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London - Das Downgrade ist für David Cameron und George Osborne ein harter Schlag. Der britische Premier und sein Finanzminister haben ihren radikalen Sparkurs seit 2010 wiederholt mit dem Argument verteidigt, dass alles getan werden müsse, um Großbritanniens Spitzenrating zu erhalten. Osborne hatte 2009 als Oppositionspolitiker sogar vorgezogene Neuwahlen gefordert, weil eine Ratingagentur gedroht hatte, dem Land das Triple-A zu entziehen.
Nachdem am Freitagabend Moody's Großbritanniens Bonität tatsächlich um eine Note herabstufte (auf "AA1"), klangen die Stellungnahmen aus der Downing Street schon ganz anders: Die Abstufung sei schmerzhaft, aber die Meinung der Ratingagenturen ist nur ein Gradmesser von vielen für den Zustand des Landes, hieß es vonseiten der Regierung. Zudem würden die Ratingagenturen Standard&Poor's und Fitch Großbritannien weiterhin mit der höchsten Bonitätsnote bewerten.
Tatsächlich gehen die meisten britischen Ökonomen davon aus, dass der Verlust eines Triple-A keine negativen Folgen für die Wirtschaft haben wird. "Das Downgrade war an den Finanzmärkten erwartet worden", meinte etwa Howard Archer, Chefökonom beim Londoner Thinktank IHS Global Insight. Internationale Erfahrungen haben gezeigt, dass eine Herabstufung selbst den Schuldendienst eines Landes nicht verteuern muss: So sind die Zinskosten für die USA seit der Herabstufung des Landes durch S&P im Sommer 2011 gefallen.
Allerdings gehen Analysten davon aus, dass das ohnehin schwächelnde Pfund weiter nachgeben könnte. Gegenüber dem Dollar fiel das Pfund Sterling bereits vergangenen Donnerstag auf ein Zweieinhalbjahrestief, am Freitag rutschte es weiter ab. Auch gegenüber dem Euro gab das Pfund zuletzt nach.
Zudem ist das Downgrade, das von Moody's mit den schwachen Wachstumsperspektiven und den hohen Defiziten begründet wird, eine schmerzhafte Erinnerung an die vielen Probleme Großbritanniens. Nach einem Nullwachstum 2012 erwartet die EU-Kommission auch 2013 nur ein BIP-Plus von 0,9 Prozent. Die Arbeitslosigkeit ist seit Krisenausbruch von 5,2 auf 7,9 Prozent angestiegen, wo sie seither unverändert verharrt. Die britische Industrieproduktion ist auf dem Stand der 1990er-Jahre zurückgefallen, und mit Ausnahme des starken Londoner Finanzsektors spielt das Land im globalen Wirtschaftsleben kaum noch eine Rolle.
Daher ist es nicht verwunderlich, dass erneut Stimmen laut werden, die eine politische Kehrtwende in London einfordern. Selbst die konservative Handelskammer verlangt von Cameron laut einer in der Financial Times veröffentlichten Stellungnahme in den kommenden Monaten Investitionen in die Infrastruktur und in den "produktiven Sektor".
Osborne und Cameron kündigten dagegen an, an ihrem Sparkurs nun erst recht festhalten zu wollen. Seit Amtsantritt der konservativ-liberalen Regierung wurde bei Sozialausgaben (Kindergeld, Mietzuschüsse) eine Milliarden-Schrumpfkur durchgezogen, die Mehrwertsteuer wurde erhöht. Allein 2011 wurden im öffentlichen Sektor 270.000 Arbeitsplätze abgebaut. Bis 2018 will die Regierung einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen. (szi, DER STANDARD; 25.2.2013)
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Tja, seit Jahrzehnten haben sukzessive Regierungen fast gar nichts in das verarbeitende Gewerbe investiert, egal ob die Regierung konservativ - Tory oder "sozialistisch" Labour war.
Deutschland und auch Frankreich sind die letzten Laender in Europa, die noch eine grosse verarbeitende Industrie haben
GB produziert nichts von signifikanter Groesse (mehr). Rolls Royce Aero Engines, BAE Systems (Ruestungsindustrie) und die (japanischen) Autowerke, das wars schon.
Extrem kopflastig - der Sueden finanziert seit Jahrzehnten den Rest des Landes , vor allem der Finanzsektor. Jetzt hat auch hier die Krise voll eingeschlagen, und jetzt gibts nix, auf das man umschwenken koennte. Das wird noch lang so weitergehen
Tja, seit Jahrzehnten haben sukzessive Regierungen fast gar nichts in das verarbeitende Gewerbe investiert, egal ob die Regierung konservativ - Tory oder "sozialistisch" Labour war.
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Extrem kopflastig - der Sueden finanziert seit Jahrzehnten den Rest des Landes , vor allem der Finanzsektor. Jetzt hat auch hier die Krise voll eingeschlagen, und jetzt gibts nix, auf das man umschwenken koennte. Das wird noch lang so weitergehen
nur einen starken sektor hat.
im britischen fall eben der aufstieg des finanzsektors und der nieder gang der einst so großartigen britischen industrie.
