Edelweiß in Washington

Einserkastl |

Wie "Sound of Music" die Botschaftervergabe in Washington beeinflusst

Was alles die Vergabe von Botschafterposten im US-Außenministerium beeinflusst, hat nun ein Artikel im "Guardian" dargelegt. Interessant für uns ist, welcher Stellenwert dort einer Entsendung nach Österreich zugemessen wird. Und welche erstaunlichen Faktoren die Popularität des Standorts Wien beeinflussen.

Konkret berichtet "Guardian"-Kolumnist Simon Hoggart von befreundeten US-Diplomaten, die zwar schon auf einen Posten in "London, Paris, Tokio oder Peking" spitzen würden, sich mangels saftiger Wahlkampfspenden aber anders orientieren müssten. So brachten die Freunde sich in Stellung, um bei einer internationalen Organisation in Wien - "an sich eine bescheidene Destination" - zu landen. Alles habe bestens ausgesehen, "bis plötzlich ein Anruf aus dem Weißen Haus die Hoffnung schwinden ließ" .

Warum? Weil, so das Weiße Haus, "im TV gerade 'The Sound of Music' gelaufen ist, was zu hoher Nachfrage nach Posten in Österreich geführt habe". Dass ein betagtes Jodel-Musical derart nachhaltige Auswirkungen auf unsere Außenwirkung hat, muss uns zu denken geben. Vielleicht sollte das hierorts geflissentlich ignorierte Filmchen doch irgendwann auf heimische Lehrpläne gesetzt werden. Und sei es nur, damit wir nicht ganz danebenstehen, wenn uns die Amis wieder mal ihr understanding jenes sonderbaren Alpinidylls (Shnitzel with noodles ...?) darlegen, das sie als "Austria" wahrnehmen. (Severin Corti, DER STANDARD, 25.2.2013)

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Blamage der Österreicher

Als ich bei meinem Auslandsaufenthalt im Asiatischen Raum nach dem 2. Tag schon von 10 verschiedenen Leuten darauf angesprochen wurde, musste ich mir diesen unbedingt ansehen.

Würde auch den übrigen Österreichern nicht schaden.

Und das mit den Jodeln usw, naja, das sollte man heute auch noch zeigen, denn das wollen die Touristen in Österreich ja sehen!

was bei "the Sound of Music" gern vergessen bzw. übersehen wird:

der film ist nicht nur in den USA seit jahrzehnten ein hit (der u.a. zur weihnachtszeit so regelmäßig ausgestrahlt wird, wie bei uns die Sisi-filme),
sondern in ganz nord- und lateinamerika, bzw. von Australien und Neuseeland über Thailand, die Philippinen, Indonesien, Malaysia, Korea bis Japan (liste beliebig erweiterbar) ein ebenso erfolgreicher wie bekannter dauerbrenner.

wer also (in gewohnter österreichischer manier) hier wieder mal über den "schichten geschmack der Amis" lästert, lästert auch über Argentinier, Australier, Brasilianer, Chilenen, Ecuadorianer, Honduraner, Indonesier, Japaner, Kanadier, Koreaner, Malaysier, Mexikaner, Neuseeländer, Philippinos, Uruguayos, Venezolaner und Vietnamesen ....

Und wieder mal ein "keine Sau kennt hier Sound of Music"-Spaltenfüller...

...auch so ein Thema, das alle paar Jahre mal wieder aufgewärmt wird, wenn's sonst nichts zu schreiben gibt.

Dabei haben wir dieser Schmonzette eines der größten Stücke der Jazzgeschichte zu verdanken, was aber leider den meisten Kolumnenschreibern entgeht: http://www.youtube.com/watch?v=UY43yHzgeZM

noch geilere Version :

http://www.youtube.com/watch?v=0I6xkVRWzCY

Einfach gänsehauttreibend

Solange Österreich Lippizaner an US Präsidenten verschenkt, Lippizaner & Schwarzenegger zeigt, Opernballeröffnungen mit Lippizanern choreografiert,...

ist Sound of music doch DER intellektuelle Zugang zum Österreich Image

Ja, so ist das nun mal mit clichées. Ich finde es eigentlich lustig, dass diesen Film, unseren vermutl. berühmtesten Imagebringer, kaum ein Österreicher kennt; ist doch eine amüsante Anekdote - wobei, Österreicher, die viel im Ausland unterwehs sind, kennen den Film eh.

das ist schon faszinierend, alle us-amis kennen den film noch aus ihrer kindheit, wo er offensichtlich sehr oft wiederholt wurde, und sie hören nicht auf, den auszustrahlen, dürfte sowas wie der heimat-film für fremde-heimat sein, deshalb hält sich auch hartnäckig die vorstellung, dass Ö ausschließlich aus alpen besteht und dann gibts noch salzburg (das ja bis heute sound of music touren anbietet, wo sie leute zu den drehorten aus dem film karren)

Hähä...ich hab mir vorgenommen so eine Tour mitzumachen, wenn ich mir mal wieder Salzburg anschaue.
Bezeichnend, dass diese Ausflüge nur auf Englisch angeboten werden...;-)

sollten Sie wirklich mal machen. ist sehr lustig (aber bitte in größerer runde und mit einer flasche schnaps bewaffnet). ein dirndlkleid hebt auch nochmal den spaßfaktor ;o)

Das amerikanische (Film)musical ...

