Rekonstruktion eines Stilwechsels

25. Februar 2013, 10:19
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Compilation von Hendrix: "People, Hell & Angels" mit bisher unveröffentlichten Aufnahmen des 1970 verstorbenen Gitarristen

Wien - Als "neues Album" mit "bisher unveröffentlichten Studioaufnahmen aus den Jahren 1968 bis 1970" verstehen die Nachlassverwalter von Jimi Hendrix die am 1. März auf CD und Vinyl erscheinende Platte "People, Hell & Angels" (Sony). Die LP dokumentiert die Phase des Ausnahmegitarristen nach Auflösung seiner Experience. Diese unvollendeten musikalischen Experimente, die zu einem neuen Doppelalbum hätte führen sollen, hat ein Team um den Produzenten Eddie Kramer rekonstruiert.

"People, Hell & Angels" besteht aus Outtakes und Session-Material, das entsprechend aufbereitet wurde, um es wie eine in dieser Form geplante LP klingen zu lassen. Viele Beiträge sind tatsächlich hochqualitativ und passen gut zusammen, letztendlich sollt man aber doch eher von einer Compilation als von einem Album sprechen. Manche Songs wurden, in anders überarbeiteten Versionen, bereits für zwei kurz nach Hendrix' Tod (1970) erschienene posthume Veröffentlichungen verwendet. Andere Tracks kennt der Fan vielleicht von soundmäßig minderwertigen Bootlegs.

Gastmusiker und neue Stile

Nur drei reguläre Studioalben hat Jimi Hendrix zu Lebzeiten veröffentlicht. Nach dem Ende der Experience (mit Mitch Mitchell und Noel Redding) arbeitete der Sänger und Gitarrist mit zahlreichen Gastmusikern (wie auch früher in seiner Karriere) und probierte neue Stile und Richtungen aus. Auf "People, Hell & Angels" gibt es etwa "Somewhere", eine Nummer mit Stephen Stills am Bass. Diese Aufnahme von 1968 mit Buddy Miles am Schlagzeug wurde erst kürzlich in den Archiven entdeckt, so die Plattenfirma.

Natürlich dominiert die Hendrix' Gitarre, aber auch Bläser, Keyboards und Percussions bestimmen zeitweise den Sound. Sogar eine zweite Gitarre kommt zum Einsatz. "Earth Blues", in einer anderen Fassung auf dem "Rainbow Bridge"-Soundtrack enthalten, hört man als Funk, bei "Let Me Move You" spielte Lonnie Youngblood das Saxofon, bei "Inside Out" ließ Hendrix sein Instrument beim Solieren über den Verstärker einer Orgel laufen.

Wäre heuer 70 Jahre alt

Jimi Hendrix wäre heuer 70 Jahre alt geworden. Die Familie, die seit einigen Jahren die Rechte am Nachlass besitzt, wird auch in Zukunft "neue" Alben herausbringen. Schließlich gibt es zum Beispiel noch viele Mitschnitte zum Aufmotzen. Liveaufnahmen schlechterer Qualität werden über die Website verkauft. (APA, 25.2.2013)

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    Jimi Hendrix wäre heuer 70 Jahre alt geworden.

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