Amazon: Ex-Leiharbeiterin relativiert TV-Bericht

22. Februar 2013, 17:05
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Spanierin, die nun in Hotel arbeitet, fand Verpflegung der Arbeiter dort "sehr gut" - Kollegen fühlten sich von Securities provoziert

Eine ehemalige Leiharbeiterin von Amazon Deutschland relativiert den Fernsehbericht über die schlechten Arbeits- und Lebensbedingungen der ausländischen Zeitarbeiter, der seit Tagen für heftige Diskussionen sorgt. "Vieles ist zwar wahr, aber vieles ist auch sehr verdreht dargestellt", sagte die spanische Kunstlehrerin, die in der Doku mehrfach zu Wort kam, dem "Kreisanzeiger".

Es sei richtig, dass es über die Einschaltung der Zeitarbeitsfirma und die Arbeitsverträge mit geänderten Lohnzahlungen Irritationen gegeben habe. Dass aber die Unterbringung im Hotel Seepark Kirchheim so schlecht gemacht worden sei, sei ihr sehr unangenehm. "Wenn ich mich hier nicht wohlgefühlt hätte, würde ich doch nicht hier arbeiten wollen", wird sie zitiert. Die Spanierin arbeitet seit November im Seepark-Hotel.

Verpflegung der Arbeiter dort "sehr gut"

Die Reporter hätten offenbar nur das Negative sehen wollen und in dem Bericht dann ihre Sätze aus dem Zusammenhang gerissen und mit weiteren, eigenen Erklärungen versehen. Die Leiharbeiter seien in dem Hotel "sehr gut" verpflegt worden, und es sei nicht richtig, dass sie mehr oder weniger eingesperrt wurden, so die Frau.

Die Security sei allerdings tatsächlich von vielen als problematisch angesehen worden. Sie selbst habe keine Probleme mit den Aufsehern gehabt, andere jedoch hätten sich durch das Auftreten der Sicherheitsleute provoziert gefühlt und teilweise auch aggressiv auf deren Anweisungen reagiert - dann sei es zu den Problemen gekommen, wie in dem Fernsehbeitrag gezeigt. Laut ARD stehen die Mitarbeiter der Firma namens H.E.S.S. der rechtsextremen Szene nahe. Das Unternehmen hat diesen Vorwurf bereits zurückgewiesen. Amazon hat sich inzwischen von dem Sicherheitsdienst getrennt. Mit der österreichischen Leiharbeitsfirma Trenkwalder arbeitet der Versandhändler hingegen noch zusammen.

Sachbeschädigungen für die Versicherung

Andreas Engelhoven, Geschäftsführer des Seeparks, sagte dem Bad Hersfelder "Kreisanzeiger", dass die Zeitarbeitsfirma auf der Security bestanden habe, um etwaige Sachbeschädigungen für die Versicherung zu dokumentieren. Allerdings sei es falsch, dass die Sicherheitsleute eigenmächtig die Ferienwohnungen kontrolliert hätten. Weder hätten sie die Schlüssel noch das Hausrecht dazu gehabt. Begehungen der Wohnungen hätten ausschließlich in Begleitung von Hotelmitarbeitern stattgefunden, im Rahmen des normalen Housekeepings. "Von Thor-Steinar-Kleidung oder anderen Hinweisen auf eine rechtsgerichtete Gesinnung haben weder ich noch meine Mitarbeiter etwas mitbekommen, das hätten wir auch nicht toleriert", wird Engelhoven zitiert. Der Fernsehbericht habe dem Seepark sehr geschadet. (APA, 22.02. 2013)

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