Stromlobby will Chips für Kühlschränke

24. Februar 2013, 14:30

Mögliche Blackouts sollen so verhindert werden

Berlin - Die Stromlobby will einem Zeitungsbericht zufolge die Kühlschränke der Verbraucher in der EU per Chip steuern, um mögliche Blackouts zu verhindern. Neugeräte könnten mit einem solchen Chip ausgestattet werden, der ins Übertragungsnetz "hineinhorche", sagte Gerald Kaendler vom Verband europäischer Übertragungsnetzbetreiber Entso-e der in Bielefeld erscheinenden Zeitung "Neue Westfälische" (Samstag).

Rutsche die Frequenz unter oder über eine Schwelle der für eine sichere Stromversorgung nötigen 50 Hertz, hebe der Kühlschrank von sich aus das Kühlziel an. Dies bedeute "kein zentrales Eingreifen des Stromversorgers."

Über die Pläne, die aus einem Papier von Entso-e für die EU-Kommission hervorgehen, hatten bereits die "Stuttgarter Nachrichten" berichtet. Demnach könnten Haushaltsgeräte wie Kühlschränke oder Gefriertruhen einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten: Über eine automatische Anpassung per Chip würden sie die gefährlichen Schwankungen in den Netzen ausgleichen, die zu Stromausfällen führen könnten.

In der Elektrobranche stoßen die Pläne auf Ablehnung. "Das ist ein Eingriff in die Selbstbestimmung des Verbrauchers", sagte ein Sprecher des Herstellers von Hausgeräten der Marken Bosch und Siemens, BSH, der "Neuen Westfälischen". Die "Stuttgarter Nachrichten" zitierten einen Energieexperten der Verbraucherzentrale Bundesverband: "Wir lehnen die Pläne ab, wenn sie auf Zwang basieren." Kritisiert werden auch die zusätzlichen Kosten für den Einbau eines Chips. Entso-e-Vertreter Kaendler sagte der Zeitung, er rechne pro Gerät mit Mehrkosten im einstelligen Euro-Bereich. (APA, 24.2.2013)

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Diese Idee erscheint mir sinnvoll und ausbaufähig.

Ich habe einmal den Energiekonsum unserer Haushaltsgeräte durchgemessen: Hauptfresser waren mit großem Abstand Kühlgeräte und Elektroboiler (in Summe 2/3 des ges. Verbrauchs!).
Gerade diese Geräte sind aber zugleich Speicher und können praktisch ohne Komfortverlust auch einmal ein bisschen früher oder später aktiv werden.
Bei Stromüberangebot schalten sich dann eben Kühlgeräte und Boiler ein, produzieren ein bisschen Kälte bzw. Wärme auf Vorrat, ist zuwenig Strom da, schalten sie sich ein Weilchen aus. Und das alles dezentral und ohne Datenübertragung.

Evtl. könnte man sogar auf die Smart Meter verzichten, die sind weitaus komplexer, teurer, datenschutztechnisch bedenklich und bringen mMn nicht viel mehr.

also ich hab einen kühlschrank, um die lebensmittel zu kühlen

nicht um die bilanzen der energielieferanten zu wärmen.

das konzept gabs bei nachtspeicherheizungen in verschiedenen ausprägungen, da mags ja noch sinnvoll erscheinen, weil die energie dann dezentral gespeichert wird. aber ein kühlschrank ist ein kühlschrank, ich will nicht, dass die milch sauer wird weil irgendein betrieb grad mehr produziert.

Was in der Politik die "Marktkonforme Demokratie" ist, müssen Sie persönlich und Ihr Kühlschrank mit Milch ein "Marktkonformes Privatleben" führen.

Dieses Opfer des Marktkonformen Privatlebens sollte Ihnen der Jubel um die Vorteile der EU doch Wert sein. Oder?

sinnvoll. nur sind die meisten halt zu dumm bzw. ungebildet, um das zu kapieren.

????

"Rutsche die Frequenz unter oder über eine Schwelle der für eine sichere Stromversorgung nötigen 50 Hertz, hebe der Kühlschrank von sich aus das Kühlziel an" ... bitte um nähere physikalische Erklärung...
Mein Kühlschrank ist also auf genau 50 Hz abgestimmt ??? Was machma jetzt, wenn die Spannung steigt und die frequenz runter geht oder??

Und übrigens: Die Chips halten auch im Kühlraum recht lange .. wer gibt die in den Kühlschrank?

