Jagerhofer steigt ins Paketgeschäft ein

24. Februar 2013, 14:20

Der neue Dienst bietet Autofahrern die Möglichkeit, auf ihrer Route Gegenstände für andere entgeltlich zu transportieren

Wien - Multi-Unternehmer Hannes Jagerhofer beginnt, Postdiensten Konkurrenz zu machen. Er startet im Transport-Bereich am Montag die Beta-Version der Plattform "Checkrobin.com". Diese bietet Autofahrern die Möglichkeit, auf ihrer Route Gegenstände aller Art für andere entgeltlich zu transportieren. "Ab morgen suchen wir Fahrer, in drei, vier Wochen soll die Alpha-Version starten", bestätigte Jagerhofer einen Trend-Bericht.

Er investiere inklusive Marketing eine Million Euro, erklärte Jagerhofer. Nach drei Jahren soll der Turnaround geschafft sein. Los geht es für die potenziellen Privattransporteure laut dem Unternehmer auf der Südstrecke zwischen Wien und Villach in Kärnten.

Täglich würden 49.000 Fahrzeuge auf der Südstrecken hin- und zurückfahren, so Jagerhofer. "Zu 90 Prozent sind die Autos bis auf den Fahrer fast leer - also gilt es die leeren Kubikmeter auch im Sinne der Umwelt zu nutzen." Es liege im Trend, das die "Crowd" (Masse, Anm.) selbst beginne, sich zu organisieren, auch wegen der hohen Spritkosten sei man mit der Idee "am Puls der Zeit". Vor allem auch Pendler sollen angesprochen werden, sich ein Körberlgeld zu verdienen.

24 Stunden am Tag

Zusätzlicher Vorteil sei die potenzielle Verfügbarkeit an sieben Tagen in der Woche 24 Stunden am Tag. Eine Fahrt von Wien bis Kärnten soll dem Paket-Versender rund 15 Euro kosten, sagte Jagerhofer. Der Betrag entstehe über eine Grundgebühr und die Streckenlänge. Er erhöhe sich, wenn der Fahrer das Paket direkt vom Sender abholt. Umgekehrt kann der Sender das Paket auch zum Fahrer bringen, um etwas günstiger davonzukommen. Fix ist jedenfalls, der Fahrer soll die Sendung zur gewünschten Adresse bringen.

Das Paket soll auf der Südstrecke nach spätestens sechs Stunden an Ort und Stelle sein. An sein Unternehmen werde pro Lieferung eine "Vermittlungsgebühr im überschaubaren Bereich" fließen, sagte Jagerhofer. Ein Extra-Service sei eine SMS an den Paket-Empfänger, die 30 Minuten vor der Paket-Ankunft verwendet wird. "Man muss also nicht etwa einen ganzen Vormittag zu Hause bleiben, um eine Sendung übernehmen zu können", meinte der Multi-Unternehmer.

Eine Versicherung für das Paket ist möglich, aber kein Muss, erklärte Jagerhofer. Für dieses Service kooperiere er mit einem Versicherungsunternehmen. Auch werde es Applikationen für Smartphones geben. (APA, 24.2.2013)

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da sind die richtigen "Geschäftsleute" beinander!

Wenn man die meisten Kommentare liest, kann einem nur Angst und Bange werden vor der wirtschaftlichen Zukunft in diesem Land. Wenn nicht alles vom Staat(EU) gefördert wird, wenn es nicht dafür vorgesehene zig Richtlinien, Verornungen und Vorschriften und Garantien gibt, sind die meisten Poster schon heillos überfordert mit einer Idee. Vielleicht zu viel Zeit in geschützten Bereichen verbracht? Da wird sofort einmal vor Einkommenssteuererklärungen gewarnt: wenn ich als Pendler mit der Mitnahme von Paketen einen Teil oder vielleicht zur Gänze meiner Spritkosten hereinbekomme, dann ist das doch eine spürbare Ersparnis - oder nicht? Wenn das so lukrativ wäre, dass man spürbar Einkommensteuer oder SV -Beiträge zu leisten hätte wäre das doch gut!

Klar.

