Einbrecher in Vorarlberg gefasst: "Was wir gemacht haben, geht auf keine Kuhhaut"

22. Februar 2013, 19:52
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Einbrechertrio verübte Einbrüche, raubte Bankomat - und verprasste im Bordell

Bregenz - Die Vorarlberger Polizei hat einem dreisten Einbrechertrio das Handwerk gelegt. Drei Männer im Alter von 18, 23 und 29 Jahren verübten seit vergangenem Jahr 60 Einbruchdiebstähle, erbeuteten dabei Bargeld in Höhe von 160.000 Euro und richteten einen Gesamtschaden von 307.000 Euro an. Das Geld gaben die geständigen Täter für ihren Lebensunterhalt aus - und im Bordell, erklärte die Polizei am Freitag.

Diebstahl eines Bankomaten

Die aufsehenerregendste Tat war der Diebstahl eines Bankomaten im Bregenzerwald, den die Männer mit einem Pkw aus der Verankerung rissen und anschließend zwei Kilometer durch den Ort schleiften.

Die mutmaßlichen Diebe aus Lochau und Hohenweiler (Bezirk Bregenz) waren seit Jänner 2012 aktiv, insbesondere aber seit vergangenem Oktober. Damals häuften sich die Einbrüche in Firmen und Geschäfte im Großraum Bregenz und im Bregenzerwald, intensive Ermittlungsarbeit führte die Polizei schließlich zu den Tätern. Bei ihrer Festnahme am 13. Februar hätten sich die Männer wenig überrascht und gefasst gezeigt, berichtete Chefinspektor Karl-Heinz Dietrich. "Was wir gemacht haben, geht auf keine Kuhhaut", habe einer der Beschuldigten beim Polizeieinsatz des Landeskriminalamts und des Einsatzkommandos Cobra gesagt.

Zehn Einbrüche pro Nacht

Die Männer hatten es laut Dietrich praktisch ausschließlich auf Bargeld abgesehen. In Vorarlberg stiegen sie 40-mal in Gebäude ein (Schaden: 250.000 Euro), im benachbarten Deutschland 20-mal (Schaden: knapp 60.000 Euro). Allein in der Nacht vor der Festnahme verübten sie zehn Einbrüche, darunter auch in ein Schützenheim in Sigmarszell (Bayern), wo sie zehn Luftdruckwaffen stahlen.

Diese konnten bisher nicht sichergestellt werden, so Dietrich. Teilweise gingen die Männer noch in den Einbruchsnächten ins Bordell, von dem gestohlenen Geld sind lediglich 1000 Euro übrig.

Dreiste Vorgehensweise

Dietrich und Stefan Schlosser, Stellvertretender Leiter des Landeskriminalamts, skizzierten die Dreistigkeit der Männer anhand einiger Beispiele. Der Tresorraub in Doren habe etwa in unmittelbarer Nähe zu einer Faschingsveranstaltung stattgefunden. Bei einem Unternehmen in Weiler (Bezirk Feldkirch) wollten die Männer ebenfalls einen Geldschrank aufschneiden. Als dies misslang, hoben sie den Safe mit einem Hubstapler auf einen firmeneigenen Pritschenwagen und fuhren damit auf und davon. "Sie waren im Hinblick auf den Sachschaden sehr rücksichtlos", so Dietrich. (APA, DER STANDARD, 23./24.2.2013)

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