ohne klassische Parteistrukturen, aber stets mit großem Aufmerksamkeitseffekt. Und mit der finanziellen Absicherung, dass man in Ländern und Bund eine Wahlkampagne zustande bringen kann. Ein Modell dafür, wie man ohne viel Parteiapparat eine Partei - zumindest zeitweilig - etablieren kann, hat vor genau 20 Jahren das Liberale Forum geliefert: Nur Wochen nach seiner Gründung zog es in den niederösterreichischen Landtag ein. (cs, DER STANDARD, 26.2.2013)


Teamplayer

Voraussetzung dafür, dass man im Team Stronach für Österreich mitwirken darf, ist die Übereinstimmung mit den Werten, die der Chef vorgibt - Parteiprogramm ist die jeweils aktuelle Meinung von Gründer Frank Stronach. Sein Umgang mit den Medien, sein unkonventioneller Umgang mit den Gepflogenheiten der Diskussionskultur und seine Unduldsamkeit prägen den Eindruck vom Team - und wer damit keine Probleme hat, ist als Teamplayer willkommen.

Rasch ist man aber auch wieder draußen - wie der Tiroler Alois Wechselberger, dem Rechtslastigkeit vorgeworfen wurde. Gar nicht wirklich dabei war Karin Prokop: Die Tochter der verstorbenen Innenministerin war als niederösterreichische Kandidatin gehandelt worden, zog aber zurück. Ihre Videobotschaft, in der sie das Aufbrechen von Strukturen und einen zufriedenen Blick in die Zukunft in Aussicht stellt, ist weiterhin auf Youtube zu finden. (red, DER STANDARD, 26.2.2013)

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    Pocht auf Werte, muss die Schlagworte aber erst mit Inhalten füllen: Frank Stronach.

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