Öcalan will Waffenruhe der PKK ab März

25. Februar 2013, 08:45
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Rückzug der Kurden-Rebellen aus der Türkei im Mai möglich

Istanbul - Der inhaftierte kurdische Rebellenchef Abdullah Öcalan will die Kämpfer seiner verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) nach Presseberichten zu einer Waffenruhe ab März aufrufen. Die türkische Zeitung "Radikal" meldete am Montag unter Berufung auf ein Gespräch Öcalans mit einer Kurden-Delegation, die PKK-Waffenruhe solle am 21. März beginnen, dem traditionellen kurdischen Frühlingsfest Newroz. Öcalan wolle den Appell persönlich an die PKK richten. Auch die "Zeitung" Hürriyet berichtete von Plänen für eine Waffenruhe im März.

Besuch auf der Gefängnisinsel

Der auf der Gefängnisinsel Imrali im Marmarameer inhaftierte Öcalan verhandelt seit Dezember mit dem türkischen Geheimdienst MIT über eine friedliche Beilegung des Kurden-Konflikts, der seit seinem Beginn 1984 mehr als 40.000 Menschen das Leben gekostet hat. Drei kurdische Abgeordnete des türkischen Parlaments hatten Öcalan am Samstag auf Imrali besucht. Nach übereinstimmenden Presseberichten will Öcalan detaillierte Informationen über den Verhandlungsprozess in Briefen an die PKK-Führung im Nordirak, die PKK-Organisationen in Westeuropa sowie an die legale Kurden-Partei BDP darlegen.

Bemühungen um Gewaltverzicht

Die Waffenruhe gilt als erste Stufe in Bemühungen um einen dauerhaften Gewaltverzicht der PKK. Laut "Radikal" peilt Öcalan für Mai oder Juni einen Rückzug der PKK-Kämpfer aus der Türkei an. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hatte in den vergangenen Wochen erklärt, der türkische Staat werde PKK-Trupps beim Rückzug in den Norden des Irak nicht angreifen. Die PKK unterhält ihr Hauptquartier im Nordirak. Erdogan kündigte am Wochenende an, er werde sich in einer Rede am Dienstag zu den Verhandlungen mit Öcalan äußern.

Die PKK kämpfte zunächst für einen eigenen Kurden-Staat. Heute verlangt sie eine offizielle Anerkennung der kurdischen Identität durch die Türkei, etwa durch einen entsprechenden Passus in der Verfassung. Rund 20 Prozent der knapp 74 Millionen Einwohner der Türkei sind Kurden. Die kurdische Sprache oder kurdischsprachige Medien waren lange Jahre verboten. (APA, 25.2.2013)

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    Öcalan auf einer Archivaufnahme aus dem Jahr 1999.

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