Parlamentswahlen in Dschibuti

22. Februar 2013, 21:16
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Erste Ergebnisse am Samstag - Seit Freitagmittag keine Telefonverbindungen mehr

Dschibuti - Die Bürger im nordostafrikanischen Dschibuti haben am Freitag ein neues Parlament gewählt. Erstmals trat die Opposition mit einer gemeinsamen Liste an, die Wahl im Jahr 2003 hatte sie noch aus Protest gegen die nach ihrer Auffassung ungerechte Listenverteilung boykottiert. Die Partei von Präsident Ismael Omar Guelleh verfügt seitdem über alle 65 Sitze im Parlament. Zu dem Urnengang waren knapp 174.000 Stimmberechtigte aufgerufen. Mit ersten Ergebnissen wird am Samstag gerechnet.

Einwohner hatten am Vormittag noch telefonisch von einem ruhigen Verlauf gesprochen. Später dann waren alle Verbindungen unterbrochen. Ein Oppositionssprecher vermutete in Paris, dass alle Netze gekappt worden seien.

Präsident Guelleh steht seit 1999 an der Spitze der ehemaligen französischen Kolonie. Der 65-Jährige ist erst der zweite Staatschef seit ihrer Unabhängigkeit im Jahr 1977. In einer Fernsehbotschaft rief er alle Wahlberechtigten auf, für seine "Union für eine Mehrheit des Präsidenten" (UMP) zu stimmen.

Dschibuti liegt strategisch wichtig am Zugang zum Roten Meer. In dem Kleinstaat befinden sich anderem die größten Militärstützpunkte Frankreichs und der USA in Afrika. (APA, 22.2.2013)

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