Edelweiß in Washington

Einserkastl |

Wie "Sound of Music" die Botschaftervergabe in Washington beeinflusst

Was alles die Vergabe von Botschafterposten im US-Außenministerium beeinflusst, hat nun ein Artikel im "Guardian" dargelegt. Interessant für uns ist, welcher Stellenwert dort einer Entsendung nach Österreich zugemessen wird. Und welche erstaunlichen Faktoren die Popularität des Standorts Wien beeinflussen.

Konkret berichtet "Guardian"-Kolumnist Simon Hoggart von befreundeten US-Diplomaten, die zwar schon auf einen Posten in "London, Paris, Tokio oder Peking" spitzen würden, sich mangels saftiger Wahlkampfspenden aber anders orientieren müssten. So brachten die Freunde sich in Stellung, um bei einer internationalen Organisation in Wien - "an sich eine bescheidene Destination" - zu landen. Alles habe bestens ausgesehen, "bis plötzlich ein Anruf aus dem Weißen Haus die Hoffnung schwinden ließ" .

Warum? Weil, so das Weiße Haus, "im TV gerade 'The Sound of Music' gelaufen ist, was zu hoher Nachfrage nach Posten in Österreich geführt habe". Dass ein betagtes Jodel-Musical derart nachhaltige Auswirkungen auf unsere Außenwirkung hat, muss uns zu denken geben. Vielleicht sollte das hierorts geflissentlich ignorierte Filmchen doch irgendwann auf heimische Lehrpläne gesetzt werden. Und sei es nur, damit wir nicht ganz danebenstehen, wenn uns die Amis wieder mal ihr understanding jenes sonderbaren Alpinidylls (Shnitzel with noodles ...?) darlegen, das sie als "Austria" wahrnehmen. (Severin Corti, DER STANDARD, 25.2.2013)

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