Siedler greifen Palästinenserdorf im Westjordanland an

23. Februar 2013, 18:54
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Gewalt nahe von Nablus

Nablus - Jüdische Siedler und palästinensische Dorfbewohner haben sich im Westjordanland gewalttätige Auseinandersetzungen geliefert. Nach übereinstimmenden Augenzeugen-Berichten griffen Siedler aus Esh Kodesh am Samstag in der Nähe von Nablus Bewohner eines palästinensischen Dorfes an. Die Bewohner der von Israel nicht genehmigten Siedlung gingen gegen Ölbäume der Palästinenser vor und warfen mit Steinen. Außerdem gaben sie demnach Schüsse ab, durch die ein Palästinenser verletzt wurde. Israelische Soldaten schritten schließlich ein und trennten beide Seiten mit Hilfe von Gummigeschoßen. Dadurch seien zwei Palästinenser verletzt worden.

"An den Auseinandersetzungen beteiligten sich 200 Palästinenser und etwa 25 israelische Zivilisten", erklärte eine israelische Armeesprecherin. Aus Militärkreisen wurde zudem bestätigt, dass die Siedler Schusswaffen einsetzten. Seit Beginn des Jahres kommt es im Westjordanland vermehrt zu Auseinandersetzungen zwischen Siedlern und Palästinensern.

Blockierter Friedensprozess

Die israelische Siedlungspolitik in den palästinensischen Gebieten ist einer der Hauptgründe dafür, dass der Nahost-Friedensprozess seit geraumer Zeit auf Eis liegt. Im besetzten Westjordanland leben rund 340.000 israelische Siedler. Hinzu kommen 200.000 Bewohner von Siedlerblöcken im annektierten Ostteil Jerusalems, wo weiterhin 270.000 Palästinenser wohnen. Es existieren auch zahlreiche von der israelischen Regierung nicht genehmigte Siedlungen.

Die internationale Staatengemeinschaft betrachtet alle jüdischen Siedlungen in den Palästinensergebieten als illegal und erkennt auch nicht die Annektierung Ost-Jerusalems durch Israel 1967 an. (APA, 23.2.2013)

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