Und wenn Sie so wenig verdienen, dass es sich lohnt für 10 EUR zusätzliche km und zusätzliche Zeit zu verfahren, und dann trotzdem (mit Versicherung, Gewerbeabgabe, ...) noch was überbleibt, dann haben's gut kalkuliert.

Die Frage ist aber: Wie wenig kostet Ihre Stunde, wenn nach Abzug von km-Geld, div Gebühren, etc.) noch so viel übrig bleibt dass ihre Zeit adequat bezahlt ist?

€15?

die Post ist günstiger. wie soll das dann fúnktionieren.

mit der Post kannst aber nid zB am Sonntag ne 6h Expresslieferung von Villach nach Wien durchführen, was - sofern sich dieses System durchsetzt - danach möglich wäre!
Bei solch dringenden Fällen zahlst gern die 15€, da ja DHL und Co deutlich teurer wären!
Aber wie gesagt, Voraussetzung ist, das System setzt sich durch und es gibt keine Probleme mit schwarzen Schafen unter den Paketlieferer!

bei 15€ wirds leider nicht bleiben.
denk mal du fahrst von wien nach graz und solltest dann ein kleines paket am anderen stadtende abliefern. 1h extra (hin und zurück) durch den stau, stop and go, für letztendlich 10€ reinerlös?

da hast recht! Und genau wegen solchen Fragen bin ich gspannt wann auf der HP oder sonstwo die wichtigsten Fragen beantwortet werden! Da sind einfach noch so viele Punkte offen, wird sich alles zeigen!

also

ich tipp mal, daß sobald ich einen längeren umweg fahren muss, um das paket abzuholen, auszuliefern, es sich gar nicht mehr für den fahrer rechnet. der spitpreis lässt grüßen. und ich glaub aúch nicht, daß ich dann einen abliefernachweis bekomme

DIe Post ist langsam und unverlässlich.

Und EMS etc sind nicht günstiger.

Super, dann kann man ja endlich die Pendlerförderungen kürzen.

Kann ich da auch die Oma verschicken? Weil des abholen und bringen is immer lästig... :)

das gibt es schon

nennt sich TAXI

sicher, musst halt a bissl mehr zahlen:

"Der Betrag entstehe über eine Grundgebühr und die Streckenlänge. Er erhöhe sich, wenn der Fahrer das Paket direkt vom Sender abholt."

1. Eindruck: Genial - 2. Eindruck: Naajaaaa

So schön dieses System auf den Ersten Blick auch aussieht, so skeptisch muss man hinsichtlich einiger Rahmenbedingungen sein:
- Wer haftet bei Beschädigungen?
- Wer garantiert mir dass ich zB kein verpacktes Koks liefere?
- Wie werden die Fahrer ausgewählt? Pakete werden nicht einfach an jeden x-beliebigen vergeben
- Was passiert wenn ich bei Ankunft unerwartet nicht zu Hause bin und der Paketlieferer auf der Durchfahrt ist? Muss der wieder kommen? Muss ich nachfahren?
- ...

Fragen über Fragen, aber wenn die ne Mille da reingesteckt haben werdens eventuell bald paar vernünftige Antworten drauf geben können - we'll see!

- Wer garantiert mir dass ich zB kein verpacktes Koks liefere?
- Wie werden die Fahrer ausgewählt? Pakete werden nicht einfach an jeden x-beliebigen vergeben

ich würde mein koks auch nicht von jedem x beliebigem transportieren lassen und noch viel wichtiger:

-wer garantiert mir dass mein koks auch ankommt

Die Abgrenzung zwischen Gewerbe und Gefälligkeitsdienst ist einfach und klar geregelt

Aber wenn das Herr Jagerhofer "groß" aufziehen möchte, ist das eindeutig "Gewerbe" - bleibt aber ein "Groscherlgeschäft", weil die Masse fehlen wird.

So genial dieses Projekt auch fürs Erste aussieht, so grandios wird es scheitern.

Und Speditionen werden alles tun, "Schwarztransporteure" anzuschwärzen. Und die Finanz wird ihnen - zu recht - auch auf die Zehen steigen.

