Machtwechsel bei Präsidentenwahl auf Zypern

24. Februar 2013, 20:00

Anastasiades neuer Präsident - 57,5 Prozent für konservativen Politiker - Ex-Gesundheitsminister Malas geschlagen

Nikosia - Der konservative Politiker und Sparkurs-Befürworter Nikos Anastasiades wird neuer Präsident von Zypern. Der 66-Jährige erhielt bei der Stichwahl am Sonntag nach offiziellen Angaben 57,5 Prozent der Stimmen und siegte damit über Ex-Gesundheitsminister Stavros Malas. Erste Aufgabe des neuen Staatschefs wird es sein, ein Hilfspaket der Eurostaaten für das schwer angeschlagene Zypern zu verhandeln.

Zypern hatte im Juni eine Anfrage auf Hilfe aus dem Eurorettungsfonds gestellt und benötigt nach eigenen Angaben rund 17 Milliarden Euro, vor allem für seine angeschlagenen Banken. Erhält der Staat keine Hilfe, droht ihm die Pleite. Die Euro-Finanzminister hatten entschieden, über den Antrag erst nach der Wahl eines neuen Staatschefs entscheiden zu wollen.

"Scheideweg"

Der pro-europäische Anastasiades, der gute Beziehungen zur deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat, hatte sich im Wahlkampf für strikte Sparmaßnahmen ausgesprochen, um die Vorgaben der internationalen Gläubiger zu erfüllen. Zypern befinde sich an einem "Scheideweg", sagte der Chef der konservativen Demokratischen Sammlungsbewegung (Disy) bei der Stimmabgabe in der Küstenstadt Limassol. "Diese Wahl markiert den Beginn einer neuen Ära für Zypern."

"Die kommende Regierung steht vor großen Herausforderungen", konstatierte auch Malas bei seiner Stimmabgabe. Der 45-jährige Genforscher war erst 2011 in die Politik eingetreten und wurde im Wahlkampf von der kommunistischen Akel-Partei des äußerst unbeliebten scheidenden Präsidenten Demetris Christofias unterstützt.

Am Abend gestand Malas seine Niederlage kurz vor Veröffentlichung der offiziellen Ergebnisse ein. "Jetzt brauchen wir Geschlossenheit", sagte er in seiner Wahlkampfzentrale. "Aber wir werden strikt alles kritisieren, was den Interessen des Volkes oder des Landes widerspricht." Malas war im Wahlkampf für eine Entschärfung der Sparauflagen eingetreten.

Zyperns Wirtschaft war 2012 um 2,3 Prozent geschrumpft. Für das laufende Jahr wird mit einem Rückgang um 3,5 Prozent gerechnet, eine Erholung nicht vor 2016 erwartet.

Insgesamt waren 545.000 Bürger zur Wahl aufgerufen. In Zypern herrscht Wahlpflicht, und theoretisch sind Bußgelder von mehreren hundert Euro möglich. Das entsprechende Gesetz wurde zuletzt jedoch zunehmend selten angewandt.

Vollkommen in den Hintergrund getreten ist im Zuge der Diskussion um die Krise das politische Schicksal der immer noch geteilten Insel. Zypern ist seit einem griechischen Putsch und einer anschließenden türkischen Militärintervention 1974 geteilt. Die internationale Gemeinschaft setzt darauf, dass der Wahlsieger schon bald die stockenden Verhandlungen über eine Wiedervereinigung mit dem türkischen Nordteils Zyperns vorantreibt.(APA, 24.2.2013)

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Paradox

angeschlagene Banken in Zypern brauchen Unterstützung. Also wirklich - die Banken in Zypern waschen mehr Geld als die Schweiz und Lichtenstein zusammen und jetzt bekommen sie noch Unterstützung

Ist aber eine gewagte Aussage, darf ich wetten d Sie nicht Recht haben ?

Warum löst man Zypern nicht einfach auf?

Südteil an Griechenland, Nordteil an Zypern und gut ist es. Die Zyprer sehen sich ohnehin großteils als ethische Griechen oder Türken.

Also den Nordteil an Zypern ? Genauso wird es kommen, Sie muessen nur etwas warten!

ethnische....

nicht ethische!

Und wer

sollte eine "Auflösung" durchführen?

Ok

Bei dem Posting habe ich echt gepfuscht.
- natürlich ethnisch...
- Nordteil an die Türkei
- die Zyprer sollen sich darauf einigen, dann hätten sie die Streitereien los.

Sie haben nicht gepfuscht sondern unbewusst die Wahrheit gepostet

Ethische Griechen gibt es nur wenige.

Psychologisieren in Foren geht, so wie hier, immer daneben.

