Arenbergpark: Flakturm wird zu Datencenter

24. Februar 2013, 17:48

Neue Verwendung für beide Türme, größerer wird zu Mak-Ausstellungsraum

Wien - Jahrelang wurde darüber diskutiert, nun scheint es fix zu sein: Die beiden Flaktürme im Wiener Arenbergpark werden einer neuen Verwendung zugeführt. Im kleineren richtet eine IT-Firma ein Rechenzentrum ein. Acht Millionen Euro soll das Projekt kosten.

Im größeren Turm wird das Museum für angewandte Kunst (Mak) künftig Ausstellungen zeigen. Das Museum nutzt das Kriegsrelikt schon länger, allerdings bisher nur als Depot. 2014 sollen eine Schausammlung zu Gegenwartskunst sowie eine Reihe von Wechselausstellungen gezeigt werden.

Keine Mak-Tower, wie Noever wollte

Der vom ehemaligen Mak-Direktor Peter Noever beworbene Mak-Tower mit einem Lokal auf dem Flakturmdach sowie einem 90 Meter hohen Zubau wird aber nicht kommen. Anrainer, die um ihre Aussicht und Nachtruhe fürchteten, machten jahrelang gegen das Projekt mobil (der STANDARD berichtete).

Sechs Flaktürme stehen in Wien noch: zwei im Augarten, zwei im Arenbergpark und jeweils einer in der Stiftskaserne sowie im Esterhazypark. In Letzterem ist das Haus des Meeres untergebracht. Die Betonkolosse stehen unter Denkmalschutz und sollen laut Stadt ihren Charakter als Mahnmale behalten. (red, DER STANDARD, 25.2.2013)

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Na bravo! Das Wiener Nazi-Kriegs-Bauwerk bietet Sicherheit auch für Ihre Daten!

jedenfalls sinnvoller als die Verwendung, die momentan die meisten Flaktürme haben (zumindest in den oberen Etagen): eine überdimensionale Taubenbrutstätte mit integriertem Taubenklo und Taubenfriedhof.

Man sollte auch einmal den Entfernung so eines Flakturmes andenken.
Gerade der Turm im Arenbergpark würde sich dafür anbieten.

denk nur. wenn dir was gscheites einfällt, teil es der welt mit. aber sonst lass es bitte.

Weg mit den haesslichen Kloetzen

Mehr gruen taete der Stadt und ihren Bewohnern besser.

Die Entfernung

so eines Wiener FLAK-Turms ist ganz schön groß, insbesondere nach Tokyo oder Sydney.

In Hamburg wird einer Gefechtstürme gerade umgebaut - sprich die vergleichsweise einfach "Inneneinrichtung" wird entfernt, die dicken Außenwände bleiben. Reinkommen soll dann ein Heizkraftwerk - und allein mit dem Entkernen ist man schon seit Mitte 2011 beschäftigt. Da hats allein 3 Wochen gedauert um durch die Außenmauer zu kommen, damit man mit den Baggern reinfahren kann.

Den kompletten Kübel abzutragen wäre bar jeder Vernunft.

Eine Alternative wäre auch eine chinesische Methode... - die würden das sicher binnen einem halben Jahr schaffen:
Im Umkreis von 1km alle Einwohner Zwangsumsiedeln --> 100 Tonnen TNT in den Turm --> Bumm ---> Alle Gebäude die kaputt gegangen sind dabei auch gleich schleifen ---> Neubauten errichten.

Ich denke nur, dass das mit den österreichischen Gesetzen nicht ganz konform geht. - Ich würde mal sagen, dass ist gut so.

Publikation der Stadt Wien zu den Flaktürmen

Zur Geschichte der Flaktürme - Bauumstände, Bauweise, Nutzung - gab´s einmal ein (zahlbares) Hefterl der Stadt Wien, das war interessant. Ich find´s nur nimmer, auch nicht online.

Nein, das war´s nicht. DIN A4 Hochformat, 60 Seiten etwa, eher faktoid.

Würde sich eigentlich als Location für ein zeitgeschichtliches Museum eignen - deren gibts ja nicht wirklich viel in Wien.

Soweit ich informiert bin, wird der zeitgeschichtlich wertvolle Teil des genannten Flakturms konserviert und nur weniger interessante Teile als Rechenzentrum genutzt.

Ich kann dazu nur das Buch "Flakturm-Archäologie" von Marcello La Speranza, Edition Berliner Unterwelten empfehlen...

Marcello La Speranza ist aber eindeutig rechts gesinnt..

Kann man die Flaktürme nicht einfach wegreißen?

Statt irgendwelche Datencenter zur Nutzung zu erfinden, damit man Büroetagen oben drauf errichten kann wäre ich dafür die Flaktürme zu schleifen. Und sagt mir nicht: Denkmalschutz oder kann nicht abgetragen werden weil sooo stabil.
Wo ein Wille da ein Weg!

Wenn sie für die Kosten aufkommen - Wo ein Wille da ein Weg!

Denkmalschutz

Die Türme stehen def. unter Denkmalschutz, und nicht einmal der berühmte Ausspruch von Franz Beckenbauer (damals wg. des Denkmalschutzes des ungeliebten Olympiastadions in München betreffend) " Wo sind Terroristen, wenn man sie einmal braucht" würde helfen...
Es war schon ein enormer technischer (und teurer) Aufwand, im Haus des Meeres Durchgänge durch die meterdicken Aussenmauern zu fräsen. Und wer soll es bezahlen? Die, die den Bau seinerzeit finanzierten, sind glaube ich .... tot.

Kann man die Flaktürme nicht einfach wegreißen ?

VIEL zu stabil gebaut.

Als Flak-Türme waren sie darauf ausgelegt, auch Bombentreffern standzuhalten. Es hat ja einen Grund, warum sie den Krieg überdauert haben.

Soweit ich das verstehe müsste man bei diesen Türmen soviel Sprengstoff verwenden, dass dann die Nachbarhäuser durch die Explosion ebenfalls sehr schwer beschädigt werden würden.

Im Augarten hat man es eh versucht, der Turm steht aber noch heute... ;)

Sprengen, so dass das ganze Gebäude in sein Fundament zusammenfällt kannst du vergessen, außer du willst gleich den halben Bezirk einebnen. - Presslufthammer, Wandsägen, Bohrer, Teilsprengungen, usw. sind da angesagt. Das kostet ein Vermögen.

Sägen

Sägen ist bei so einem Bauwerk angesagt. Selbst dicke Atomreaktorkuppeln können so in Stücke zersägt abgetragen werden.
Auch beim Haus des Meeres wurde so die Fassade geöffnet.

im winter bohrungen durch den ganzen kasten

und das gefrorene wasser erledigt den rest

Dir ist schon klar, dass das nicht einfach nur Beton ist sondern Stahlbeton der aus mehr Stahl als Beton besteht :)

In Hamburg wurde 2011 im G-Turm des Flakturm IV eine "Tür" eingebaut - da sieht man auf den Bildern ganz gut, wie das Mauerwerk beschaffen ist:

http://www.unter-hamburg.de/fileadmin... 6/w002.jpg

Eindrucksvolles Bild, danke!

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