Tausende palästinensische Häftlinge in Israel in Hungerstreik

24. Februar 2013, 13:21
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Nach überraschendem Tod von jungem Palästinenser

Ramallah/Jerusalem- Mehrere Tausend palästinensische Häftlinge in israelischen Gefängnissen sind am Sonntag in einen eintägigen Hungerstreik getreten. Sie wollen gegen den Tod eines ihrer Kameraden am Vortag in dem Gefängnis Megiddo protestieren.

Arafat Jaradat war nach offiziellen israelischen Angaben in der Haftanstalt in Nordisrael an einem Herzinfarkt gestorben. Von palästinensischer Seite wurde gemutmaßt, der Mann sei während der Verhöre getötet worden. Der palästinensische Regierungschef Salam Fayyad forderte, die "wirklichen Gründe" für den Tod des Häftlings offenzulegen. Die Palästinensische Autonomiebehörde in Ramallah forderte eine unabhängige Untersuchung. Die israelischen Behörden kündigten eine Autopsie unter Beteiligung der palästinensischen Seite an.

Foltervorwürfe

Der 30-Jährige war am 18. Februar festgenommen worden. Er sei zu dem Zeitpunkt nach Angaben seiner Familie bei bester Gesundheit gewesen, meldete die palästinensische Nachrichtenagentur Maan. Die Familie erhob nach Informationen der Zeitung "Jediot Achronot" den Vorwurf, Jaradats Herz habe infolge von Folter durch die Israelis versagt.

Der Tod des Vaters von zwei Kindern, dessen Frau schwanger ist, hat die sich seit Tagen aufbauenden Spannungen im Westjordanland weiter verschärft. Erneut demonstrierten am Sonntag Hunderte Palästinenser in der Umgegend von Hebron für die Freilassung von vier seit Monaten hungerstreikenden Häftlingen aus israelischer Haft. Am Vortag war zudem ein Palästinenser durch Schüsse israelischer Siedler schwer verletzt worden.

Auch israelische Zeitungen widmeten sich am Sonntag dem Fall des verstorbenen Häftlings. Die der Regierung nahestehende Zeitung "Israel Hayom" warnte vor "Unruhen und Zusammenstößen", die Zeitung "Maariv" berichtete, die Behörden befänden sich in einem erhöhten "Alarmzustand". (APA, 24.2.2013)

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