ähnlichkeiten mit der "dutch desease" drängen sich auf
die britische Gesellschaft war schon immer extrem gespalten und klassenbewusst.
Neu daran ist, dass die Einwanderer sich nicht in die britische Gesellschaft assimilieren (gehasst wurden sie schon vor 60 Jahren, vielleicht noch viel mehr, siehe Powells "rivers of blood"), sondern ihre eigene Parallel-Unterklasse gebildet haben. Das inferiore Sozialsystem, das Nichtstun & Kinderkriegen belohnt, trägt seins dazu bei. Und dank astronomischer Studiengebühren wird das in Zukunft noch ausgeprägter sein.
exakt auf schiene der heutigen mittelschicht-fetischistens !
parallel-unterklasse...sehr oag...
auch in ö hat man noch nicht kapiert, dass das neue proletariat zu einem guten teil durch zuwanderer gebildet wurde;
dass sich die "einheimischen" nun pseudomässig in die mittelschicht retten wollen, ohne wirklich teil dieser sein zu können zeigt vor allem von einer gefährlichen entwicklung:
Solidarität geht verloren, und imo ist das der klebstoff der gesellschaft !!! kapiert nur niemend
du die britische Gesellschaft kennst.
Das ist eben meine Beobachtung. Die "autochthone" Arbeiterklasse (die heute zu einem grossen Teil nix mehr arbeitet) sucht wie überall einen Sündenbock und findet ihn wie überall in den Ausländern, die genausowenig Aufstiegchancen haben. Das Problem für beide ist die starre Gesellschaftsordnung. Aber während die Arbeiterklasse früher stolz auf ihren Status war, ist mangels Arbeit heute damit nichts mehr zu holen, und die Arbeiter- transformiert sich zu einer Unterklasse. So traurig und beunruhigend das ist.
Man muss nur ein wenig in London Spazieren gehen, um zu sehen wie diese Gesellschaft sozial gefährlich auseinander klafft. Trotzdem ist es eine Frage der Definition, wo die Grenze zwischen staatlicher und privater Leistungserbringung liegen sollte. In England ist sie in einen unmoralischen Bereich sozialer Ungerechtigkeit gerückt, Österreich könnte eine Dosis Thatcher gut gebrauchen. Nicht um den Armen etwas wegzunehmen, nicht um die Reichen reicher zu machen, sondern den Herrschaftsapparat aus Politikern, Beamten und mit ihnen verbundenen Opportunisten entsprechend einzuschränken. Die Lehrergewerkschaft würde ich der Eisernen Lady gerne sofort zum Fraß vorwerfen.
thatcher hat den konservativen ideologischen wahn eingeführt. seither lässt sich nur ein fakt beobachten:
privat liefert nur kurzfristig positive ergebnisse. und nur für eine kleine zahl von auserwählten.
sobald der wind ins gesicht bläst, darf wieder mal die allgemeinheit, die vom erlös gar nichts hatte, die rechnung bezahlen.
angeblich hat thatcher ihre weisheit zu diesem thema dem buch eines gewissen hayek entnommen. nun, dieser hayek war wissenschaftler. er hat eine wissenschaftliche these aufgestellt und würde heute dank vielfacher falsifizierung selbst am weitesten abstand davon nehmen.... nur seine minderbemittelten nachläufer glauben noch immer an den unsinn von 'privat ist besser als staat' und 'je weniger reguliert, desto besser'
Naja das GB der 80er kann ja jetzt wohl nicht als Beispielhaft gelten! Die Zustaende waren ein Witz und grundsaetzlich war die alte Maggie ein Segen. Dass sie in einigen Bereichen zu weit ging ist kein Thema aber von konservativen, ideologischen Wahn (haben sie schon mal in GB gelebt?) kann nun wirklich nicht die Rede sein.
die einfachsten wissenschaftlichen grundbedingungen sind nicht gegeben: kontrollierbare bedingungen, wiederholbarkeit der experimente, widerlegbarkeit einer these.
hayek hat eine theorie aufgestellt, und wann immer ein staat teile davon umgesetzt hat und gescheitert ist hats geheissen, "das war noch nicht liberal und dereguliert genug!". keinerlei erkenntnisse wurden daraus gezogen, keine modifikationen vorgenommen, nichts verändert.
es geht nur um macht. und es gibt nun mal viele reiche und mächtige menschen die interesse daran haben, die ideologie hayeks an die macht zu bringen - weil es sie noch reicher und mächtiger macht.
Moody's gibt österreich das bestrating von Aaa
Fitch rating seit 10. august 1994 mit AAA.
also wo gab es wegen des bösenbösen kreisky's mehrere downgrades.
nicht dass ich kreisky's politik mag.
nur bei diesem thema sollte man schon mit einer gewissen seriosität diskutieren.
Mit den Werten auf den Bankkonten? Heute gehen doch alle Gehälter u.Löhne sofort an die Banken. Wenn die in Konkurs geschickt werden, sind alle Gelder weg. Die, die es sich noch richten können, heben ihre Gelder ab und das Volk wäre wieder blöd dagestanden. Ich denke, dass man das verhindern wollte. Dass die Finanzhaie wieder daraus ihre Vorteile gezogen haben, ist ein anderer Punkt.
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