Steuersparen: Skilehrer von Trenkwalder

22. Februar 2013, 18:01
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Innsbruck – Eine "supersaubere Lösung" sei das Modell der Firma Trenkwalder, sagt der Chef der Skischule Total in Ehrwald, Peter Larcher. Er bekomme und rechne seine Skilehrer schon den dritten Winter über Liechtenstein ab. "Weil es so einfach ist", sagt Larcher. Trenkwalder sei so eine Art "Lohnverrechnungsbüro". Rechtlich sei alles in Ordnung, nach dem Arbeitskräfteüberlassungsgesetz. Die Konstruktion sei von Tiroler Gebietskrankenkasse (TGKK) und Skilehrerverband geprüft worden. Ein steuerlicher Vorteil sei allerdings, dass in Liechtenstein Diäten und Fahrten nicht zu versteuern seien. Die Löhne seien also höher als in Tirol, ein Skilehrer verdiene jedenfalls pro Monat 1200 Euro netto. Mit Leiharbeit habe das Ganze aber nichts zu tun, findet Larcher.

Gerade im Tourismus sei es wichtig, flexibel zu sein. Er wissen wegen Schneelage und Buchungssituation oft am Sonntag nicht, wie viele Skilehrer er am Montag brauche. Mittlerweile habe Trenkwalder bis zu 1500 Skilehrer für Tirol im System. Wenn er diese für seine Skikurse kurzfristig einsetzen wolle, seien sie unkompliziert an- und abzumelden, bei TGKK und beim Finanzamt. Das funktioniere per Mausklick. 30 Skischulen würden ihre Personal ebenfalls schon über Trenkwalder organisieren. Auf die Arbeitsbedingungen der Skilehrer hätte das System aber keinerlei Auswirkungen, ein Vergleich mit Amazon-Bedingungen sei nicht zulässig, sagt Larcher. In Deutschland hatte Trenkwalder gegen das Arbeitskräfteüberlassungsgeschäft verstoßen. Bei Amazon waren schlechte Arbeitsbedingungen für Leiharbeiter bekanntgeworden. (ver, DER STANDARD, 23.2.2013)

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