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"Alle paar Monate wird Europa von einem neuen Nahrungsmitteldesaster heimgesucht", schrieb das deutsche Magazin Focus. Und weiter: "Mal sind es dioxinverseuchte Eier, mal verpestete Erdbeeren, mal vergammelte Putenbrust, nun mit Pferdefleisch gefüllte Fertiggerichte." So als wäre auch die Rosswurst etwas Giftiges.
Erst nach ein paar Tagen Skandal setzten sich jene (kleineren) Schlagzeilen durch, die Pferdefleisch generell gute Genießbarkeit attestierten, manchmal sogar die Qualität einer traditionsreichen Delikatesse. Der Rheinische Sauerbraten ist ein Beispiel dafür.
Der Skandal reduzierte sich auf den Tatbestand des Betrugs. Denn es waren Rösser drin, wo "Rind" draufstand. Also geht es um falsche Kennzeichnung.
Doch auch Pferdefleisch ist nicht gleich Pferdefleisch. Die wenigen Pferdefleischhauer in Deutschland und in Österreich verkaufen vor allem Stücke vom Noriker (ein Zugpferd) und vom leichteren Haflinger (auch ein Sportpferd). Dieses Fleisch wird genauso geprüft wie das von Rindern und Schweinen. Es ist unbedenklich. Was nicht immer so war.
Denn bis in die 1950er-Jahre wurde Zug- und Lastpferden Hittrach gegeben - ein arsenhältiges Mittel, das wie Kandiszucker zerkaut oder als Pulver auf Fettbrote gestreut, ein beliebtes Kräftigungsmittel der Fuhrleute und Pferdeknechte war. In starken Dosen war der "Koks der Alpen" ein massives Gift, sogar ein Mordinstrument, weil Arsen bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts nicht nachgewiesen werden konnte. In kleinen Dosen machte es so manchen Knecht bei der Bäuerin zum Konkurrenten des Bauern.
In den Pferden sammelte sich über Jahre nicht wenig Gift. Bei Sportrössern wird heutzutage vor allem Phenylbutazon als Dopingmittel eingesetzt, auch bei Freizeitpferden. 60.000 sterben pro Jahr in Deutschland, die Kadaver werden aber fast ausnahmslos der Tierkörperverwertung übergeben.
In Kärnten ist bekanntgeworden, dass kanadisches Pferdefleisch verwendet wurde. Hier sind Rufzeichen notwendig. Erstens kommen die meisten Schlachttiere aus den USA, stammen aus dem Rennbetrieb und werden dort kaum kontrolliert. Zweitens werden sie oft wochenlang auf Pferdepferchen gehalten. Der Stress schadet der Qualität.
Kanada selbst ist, was Pferdefleisch betrifft, gespalten. Der britische Teil ist strikt gegen den Verzehr, der frankofone dafür. Was mit den europäischen Usancen zusammenhängt. In den romanischen Ländern und im belgischen Wallonien ist Pferdefleisch ein - gesundes - Nahrungsmittel mit wenig Cholesterin und guter Verträglichkeit. Die Deutschen lehnen es mit wenigen Ausnahmen (Rheinland) eher ab.
Derzeit geht es dem Pferdefleisch ähnlich wie den Wiener Schwedenbomben. Es boomt. Wie lange, das ist eine andere Frage.
Vielleicht ist die Diskussion darüber ein Beitrag dazu, einer Nischenproduktion ein bisschen zu helfen. Die profitgeilen unten den großen Fleischkonzernen werden freilich schon den nächsten Nahrungsmittelschwindel planen. (Gerfried Sperl, DER STANDARD, 25.2.2013)
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ABER:
Wenn das Pferdefleisch billiger ist als Schwein, KANN es gar nicht OK sein!
Man kann ein Kilo Pferd selbst jenseits von Tierschutz etc. niemals so billig herstellen, wie ein Kilo Schwein vom Markt. So billiges Pferdefleisch kann nur von einem an Altersschwäche gestorbenem Arbeitspferd stammen, das vermutlich nie einen Tierarzt gesehen hat, und DAS will ich nicht essen!
aber daher sie ja als "händler" das meiste pferdefleisch - auch wnns gut ist - nciht an den mann bringen, sinkt der preis natürlich gewaltig und die leute sind froh wenn sie überhaupt was dafür bekommen.
deshalb hält ihr vergleich in diesem fall nicht.
anders gesagt ihr vergleich wäre dann richtig wenn sich angebot und nachfrage bei schwein und pferd in relation die waage halten.
sondern gegen die gewinnsüchtigen Betrüger (Falsch-Ettiketierung ist Betrug) richtet sich die Empörung. Da kann Pferdefleisch noch so köstlich und gesund sein.
Dass jetzt alles weggeworfen wird, ist dennoch ein zweiter Skandal, der zu Lasten der notorischen Rechthaber-Juristen geht.
Ich gebe Ihnen, es ist eine Betrugssache aber die Frage ist auch von woher das Pferdefleisch kommt. Pferdefleich gilt vielerorts als Delikatesse und ich muß zugeben es schmeckt, aber ich zweifle die Qualität des hier verarbeiteten Fleisches. Renn- und Sportpferde werden gedopt, da wäre ein Risiko für den Menschen nicht ausgeschlossen.
Wenn ich einen optischen Mercedes zum vollen Preis kaufe und drunter ist ein Trabant, wer hat betrogen????
Diese BETRÜGER gehören nicht nur saftig bestraft sondern auch aus dem Verkehr gezogen!!!
sie suggerieren, dass die qualität schlechter war und das ist es eben nicht!
es ist trotzdem ein schwindel, auch wenn ich einen VW kaufe und es ist ein BMW drinnen..nicht ok!
aber pferd ist keine schlechtere qualität als rind!
Das sagt er ja nicht!
Es geht um die Aufregung wegen des Pferde-Fleischgenusses, obwohl das Pferdefleisch auch nicht ungesünder ist als vielleicht Schwein oder Kalb oder sonst was.
Viel mehr müsste über den BETRUG, der dahinter steckt geschrieben werden!
also eigentlich alle die ich höre selsbt in den medien beschweren sich nur über den betrug, keiner will klagen weil er einmal ein liebes pferd gefuttert hat...
ich mein alles gibts, aber das dürften echt verschwindend wenige sein..
Dürfte wohl "auch" stimmen,aber bei vielen "schmackhaften",!?,aufgedeckten "Lasagneköstlichkeiten",dürften wohl auch einige "dopingverdächtigen" "Ex" "Leistungsbringerpferde" "vermischt worden sein!Gu("a")ten Appetit?
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