United Airlines wirft fotografierenden Passagier hinaus

26. Februar 2013, 13:53
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Matthew Klingt hatte bei der Erklärung dafür, dass er Bilder vom Flugzeuginneren machte, wohl die falschen Worte gewählt und musste wieder aussteigen

Dass die US-Transportsicherheitsbehörde TSA nicht wirklich viel Spaß versteht und man bei der Einreise in die Vereinigten Staaten möglichst keine Scherze treiben sollte, ist bekannt. Dass allerdings auch Flugbegleiter und Piloten empfindlich auf Reizwörter bzw. auf das Verhalten von Passagieren reagieren, musste kürzlich ein Reiseblogger feststellen.

In seinem Blog "Live and let's fly" erzählt Matthew Klingt von einem Zwischenfall mit United Airlines, wonach er an Bord eines Fluges von Newark nach Istanbul ein Upgrade in die Business-Class erhielt. Als er vor dem Start ein Foto vom Bildschirm in der Rückenlehne des Vordersitzes machen wollte, wurde ihm das von der Stewardess verboten mit Hinweis auf einen Absatz im Bordmagazin, in dem steht, dass das Fotografieren und Filmen an Bord nur für private Zwecke gestattet sei. Auch das Personal dürfe nicht fotografiert werden.

Klingt erklärte, dass er "kein Terrorist" sondern Blogger sei, und wollte ihr eine Visitenkarte anbieten, die sie jedoch mit den Worten "Nein. Das ist in Ordnung" und "Ich wusste das nicht" ablehnte. Er machte laut eigenen Angaben danach keine weiteren Bilder mehr.

Aus dem Flugzeug verwiesen

Kurz darauf erschien ein Sicherheitsmann und bat den Blogger, das Flugzeug zu verlassen mit der Begründung, dass sich der Kapitän nicht wohl fühle, wenn Klingt an Bord des Fluges sei. Alle Versuche, dem Piloten die Situation zu erklären, fruchteten offenbar nicht, der Blogger musste aussteigen und ein neues Ticket kaufen.

Klingt schreibt in einem weiteren Eintrag, dass United Airlines in der Folge ein 25-minütiges Telefongespräch mit ihm geführt habe. Die Fluglinie nehme den Vorfall sehr ernst und habe eine interne Untersuchung eingeleitet. Allerdings habe sich United bei ihm für den Vorfall nicht entschuldigt, aber immerhin bedanke sie sich für die Treue des Bloggers und hoffe, dass er auch in Zukunft mit United fliegen werde.

Der Blogeintrag hatte über 500 Kommentare zur Folge, unter anderem meldeten sich andere Passagiere, die auf demselben Flug waren und den Vorfall miterlebt hatten. Sie gaben an, weder eine laute Diskussion noch ein anderes Fehlverhalten von Klingt miterlebt zu haben. (red, derStandard.at, 26.2.2013)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Ein Foto vom Bildschirm im Rücken des Vordersitzes hatte für Blogger Klingt unangenehme Folgen.

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