Med-Uni Innsbruck äußert schwere Bedenken an Medizin-Fakultät Linz

Betriebsratsvorsitzender fürchtet Studienplatzreduzierung

Innsbruck/Linz - Es gibt nur zwei Möglichkeiten und beide seien gleichsam problematisch - Martin Tiefenthaler, Betriebsratsvorsitzender der Medizinischen Universität Innsbruck äußert schwere Bedenken an einer möglichen Medizin-Fakultät in Linz: Denn entweder, die Gesamtzahl an Studienplätzen werde erhöht oder in den anderen Universitäten die Studierendenanzahl reduziert.

Im ersten Fall, so sei bisher nicht bedacht worden, büße Österreich die 75-Prozentquote für inländische Studierende ein, die gegenüber der EU mit den im Inland benötigten Medizinern argumentiert werde. "Bei uns bewerben sich jährlich ungefähr 2400 Personen aus Deutschland und 400 Inländer. Man kann sich vorstellen, was ohne Quote passieren würde", sagt Tiefenthaler.

Müssten im zweiten Fall die anderen Standorte ihre Anzahl an Studienplätzen reduzieren, habe das wiederum Auswirkungen auf die Qualität der Patientenversorgung und der klinischen Wissenschaft - da der Abzug auch weniger Lehrpersonal und Universitätsärzte bedinge.

"Politiker aller Couleurs haben sich auf die neue Fakultät eingeschworen, obwohl Experten die drei vorhandenen als ausreichend erachten", sagt Tiefenthaler. Der Vorschlag sei ein "hochriskantes Spiel" , das die "ohnehin delikate Situation" an den Universitäten weiter verschlechtern könnte. (Katharina Mittelstaedt, DER STANDARD, 23./24.2.2013)

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