Mozilla gibt offiziellen Startschuss für Firefox OS

  • Eines der Launch-Modelle für Firefox OS: Das Alcatel One Touch Fire.
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    foto: alcatel

    Eines der Launch-Modelle für Firefox OS: Das Alcatel One Touch Fire.

Erste Geräte von LG, ZTE und Alcatel, auch Huawei folgt - Unterstützung von 17 Netzbetreibern

Seit rund zwei Jahren arbeitet Mozilla parallel zum eigenen Browser auch einem mobilen Betriebssystem. Was zunächst nur als sehr vages Experiment begonnen hatte, wird nun tatsächlich Realität. Wie das Unternehmen im Rahmen einer Keynote am Mobile World Congress verkündet hat, sollen die ersten Geräte mit Firefox OS schon bald auf den Markt kommen.

Startschuss

Konkret soll es zu diesem Zeitpunkt bereits erste Smartphones von Alcatel, LG und ZTE geben, Huawei soll noch im Laufe des Jahres ebenfalls mit einem eigene Firefox-OS-Gerät folgen. Für die nötige Verbreitung sollen Partnerschaften mit diversen Mobilfunkbetreibern sorgen, 18 davon konnte man bisher für das eigene Unterfangen gewinnen, so Mozilla. Die Palette reicht hier von Hutchison 3G über die Deutsche Telekom, Sprint, Telenor bis zur spanischen Telefonica, die auch aktiv in die Entwicklung involviert war.

ZTE Open

Das erste eigene Smartphone mit dem Mozilla Betriebssystem gab es denn auch gleich am Rande der Veranstaltung zu sehen, das ZTE Open. Wie schon früher immer wieder betont, will man mit Firefox OS zunächst vor allem den besonders kostengünstigen Sektor bedienen, entsprechend lesen sich auch die Eckdaten des Geräts: Ein 3,5 Zoll HVGA-Bildschirm und ein nicht mehr ganz so aktueller Qualcomm Snapdragon-Prozessor (ARM Cortex A5)  stehen m Mittelpunkt.

Alcatel One Touch Fire

Die selbe CPU soll übrigens bei allen Geräten der ersten Produktgeneration zum Einsatz kommen. Dies gilt also auch für das Alcatel One Touch Fire, das mit einem 3,5-Zoll Bildschirm, 256 MB RAM und 512 MB lokalem Speicher in einer ähnlichen Riege spielt.

Konzepte

Im Rahmen der Keynote bemühte man sich dann zu betonen, dass die neuen Geräte trotz der schwachen Hardware - und dank dem schlanken Design von Firefox OS - eine gute Performance bieten werden. Einmal mehr ging man zudem auf die grundlegenden Konzepte (die wir bereits vor einigen Monaten in einem ausführlichen Preview besprochen haben, Anm.) ein, also etwa dass offene Webstandards hier als Anwendungsplattform dienen, zur Entwicklung HTML5 und Javascript zum Einsatz kommen.  Die Offenheit des Systems sei übrigens sehr im Interesse der Netzanbieter, die die Software so sehr einfach ihren Bedürfnissen anpassen können, heißt es von Seiten Mozillas.

Apps

Natürlich weiß auch der Browser-Hersteller, dass der Erfolg jedes mobilen Betriebssystem entscheidend von der Verfügbarkeit von Apps und Spielen abhängt. Hier sieht man sich mit dem Web-Fokus bereits bestens aufgestellt, zudem sollen aber auch viele speziell angepasste Apps über den neuen Firefox Marketplace angeboten werden.

Marktplatz

Als Partner in diesem Bereich nennt man bekannte Größen wie Twitter, Facebook oder Nokia mit seinen Here Maps, aber auch Spiele wie Cute the Rope wurden demonstriert. Unterstützung gibt es zudem von großen Herstellern wie EA Games. Firefox OS soll übrigens auch den Verkauf von Apps ermöglichen, die Bezahlung soll über die Netzanbieter erfolgen. Wer den Firefox Marketplace schon vorab ausprobieren will, soll dies in Kürze über den experimentellen Aurora-Channel von Firefox für Android tun können.

Verfügbarkeit

Die ersten Smartphones mit Firefox OS sollen ab Mitte des Jahres in den Handel kommen, zunächst vor allem in lateinamerikanischen Ländern, aber auch in einigen europäischen Staaten wie Polen, Ungarn oder Montenegro erhältlich sein. In Österreich hat unlängst erst T-Mobile Interesse an Firefox OS bekundet - ohne sich aber wirklich konkret festzulegen. (apo, derStandard.at, 24.02.13)

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