Luxusbetten: Wie man sich bettet ...

28. Februar 2013, 17:00
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Betten der Luxusklasse sind alles andere als nüchterne Liegeflächen. Die prunkvollen Polsterburgen haben aber auch ihren Preis

Vielen ist das Wohnzimmer heilig – es wird oftmals als das Zentrum des Wohnens empfunden. Als "Wohlfühlraum" bezeichneten es 74 Prozent in einer Studie des Möbelherstellers Interlükbe. Die Vorliebe fürs Wohnzimmer täuscht jedoch darüber hinweg, dass wir die meiste Zeit weder vor dem Fernseher noch auf der Couch verbringen, sondern im Bett.

Durchschnittlich schläft jeder Mensch sieben Stunden täglich, fast ein Drittel seiner Lebenszeit. Trotzdem pflegten wir bisher jedoch einen recht stiefmütterlichen Umgang mit dem Schlafen. Schon unsere Schlaf-Outfits - ausrangierte und ausgewaschene Schlabberhosen, T-Shirts aus Jugendtagen, Kleidungsstücke knapp vor dem endgültigen Abstieg zum Putzfetzen - sagen einiges darüber aus. Und auch der Ort unserer Träume interessiert häufig nicht besonders: Schlafzimmer sind in vielen Wohnungen die kleinsten Räume. Die Betten drängen sich oft in die Ecken, als müssten sie sich dafür entschuldigen, überhaupt anwesend zu sein.

Vom Couch- zum Bed-Potatoe

Doch immer mehr zeigt sich nun ein gegenläufiger Trend – Betten werden heute luxuriöser, raffinierter und auch ein wenig repräsentativer. Die Zeiten in denen das "Bett" nicht viel mehr als eine Matratze am nackten Boden ist, unter der sich höchstens noch ein Lattenrost befindet, scheinen vorbei zu sein. Zuletzt waren es massive Holzbetten, die in verschiedenen Ländern in Mode kamen. Viele kleine Tischlereien aus Österreich setzen vermehrt auf Naturmaterialien wie Zirbenholz.

Auch sonst wirken moderne Betten immer öfter so, als würden sie sagen: bleib zuhause und genieße die Häuslichkeit und Geruhsamkeit! Ganz besonders – das meinen zumindest Kenner der Bettenbranche – wenn man sich den letzten Schrei auf dem Bettensektor zulegt: das gepolsterte Bett. Hier sieht man kaum einen Millimeter Holz, alles ist mit weichem Stoff überzogen. Allein das Hinschauen versetzt wohl einige "Bed-Potatoes" in den Dämmermodus.

Britische Luxusmarken

Großbritannien ist eine gute Adresse für Luxusbetten. Ganz vorne mit dabei ist etwa das Traditionsunternehmen Vi-Spring. Diese Firma stattete schon vor hundert Jahren die luxuriöse Titanic aus – und hat seither das Hochpreissegment nicht verlassen. Jedes Bett der Marke wird laut Hersteller auf Bestellung in Handarbeit hergestellt. In der Werkstatt im englischen Devon nähen Spezialisten per Hand unter anderem Seitennähte ein, die den Matratzen den maßgeschneiderten Look verleihen und sie zudem dort verstärken, wo bei herkömmlichen Betten Metallstäbe eingesetzt werden. Zudem sollen bis zu 1.800 Sprungfedern pro Matratze für luxuriösen Schlafkomfort sorgen. Vi-Spring gibt auf seine Produkte eine Gewährleistungsgarantie auf Lebenszeit.

Ebenfalls britischen Ursprungs ist die 1840 gegründete Firma Somnus, die vor allem die Verwendung natürlicher Füllmaterialien bei der Herstellung ihrer exquisiten Schlafstätten hervorkehrt, die auf der eigenen Farm in Yorkshire produziert werden.

Skandinavische Qualität

Ebenfalls an der Spitze mischen skandinavische Hersteller mit, die auch sonst oftmals Vorreiter in Sachen Interieur sind. Etwa der norwegische Produzent Jensen, der in seiner aktuellen Kollektion auf gesteppte Bettvariationen setzt. Oder das schwedische Traditionsunternehmen Hästens, das seit 1852 Betten produziert und damit der älteste Bettenbauer des Landes ist. Die Firma Hästens war ursprünglich eine Sattlerei - hästen ist das schwedische Wort für Pferd. Name und Logo der Firma erinnern nach wie vor an diese Anfänge. Heute gelten Hästens Betten als "Rolls Royce" unter den Schlafgelegenheiten – nicht umsonst wurde die Firma 1952 zum schwedischen Hoflieferanten ernannt.

Qualität zu hohen Preisen

Die Hersteller betonen, dass bei der Fertigung der Luxusbetten besondere Materialien zum Einsatz kommen. Da ist von Rohseide, Rosshaar und sogar Kaschmir die Rede. Die Bettenbauer machen laut eigenen Angaben einen großen Bogen um Kunststoffe. Vielmehr sollen Naturmaterialien und gute Verarbeitung der Matratzen einen besseren Schlaf und Erholung garantieren. Da werden Begriffe wie "Bewegungsfreiheit", "Flexibilität" und "Druckminderung" angepriesen.

Die edle Verarbeitung schlägt sich auch in den Preisen nieder: Während in herkömmlichen Möbelhäusern das teuerste Bett oft schon um 600 Euro zu haben ist, beginnen die Preise der Edelmarken gut und gerne beim zehnfachen Wert.

So finden sich beispielsweise bei Hästens Betten im unteren Preissegment um die 6.200,- Euro, ein Spitzenmodell wie das Hästens Vividus kann aber auch schon mal über 74.000,- Euro kosten. (Nina Brnada, derStandard.at, 28.2.2013)

  • Österreichische Luxusbetten gibt es beispielsweise von der Firma ADA.
    foto: ada

    Österreichische Luxusbetten gibt es beispielsweise von der Firma ADA.

  • Vi-Spring verspricht seinen Kunden handgemachte Betten aus natürlichen Materialien mit lebenslanger Garantie - ein Luxus, der sich auch im Preis niederschlägt.
    foto: vi-spring

    Vi-Spring verspricht seinen Kunden handgemachte Betten aus natürlichen Materialien mit lebenslanger Garantie - ein Luxus, der sich auch im Preis niederschlägt.

  • Hästens darf sich hoch offiziell als Hoflieferant des schwedischen Königshauses bezeichnen.
    foto: hästens

    Hästens darf sich hoch offiziell als Hoflieferant des schwedischen Königshauses bezeichnen.

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