... kann man – wie die österreichische Operette – als Genre mögen oder nicht. Wenn aber ein Journalist auf ein Stück dieses Genres Bezug nimmt, sollte man zumindest erwarten, dass er sich vorher entsprechend schlau macht. Hätte Herr Corti selbiges getan, hätte er schnell folgendes herausfinden können.

- Sound of Music (SOM) ist der dritterfolgreichste Kinofilm aller Zeiten.
- SOM wird auf der AFI Liste an 40. Stelle geführt.
- Rodgers und Hammerstein, Librettist und Komponist von SOM, waren in ihrem Genre führend.
- Musicals - wie Opern und Operetten - neigen einmal dazu betagt zu sein.
- In SOM wird nicht gejodelt.

Aber was soll man von jemandem mit Hauptexpertise im Fressen und Saufen auch anderes erwarten?

"- In SOM wird nicht gejodelt"

.
naja, teilweise schon:

odl lay ee, old lay ee
odl lay hee hee, odl lay ee
odl lay odl lay, odl lay odl lee, odl lay odl lee
odl lay odl lay odl lay

hoo

Naja, aber eher wenig.

Ein "Camp" Klassiker war SOM allerdings aber immer schon.

http://www.youtube.com/watch?v=N1YJdTd2g0k

... und Julie Andrews und Christopher Plummer

kann man ja auch nur als großkalibrige Schauspieler bezeichen ganz besonders im Vergleich zu Hans Holt & Ruth Leuwerik:
http://www.imdb.com/title/tt0... fn_al_tt_1

"Sound of Music" ist ein netter Musicalfilm. Natürlich hat er mit österreichischem Volkstum so wenig zu tun wie "The King and I" mit dem realen Thailand. Trotzdem sollten möglichst viele Österreicher den Film sehen, da sich durch ihn in Asien und den USA ein (durchaus positives) Österreich-Klischee festgesetzt hat. Bitte deshalb die Originalfassung mit deutschen Untertiteln einige Male im ORF zeigen.

sehr richtig

ich verstehe auch den österreichischen kulturzugang nicht.

wenn österr. kultur promoted wird, dann immer nur etwas modernes, sei es musik, kunst, ausstellungen, was auch immer.

man sollte einfach zur kenntnis nehmen, dass man uns in der anglophonen welt für Sound of music kennt, in china liebens sissi und die japaner mozart.

es ist gut und schön sich modern zu geben, aber man sollte dabei nicht auf unser grosses erbe verzichten. man vergibt reihenweise aufgelegte elfmeter.

mit einer nitsch-ausstellung in NY kriegst vielleicht ein paar nette kritiken - die keiner liest, aber mit einer sound of music - ausstellung kriegst die massen, die touristen und das geld.

warum genieren wir uns?

ist ja grundsätzlich auch ein skandal, dass...

...österreich mit einem anti-nazi-musical in verbindung gebracht wird...

wien ist schon seit ende des 2ten wk, eine "wichtige" stadt.
und das hat nichts mit dem wetter den bergen oder dem klima zu tun.

OPEC, UNO, OSZE usw. dazu die strategisch "neutrale" position zwischen "osten" und "westen"....

also es gibt schon ein paar gute gründe wieso wien wichtig ist, aber mit edelweiß... sind sie sich da wirklich sicher???

von nazis vertriebene österreichische asylantInnen? bei 98 prozent der bevölkerung verursacht das einen anaphylaktischen schock

Geh bitte!

Warum läuft der eigentlich nie im ORF?

Zumindest hätt ich noch nie wahrgenommen, dass er im Rahmen der Sonntag-Nachmittag-Heimatfilme mal gezeigt wurde.

Und deshalb kennt ihn hier auch niemand - während man zumindest bei Nord- und Südamerikanern jedes Alters fix davon ausgehen kann.

"Den hab ich jedes Jahr zu Weihnachten gesehen..."

Weil er hierzulande schon öfter mit dem schwachsinnigen Titel "Meine Lieder - meine Träume" gezeigt wurde.

Vielleicht, weil es kein 'Heimatfilm' im Sinne des Wortes ist?

Das ist ein obskures US-Machwerk aus der Nachkriegszeit. Leider definieren uns Österreicher viele Menschen rund um den Globus damit. Auf den Philippinen kennen sie Österreich nur wegen dieses Machwerkes und den Glock-Pistolen, zumindest, wenn sie überhaupt wissen was und wo Österreich ist. Da hab ich schon die lustigsten Antworten bekommen: als ich einmal sagte ich sei aus 'Austria', wurde ich gefragt, ob das in Australien liegt. :-) Typisch US-Schulsystem.

So viel an Dummheit, Ignoranz und intelektueller Überheblich

in nur 8 schmalen Zeilen unterzubringen, ist auch ein Kunst ....

?

Aha, wenn jemand auf den Philippinen nicht weiß wo Österreich ist, dann ist das US-Schulsystem daran schuld...alles klar...

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