Opel-Zukunftsgespräche drohen zu scheitern

25. Februar 2013, 12:05
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Konzernmutter General Motors will die zentrale Fertigungsplanung am Opel-Stammsitz Rüsselsheim aufgeben, im Bochum wurde derweil protestiert

Rüsselsheim - Die Verhandlungen über die Zukunft des Autobauers Opel drohen einem Bericht zufolge zu scheitern. "Spiegel Online" meldete, ein Streitpunkt zwischen der Opel-Konzernmutter General Motors und den Arbeitnehmervertretern sei die Forderung der US-Seite, die zentrale Fertigungsplanung am Opel-Stammsitz Rüsselsheim aufzugeben. "Wir kommentieren keine laufenden Verhandlungen", sagte ein Opel-Sprecher. "Wir hoffen nach wie vor, dass wir bis Ende Februar zu einem guten Ergebnis kommen".

Betroffen wären 700 Arbeitsplätze in Rüsselsheim. Arbeitnehmervertreter könnten einer solchen Verlagerung nicht zustimmen, ohne einen Aufstand in der eigenen Belegschaft zu verursachen. Auch gebe es Streit um Produktion eines neuen Dieselmotors, den GM lieber in Ungarn produzieren lassen wolle.

Dem umkämpften Opel-Automobilwerk Werk Bochum drohe damit schon im kommenden Jahr das Aus, berichtete die Website. GM hat bereits angekündigt, bei einem Scheitern der Gespräche fühle sich das Management nicht mehr an das Angebot gebunden, die Fahrzeug-Produktion in Bochum erst Ende 2016 statt Ende 2014 einzustellen.

Betriebsversammlung im Bochumer Opel-Werk

Im von der Stilllegung der Autoproduktion bedrohten Bochumer Opelwerk haben sich die Beschäftigten zu einer Betriebsversammlung getroffen. Nach Angaben eines Unternehmenssprechers wurde die Produktion während der Belegschaftsversammlung gestoppt. Nähere Angaben zu den Inhalten der laufenden Diskussion wollte der Sprecher nicht machen. Neben Vertretern der Werksleitung soll auch der Bochumer Betriebsratsvorsitzende Rainer Einenkel zu der Belegschaft sprechen. Die Veranstaltung findet in einer öffentlich nicht zugänglichen Halle auf dem Werksgelände statt.

Der US-Konzern hat im abgelaufenen Jahr im Europa-Geschäft mit den beiden Marken Opel und Vauxhall einen Betriebsverlust von satten 1,8 Milliarden Dollar aufgetürmt, fast drei Mal so hoch wie im Jahr davor. Unternehmen und Arbeitnehmer haben noch bis Monatsende Zeit, sich auf weitere Einschnitte zur Sanierung des Unternehmens zu verständigen. Die Arbeitnehmervertretung fordert unter anderem den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen über 2016 hinaus. Die Hoffnung beider Seiten richtet sich auch auf den von VW kommenden neuen Opel-Chef Karl-Thomas Neumann, der Anfang März das Steuer bei der Traditionsmarke übernehmen soll. (APA/Reuters, 25.2.2013)

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    Die Stimmung bei Opel ist frostig.

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