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Ein Wahlboykott ist ein zweischneidiges Schwert - an dem sich auch derjenige verletzen kann, der es zieht. Der ägyptische Oppositionspolitiker und Friedensnobelpreisträger Mohamed ElBaradei fordert sein Lager auf, nicht zu den Parlamentswahlen, die Ende April beginnen, zu gehen. Einen so halb garen demokratischen Prozess will er nicht unterstützen. Er überlässt ihn anderen.
Aber ist das klug? Im Gegensatz zu den ersten Wahlen treten die Islamisten nicht mehr als supersaubere Alternative zu dem an, was vorher war. Die Muslimbrüder haben viele ihrer Wähler und Wählerinnen durch ihren brutalen Willen zur Macht und ihr evidentes Unverständnis für demokratische Grundregeln verschreckt. Die Salafisten sind untereinander gespalten und mit den Muslimbrüdern schwer verkracht. Schon früh hat der islamistische Sektor vorgeführt, dass er auch nur von dieser Welt ist.
ElBaradei und seine Verbündeten - wenn diese beim Boykott mitmachen - riskieren zweierlei: erstens, dass die Islamisten das Feld alleine bespielen werden, schwächer, aber dafür ohne Gegner. Zweitens besteht die Gefahr, dass das Vakuum, das die gemäßigte Opposition hinterlässt, von viel radikaleren Kräften gefüllt wird. Es gibt sie bereits - Stichwort "schwarzer Block" -, sie werden romantisiert, weil sie gegen die bösen Muslimbrüder sind. Auch die liberale Opposition ElBaradeis spielt mit ihnen. Wenn sie sich nur nicht als der Besen des Zauberlehrlings erweisen. (Gudrun Harrer, DER STANDARD, 25.2.2013)
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Auch in Europa war solches ein Rückzug in die fundamentalistische Religiosität.
Ein völlig natürlicher und normaler Vorgang, die Alternative dazu ist Chaos und Krieg.
Und uns .....geht es um freie Fahrt durch den Ägyptischen Suez Kanal, ohne den wäre für uns Ägypten Somalien, irrelevant.
(So würde sich ein qualitätsvoller Kommentar unterscheiden von einem, der letztlich nur pseudo-intellektuelle Propaganda macht für eine Seite. Ihnen scheint das obendrein nicht bewußt zu sein.)
ElBaradei machte seine Aufforderung zum Wahlboykott nicht grundlos - und, wer sagt Ihnen, Frau Harrer, denn, ob ElBaradei nicht ihre Argumente vielleicht sehr wohl schon in seinen Überlegungen mit berücksichtigt hat?
wahrscheinlich erwarten die nichtislamistischen parteien genau das und dann ist ein wahlboykott sinnvoll - es werden um die 50% der 50 millionen registrierter aegypter waehlen gehen, dann steht wenigstens nirgends wie schwach man tatsaechlich ist.
und man kann die stinkbloeden heldengeschichten der betrogenen, twitternden jugendrevolte noch 100 jahre lang weiter erzaehlen, bevorzugt in nichtarabischen sprachen.
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