Schwerer Betrug mit Bio-Eiern in Deutschland

25. Februar 2013, 09:21
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Kriminalfall im Agrar-Business: Hunderte Betriebe pferchten mehr Hennen in Ställe als erlaubt

Berlin - In Deutschland ermittelt die Staatsanwaltschaft Oldenburg wegen des Verdachts auf einen Riesenbetrug mit Bio-Eiern. Hunderte Betriebe missachteten laut einem "Spiegel"-Bericht vom Sonntag systematisch die Vorschriften bei der Haltung von Legehennen.

Sie hielten demnach deutlich mehr Hühner in ihren Ställen als erlaubt und verkauften die Eier als Bio-Eier. Etliche Millionen Eier seien so in die Geschäfte gegangen, die nicht als Bio-Eier hätten deklariert werden dürfen.

150 Betriebe durchsucht

Laut dem Magazin fanden hunderte Durchsuchungen statt, die Staatsanwaltschaft bestätigte, sie ermittle gegen 150 Betriebe in Niedersachsen. 50 Verfahren seien an Staatsanwaltschaften in anderen Bundesländern abgegeben worden, vor allem in Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern. Auch in Belgien und den Niederlanden seien Betriebe betroffen.

Ermittelt werde wegen Betrugs sowie Verstößen gegen das Lebensmittel- und das Öko-Landbaugesetz. Womöglich missachteten die Betriebe dem Bericht zufolge auch Tierschutzvorschriften und Umweltgesetze.

Größter Kriminalfall in der Agrarwirtschaft

Sollte sich der Verdacht bestätigen, handle es sich um den größten Kriminalfall in der deutschen Agrarwirtschaft seit langer Zeit, berichtete das Magazin. Ob und wann Anklage erhoben werde, sei noch offen. Der neue niedersächsische Landwirtschaftsminister Christian Meyer sagte dem "Spiegel": "Wir prüfen, ob man den überführten Betrieben die Zulassung entziehen kann." (APA, 25.2.2013)

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