Danke Frau Merkel

dass Sie mit Ihrer Ankündigung, den Zypernbesetzer Türkei für den EU Beitritt zu unterstützen, das Zypernproblem samt ESM einer neuen Zerreissprobe aussetzen! Ich verstehe jetzt, dass viele EU Bürger es satt haben, wieder unter der deutschen Knute zu stehen!
Sie treiben, zumindest Österreich betrifft, Europa erfolgreich in die Arme der Rechtsfundamentalisten und EU Gegner!
Zypern sollte zuerst die Korruption glaubhaft bekämpfen, dann seinen Status als Steueroase für EU-Wirtschaftsverbrecher aufgeben und erst dann kann über den ESM gesprochen werden. Das sollte übrigens für alle EU Staaten gelten!

Falsch zugehört

Merkel sieht einen EU Beitritt der Türkei nach wie vor skeptisch. Er liegt sowieso in weiter Ferne, da einige Referenda von Mitgliedsländern dies verhindern werden.
Also, viel Lärm um nichts.
Das Ganze hat mit der Griechen-Zypernpleite gar nichts zu tun, denn die Massnamen welche die Eurozone hier setzen wird um die Pleite noch abzuwenden wird eine gemeinsame Entscheidung Europas sein, ob man das nun für gut heisst oder nicht.

Ich glaube nicht, dass das eine gemeinsame Entscheidung der EU Länder sein wird!

Der Beitritt Zyperns (griechischer Teil) war ein ganz schlechte und übereilte Aktion der EU. Ich denke, dass dahinter der neoliberale Flügel der EU stand, der Zypern als offizielle Steueroase ( siehe Volksbanken u.a. dem einfachen Bürger nicht bekannte "gerettete" österreichische Banken) installiert hat. Ich bin der Meinung, dass erst alle Schwarzgeldkonten von EU Bürgern und Institutionen öffentlich bekannt gegeben werden müssen, bevor Rettungsgelder nach Zypern fließen

meine letzte Information entnahm ich der ZEIT:

"Vor ihrem Türkei-Besuch plädiert die Bundeskanzlerin dafür, die Verhandlungen über den EU-Beitritt des Landes voranzutreiben. Auch Westerwelle fordert mehr Tempo."

Gleichzeitig hat sich Merkel

skeptisch über die Beitrittsaussichten geäussert.

"Auf Knien" werde ein Kanzler einst nach Ankara robben, um die Türkei zur EU-Mitgliedschaft zu bewegen, sagt der Brüsseler Kommissar Günther Oettinger.

Sarkozy ist weg, und Merkel wird auch nicht für immer ihren Status behaupten können!

Was hat eine Präsitentenwahl auf Zypern

eigentlich mit Macht, bzw. einem Machtwechsel zu tun.

Wenn eine kommunistisch orientierte Regierung

durch eine rechtskonservative Partei abgelöst wird ist das ein Machtwechsel, nicht nur in Zypern.

Nein, das ist die Konterrevolution

den annan-plan

haben die süd-zyprioten ja abgelehnt, seitdem geht da politisch wenig weiter..

Die Wähler haben Vernunft bewiesen. Ein gutes Omen für Italien?

Was Griechenland mit Zypern verbindet:

http://mediathek.daserste.de/sendungen... hlen-keine

Es sind nicht nur die Bürger, sondern auch ähnliche steuerliche Regeln. In Zypern sind wenigstens 4% fällig, während die reichsten Griechen gar nicht zahlen müssen. Die Steuern sind aber sozusagen der Lohn des Staates. Und wer keinen Lohn erhält, kann auch seine Schulden nicht begleichen.

Vieleicht gelingt es...

den neuen Präsidenten die ganze Insel in eine Bessere Zukunft zu führen. Aber vieles wird von der Türkei abhängen! Einem Land welches in die EU will aber ein Mitglied der EU nicht anerkennt! Wird es weiterhin nicht tun. Hofiert jetzt doch Merkel und Westerwlle Erdogan. Kein gutes Omen...., denn geleistet hat bis heute die EU in Richtung Wiedervereinigung nichts! Die EU eine Wertegesellschaft.......

Es waren die griechischen Südzyprioten, die den Annan-Plan abgelehnt haben und die türkischen Nordzyprioten den Launen der Türkei auslieferten und in eine völkerrechtliche Grauzone stießen.

Die EU hat das Problem geschaffen

indem sie eine geteilte Insel als Mitglied aufnahm. Sie hat keinerlei Handlungsmöglichkeit, ausser beide Inselstaaten einigen sich.

welches problem hat die eu geschaffen?

die türkische invasion in zypern fand lange vor dem beitritt griechenlands oder zyperns zur eu statt. und den annan-plan zur wiedervereinigung, kurz vor dem eu-beitritt, haben die griechischen zyprioten abgelehnt. und griechenland wiederum hätte gegen die gesamte erweiterung 2004 sein veto eingelegt, hätte die eu zypern daraufhin auf die warteliste gesetzt. und der beitritt der mittel- und osteuropäischen staaten war wichtiger als zypern.
und die türkei: wurde so lange von der eu bezüglich mitgliedschaft hintangehalten, dass die inzwischen eigentlich gar nicht mehr wollen, die ihre wirtschaft floriert und sie regional inzwischen auch einen recht bedeutenden status haben...

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