"Crysis 3": Kritiker loben mehr die Grafik als das Spiel

25. Februar 2013, 12:17
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Fantastische Technik könne nicht über Innovationsmangel hinwegtäuschen

Seit vergangener Woche dürfen sich PC-Spieler abermals die Frage stellen: "Can it run Crysis?" Der Abschluss der Sci-Fi-Trilogie "Crysis 3" versetzt Spieler abermals in prächtige virtuelle Schlachten und verspricht zumindest technisch auch auf Konsolen den betagten Konsolen PS3 und Xbox 360 zu glänzen. Polygone und Lichteffekte beiseite betonte Entwickler Crytek im Vorfeld auch einen stärkeren Fokus auf die Erzählung und ein offeneres Spielkonzept gesetzt zu haben. Den Testern der Fachmagazine ist vor allem die schicke Scheinwelt positiv in Erinnerung geblieben.

Alien-Technologie 

Bei seiner Rückkehr nach New York muss Protagonist Prophet feststellen, dass der Big Apple in eine gigantische Kuppel der korrupten CELL-Corporation gesperrt wurde. Im Inneren dieses Liberty Domes befinden sich sieben gefährliche Areale. Spieler dürfen sich aussuchen, ob sie dieser tückischen Welt kampffreudig mit modernen Waffen und oder schleichend mit einem Kompositbogen bewaffnet wie ein Jäger begegnen. Nach dem linearen zweiten Teil hat man sich wieder der offeneren Spielweise des ersten Kapitels zugewandt. Auf die spielerische Revolution warte man jedoch vergebens, meint etwa 4Players. "Crysis 3 bietet zwar umwerfend schöne Panoramen, doch leider hat sich das Spieldesign nicht mitentwickelt. Für einen Titel, der zur Hälfte auf Schleichen sowie Taktik im Gelände baut, verhalten sich die Gegner ziemlich dämlich. Die KI-Schwächen haben mir den Kampf nicht komplett vermiest, aber an manchen Stellen lassen sich Aliens und C.E.L.L.-Soldaten viel zu einfach austricksen."

Grafik ist nicht alles

"Für Konsolen gibt es kaum ein Spiel, das visuell so beeindruckend ist wie Crysis 3. Und auf dem PC lässt der Ego-Shooter noch einmal kräftig die Muskeln spielen.", betont auch Gameswelt. "Darüber hinaus bietet Cryteks aktuelles Werk nicht viel. Die KI verhagelt mit ihrer übernatürlichen Aufmerksamkeit und den gelegentlichen Aussetzern den Spielspaß. Außerdem fehlen die denkwürdigen Momente. Stattdessen fühlt sich die viel zu kurze Kampagne an, als würden die Entwickler erzähltechnisch auf die Bremse treten. So bleibt unterm Strich ein sehr schicker Shooter, der spielerisch keine Glanzpunkte setzt. Grafik ist eben doch nicht alles." 

Crysis 2.5

Consol.AT moniert, dass Crytek nur die Konzepte der Vorgänger kombiniert hat, anstelle etwas wirklich gänzlich neues zu kreieren. Damit könne man vermutlich nur eingeschworene Fans hervorlocken. "Crysis 3 wirkt ein bisschen wie Crysis 2.5. Am Gameplay hat sich nicht viel verändert. Der Versuch, den ersten mit dem zweiten Teil zu kombinieren und wieder etwas offenere Sandbox-Kämpfe in den Vordergrund zu stellen, funktioniert ganz gut, allerdings bietet der Titel wenig Abwechslung. Hat man sich seine persönliche Herangehensweise an Kämpfe einmal erarbeitet, verkommen Gefechte schnell zu leicht lösbaren Mini-Konflikten, die euch nicht viel abverlangen werden. Etwas interessanter wird das Spiel auf höheren Schwierigkeitsgraden, wenn Gegner-KI und deren Schaden maximiert werden. Dennoch schafft es Crysis 3 bis auf die Technik nicht, sich stark von der Konkurrenz abzuheben. (zw, derStandard.at, 25.2.2013)

  • Crysis 3 
Für: PC, PS3, Xbox 360Von: Crytek/EAAb: 16 JahrenUVP: 59,99 Euro
    foto: crytek

    Crysis 3

    Für: PC, PS3, Xbox 360
    Von: Crytek/EA
    Ab: 16 Jahren
    UVP: 59,99 Euro

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