Beachvolleyball ist doch schön - und Kärnten auch.
Jagerhofer, tuas lei losn ;-)

Gelebte Praxis

" Griaß Ihnan, I bin da Huaba Bauer aus'm Woldviertel. I hätt Ihna do des Packl bringan soin. Jetzt is oba so, daß mei Bua mit'n Traktor drübergfoarn is. Hob I's aufgemacht und woar die Porno DVD drinnan. Des tuat ma lad. Damit Sie oba trotzdem was kriagn und mi net schlecht beurteiln beim Rating, hob I mit meina Oidn an nettn Füm draht, den wos I jetztan bringan tät. Wauna Ihna gfoilt tuan Sie ihn bitte weitaempfheun auf Facebook, baba"

Post und Paketgeschäft...

... hätte nie privatisiert werden dürfen. Die hohen Versandkosten, die Unsicherheiten, die lange Beförderungsdauer bei billigen Tarifen usw. macht es vielen KMUs unmöglich, zu überleben. Speziell in Österreich, wo die Tarife der privaten Postanbieter ohnehin höher sind als anderswo. Diese Privatisierung war ein Fehler, ein schwerer Schlag für Österreichs Wirtschaft und gehört RÜCKABGEWICKELT. Auch wenn das Ausland kocht.

Wie das Ganze begonnen hat

In den 80ern traten erstmals private Anbieter wie DHL oder TNT auf den
Plan. Mit unsäglich hohen Tarifen (20-fache der üblichen Postgebühren). Die Idee, die damals bereits in den Hinterköpfen dieser US-Unternehmen steckte: Irgendwann werden die Staaten privatisieren (müssen), dann machen "wir" den Tarif (u. nicht der jeweilige Staat). Das geschah dann auch indem ein bisschen politisch nachgeholfen wurde. Und dann der Wink mit dem Zaunpfahl.
Sonderbarerweise ist niemandem aufgefallen, dass man mit einer solchen Politik prima die Wirtschaft bestimmter Länder von außen manipulieren kann. Man setzt die Schraube an ("Österreich ist ein gebirgiges Land, daher müssen unsere Tarife angehoben werden etc) und schon geht die Post ab..

"In den 80ern traten erstmals private Anbieter wie DHL oder TNT auf den
Plan. Mit unsäglich hohen Tarifen (20-fache der üblichen Postgebühren). Die Idee, die damals bereits in den Hinterköpfen dieser US-Unternehmen steckte"

DHL gehöhrt zur Deutschen Post
TNT ist ein niederländisches Unternehmen

tnt ist die holländische post.

???

So einen Unsinn schreibt doch kein Unternehmer. Wer kann das Anstellen in einer Postfiliale über das Abholen der Pakete in der Firma stellen? Wie soll das bei mehreren Paketen überhaupt funktionieren? Und wer es nicht schafft, einen guten Pakettarif rauszuhandeln, der sollte seine unternehmerische Tätigkeit einer kritischen Analyse unterziehen.

Echt spaßig.

Glauben sie im Ernst, eine kleine Firma mit ein paar Leuten kann den privaten Postdienst dazu bewegen, dort die Pakete abzuholen und eine "guten" Tarif auszuhandeln? Die einzigen Nutznießer dieser Postpolitik sind Großunternehmen.

Abholung ist ein Standardservice.

Diese Postpolitik...

... ist großartig gescheitert. Chaos pur. Ein österreichischer ebayer oder sonstiger Netzanbieter hat z.B. keine Chance mit anderen europäischen Anbietern zu konkurrieren, außer es geht um kostenintensiven Waren. DHL hat z.B. hier längst den günstigeren Express-Tarif eingestellt. Wenn das Ganze nicht so absurd wäre, käme Jagerhofer nicht auf diese Geschäftsidee...
Man sollte die öffentliche "Post" neu gründen, die Boten die zu Hungerlöhnen bei diversen Privatanbietern arbeiten, vernünftig anstellen (ohne Privilegien!), und das Ganze ordentlich fördern und organisieren.

hast recht

schöne grüße ans Gelbe^^

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