Schlierenzauer übt Kritik am ORF

25. Februar 2013, 14:14
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Tiroler ärgerte sich, weil nur ein Durchgang des Mixed-Bewerbs übertragen wurde: "Wenn WM ist, gibt es keine Ausreden"

Als Chiara Hölzl, Thomas Morgenstern, Jacqueline Seifriedsberger und Gregor Schlierenzauer am Sonntag die WM-Silbermedaille im Mixed-Teambewerb holten, war einer des Skisprung-Quartetts nicht ganz zufrieden. Nicht an der sportlichen Leistung, sondern an der Live-Übertragung des ORF hatte Gregor Schlierenzauer etwas auszusetzen, denn der öffentlich-rechtliche Rundfunk sendete nur den zweiten Durchgang, weil zeitgleich die Bundesliga-Partie Salzburg gegen Rapid stattfand. 

"Haben in den letzten Jahren alles gewonnen"

Im ORF-Interview mit Katharina Krutisch sparte der 23-jährige Tiroler nicht mit Kritik: "Ob es für den ORF so was Tolles ist, weiß ich nicht, wenn er bei der WM erst den zweiten Durchgang zeigt." Die Reporterin sichtlich in Bedrängnis: "Das sind die Entscheidungen, da können wir nur, das sind die Verantwortungsträger ... Ich gebe zurück ins Studio."

ORF verweist auf Verträge

Der ORF verwies auf den bestehenden Vertrag mit der Fußball-Bundesliga, der zur Übertragung verpflichtet habe. "Es ist eine WM, wir sind am 24. Februar und eine Sportart, in der wir in den letzten Jahren alles gewonnen haben. Da stelle ich mir als Top-Athlet halt die Frage, ob das sein muss", sagte Schlierenzauer. "Natürlich verstehe ich gewisse Verträge, aber wenn eine WM ist, dann gibt es da für mich eigentlich keine Ausreden. Und anders wäre es auch, wenn Österreich im Fußball Nummer eins ist."

Quote spricht für Mixed-Bewerb

Die Zuschauerzahlen des ORF belegen, dass das Interesse für den Skisprung-Bewerb deutlich höher ausfiel. Die zweite Halbzeit der Bundesliga-Partie Salzburg gegen Rapid verfolgten 457.000 Zuschauer, während das Finale des Mixed-Bewerbs immerhin 650.000 Zuseher vor den Fernseher lockte.

Gelungene Premiere

Die Premiere für den Mixed-Bewerb bei dieser WM war gelungen, darüber waren sich alle Beteiligten einig. "Dadurch, dass bei den Mädchen die Dichte und Konstanz noch nicht ganz so groß ist, ist es für jeden sehr spannend. Da haben auch andere Nationen wieder die Möglichkeit zu gewinnen, das hat man mit Japan gesehen", sagte Schlierenzauer. Trotz der ORF-Übertragung und seiner bisherigen Erfolge ist der Gesamtweltcup-Führende sehr glücklich über die zweite Silberne im Fleimstal. "Natürlich, bei einem Großereignis will man immer Medaillen machen. Ich sehe das so ähnlich wie bei den Alpinen im Teambewerb. Da sagt auch jeder, man kann im Vorbeigehen eine Medaille machen, aber dem ist auch nicht so." (APA/red, 25.2.2013)

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    "Ob es für den ORF was Tolles ist, weiß ich nicht", kritisiert Gregor Schlierenzauer.

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