Wahlbeteiligung bisher gering

25. Februar 2013, 05:48
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Am ersten Wahltag gaben deutlich weniger Menschen ihre Stimme ab als 2008 - Wahllokale am Montag bis 15 Uhr geöffnet

Rom - In Italien hat am Montagmorgen der zweite Tag der Parlamentswahlen begonnen. Die Wahllokale sind im ganzen Land seit 7 Uhr wieder offen. Die Wahlberechtigten haben noch bis 15.00 Uhr Zeit, ihre Stimme abzugeben. Gewählt wird nach dem Proporzsystem, das im Dezember 2005 wieder eingeführt wurde. Exit Polls, also Nachwahlbefragungen, werden unmittelbar nach Wahlschluss veröffentlicht.

An vorderster Front tritt die Mitte-Links-Allianz um Pierluigi Bersani gegen den Chef des Mitte-Rechts-Blocks, Ex-Premier Silvio Berlusconi, an, der zum sechsten Mal als Spitzenkandidat in den Wahlring gestiegen ist. Der scheidende Premier Mario Monti hofft auf eine zweite Amtszeit als Regierungschef an der Spitze eines Zentrumsblocks. Laut letzten Umfragen gilt Bersani als Favorit im Wahlduell. Die Protestbewegung "Fünf Sterne" um den Starkomiker Beppe Grillo könnte laut Meinungsumfrageexperten zur zweitstärksten Einzelpartei im Parlament aufrücken.

Neben den Parlamentswahlen sind auch Regionalwahlen in drei Regionen - Lombardei, Latium mit der Hauptstadt Rom und Molise - angesetzt. Dabei sind fast 13 Millionen wahlberechtigt. Die Parlamente dieser drei Regionen waren in den vergangen Monaten infolge von Korruptionsaffären aufgelöst worden.

Geringere Wahlbeteiligung

An der als Schicksalswahl für Italien angesehenen Parlamentswahl haben sich bisher weniger Menschen beteiligt als 2008. Bei Schließung der Wahllokale am Sonntag um 22.00 Uhr betrug die Wahlbeteiligung 55,17 Prozent. Das waren nach Angaben der Wahlkommission vom Sonntagabend deutlich weniger als zu diesem Zeitpunkt vor fünf Jahren. Damals hatte die Beteiligung bei 62,55 Prozent gelegen. Die zweitägige Parlamentswahl geht am Montagnachmittag zu Ende.

Favorit Bersani

Laut letzten Umfragen gilt Bersani als Favorit im Wahlduell. Die Protestbewegung "Fünf Sterne" um den Starkomiker Beppe Grillo könnte laut Meinungsumfragenexperten zur zweitstärksten Einzelpartei im Parlament aufrücken. Entscheidend wird sein, ob das hoch verschuldete und in einer tiefen Rezession und Krise steckende Land eine stabile Regierung bekommt. Insgesamt sind mehr als 50 Millionen Italiener aufgerufen, das Abgeordnetenhaus und den Senat neu zu bestimmen. (APA, 25.2.2013)

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    Kandidat Berlusconi bei der Stimmabgabe.

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