Die 50 hz sind die netzfrequenz
Wenn sich die jetzt ändert, läuft der Kompresser jetzt schneller/langsamer, was aber für die kühlleistung wurscht ist (vermutlich < 1 %)

die 50Hz werden verwendet um die Last im Stromnetz auszugleichen
Falls Verbrauch > Produktion frequenz geht runter bzw. umgekehrt
Damit können die in den Schaltzentralen recht einfach Angebot regeln weil damit eine einfach Mess/Stellgrösse vorhanden ist

Die haben echt einen mords Klopfer, unglaublich.
Jetzt dreht sich die Welt nimmer lang.

aha

erst der kühlschrank
dann der tiefkühler
dann die waschmaschinen
dann der trockner

uups, da hat ein haushalt keinewn trockener: mist, der haut das gesamte stromversorgungs-überwachungssystem zusammen...

Wenn die Energieversorger und Netzbetreiber also gerade öffentlich zugeben, dass sie nicht mehr willens oder in der Lage sind die Versorgungssicherheit zu garantieren, dann sollte man ihnen diese Verwantwortung wieder abnehmen und alles rück-verstaatlichen. Fertig. Mal sehen wie lange die noch raunzen und Mrd. Gewinne schreiben und nebenbei die Leitungen vernachlässigen.

Naja Druck ausueben sollte man auf jeden Fall. Aber verstaatlichen ... I weiss nit, die bringen doch erst recht nichts auf die Reihe

Wenn mir die Stromanbieter den Kühlschrank stellen und mir 70% Nachlass auf die Stromrechnung gewähren würde ich mir evtl. so ein Gerät hinstellen ;)

Schließlich helfe dann ja als Privater zur Stabilisierung von DEREN STROMNETZ auf kosten MEINES STROMVERBRAUCHS! ("...hebt das Kühlziel an...").

Welch brutale schwankungen mein Külschrank der Klasse A+++ verursacht war mir nie bewusst.
Muss wohl in Zukunft ein Äuglein auf ihn werfen :)

der könnte doch gleich in den chip fürs "ablaufdatum" des geräts integriert werden.

Gerade in Mitteleuropa sind Stromausfälle an der Tagesordnung!

Diesen Chip rauchen wir ganz dringend!

Ja, rauche den chip !

Ich kaufe ein b ;-)

Die Stromlobby dürstet nach neuen Umsätzen und Aufträgen!

Ich verstehe die Aufregung nicht - es ist ein Baustein fürs Smart-Grid. Wo ist der Nachteil?

Überwachung, Sicherheitsrisiko, permanenter Funkverkehr, Gesundheitsrisiko, ...

Das Zeug SENDET, so wie der smart meter. Handys müssen nicht ohne Grund im Krankenhaus, etc abgeschaltet werden. Kinder sollen überhaupt nicht oder wenigstens nicht viel .... Nur, weil es pausenlos neue Geräte gibt, für die Langzeitstudien nicht aktuell durchgeführt werden können, heißt das noch lange nicht, daß alles paletti ist. Warum sollte der Mensch an diese nicht-natürliche Strahlung per Evolution angepaßt sein?

und sie haben gerade bewiesen, dass sie nicht lesen können.

nur zur Korrektur...
das gerät sendet NIX, passiert alles lokal (Artikel genau lesen)

Lesen's den Artikel noch einmal - vielleicht geht Ihnen dann ein Licht auf. Und das Handyverbot in Krankenhäusern ist hinterfragenswert.

Übrigens hilft weniger Paranoia bei der Beurteilung von Sachverhalten...

Na klar .... und die SAR Werte sind eh so was von überflüssig ... komisch nur, daß die teuersten und neuesten Geräte IMMER geringere SAR Werte haben, als die Vorgänger. Ist aber bestimmt nur ein Zufall. <ironisch>

Schön langsam zweifle ich, ob Sie überhaupt lesen können. Noch einmal langsam: Es wird nichts gesendet, also ist Ihr Geschwafel über SAR-Werte sinnlos.

Da sendet überhautp nix.

Es ist ein rein passives System, bei dem von den Geräten lediglich die Netzfrequenz ausgewertet wird (Stichwort 50,2Hz Problem) und bei Solaranlagen in DE bereits im Einsatz ist. Hier gibts also weder Funk, Überwachung, Datensammlung noch sonstwas die persönliche Befindlichkeit oder Gesundheit Beeinträchtigendes. Darüberhinaus ist es in Zeiten von zunehmend schwankendem Energieangebot durch Wind u. Solaranlagen durchaus sinnvoll und vorallem einfach und kostengünstig umzusetzen.

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