Hanekes "Amour" räumt Césars ab

  • Haneke konnte bei der Verleihung nicht anwesend sein, er flog zeitgleich nach Los Angeles, wo am Sonntag die Oscars verliehen werden.
    foto: apa/schlager

    Haneke konnte bei der Verleihung nicht anwesend sein, er flog zeitgleich nach Los Angeles, wo am Sonntag die Oscars verliehen werden.

  • Kevin Costner erhielt den Ehren-César für sein Lebenswerk, Emmanuelle Riva den César als beste Hauptdarstellerin.
    foto: reuters/platiau

    Kevin Costner erhielt den Ehren-César für sein Lebenswerk, Emmanuelle Riva den César als beste Hauptdarstellerin.

Französischer Filmpreis für besten Film, beste Regie, beste Hauptdarsteller und bestes Drehbuch - Auch "Independent Spirit Awards" für Österreicher

Paris/Los Angeles/Wien - Michael Hanekes Film "Amour" ("Liebe") hat im Rennen um den französischen Filmpreis César abgeräumt. Er erhielt die Auszeichnungen für den besten Film, die beste Regie und das beste Drehbuch, auch die Hauptdarsteller Jean-Louis Trintignant und Emmanuelle Riva wurden prämiert.

Damit hat "Amour" die fünf wichtigsten Auszeichnungen bei den französischen Filmpreisen erobert. Dieses Kunststück gelang erst einmal, und zwar François Truffaut im Jahr 1981 mit dem Film "Le Dernier Métro". Insgesamt war "Amour" für zehn Cesars nominiert gewesen. Das Drama eines alten Ehepaars, dessen Liebe durch Krankheit und Alter auf die Probe gestellt wird, geht am Sonntag in Los Angeles mit fünf Nominierungen ins Rennen um die Oscars.

"Argo" bester ausländischer Film

Als bester ausländischer Film wurde der Polit-Thriller "Argo" unter der Regie von Ben Affleck ausgezeichnet. Der US-amerikanische Filmemacher, Schauspieler und Drehbuchautor war bei der Zeremonie am Freitagabend in Paris nicht anwesend. Er ließ sich durch eine Vertreterin entschuldigen, die sich in seinem Namen beim französischen Kino und Publikum für die Anerkennung bedankte, sie sei eine besondere Ehre für einen amerikanischen Filmemacher.

Der Film über die spektakuläre Befreiung von US-Geiseln aus dem Iran 1979 gehört zu den Mehrfach-Nominierten im Rennen um die Oscars, die an diesem Sonntag in Los Angeles vergeben werden. Dort hält sich Ben Affleck derzeit auf. Auch Michael Haneke konnte wegen der Oscars bei der Preisverleihung in Frankreich nicht anwesend sein. Erschöpft, aber gut gelaunt ist der österreichische Starregisseur Michael Haneke am Freitagabend (Ortszeit) in Los Angeles angekommen. Die Gratulationen zu den fünf Cesars für "Amour" (Liebe), die während seines Fluges in Paris vergeben wurden, nahm Haneke unmittelbar vor einem Empfang der Academy of Motion Picture Arts & Sciences gerne entgegen, vor den Oscars am Sonntag bleibt er indes gelassen. "Man muss der Sache entspannt entgegensehen", sagte er vor Journalisten.

"Wenn man herkommt, erwartet sich jeder, der nominiert ist, einen Oscar", wollte Haneke aber seine Erwartungshaltung nicht schmälern. "Ob man ihn auch kriegt, ist eine andere Frage. Das werden wir sehen, lassen wir uns überraschen." Als "Krönung" will er einen möglichen Oscar jedoch nicht verstanden wissen: "Das sind immer große Worte. Natürlich wäre es schön und würde mich sehr freuen." Was am Sonntag geschehe, könne er aber ohnehin nicht mehr beeinflussen.

"Independent Spirit Awards"

Auch in der Nacht auf Sonntag gewann Haneke einen weiteren Preis: "Amour" wurde bei den "Independent Spirit Awards" als "bester ausländischer Film" geehrt. Es handelt sich dabei um Hollywoods Alternativauszeichnung für Filmproduktionen, die nicht mehr als 20 Millionen Dollar gekostet haben. (red, APA, 22.2.2013)

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