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Ernst Gelegs (52) baute ab 2000 das Büro Budapest auf, das heute unter seiner Leitung als Osteuropabüro des ORF dient. Als ORF-Korrespondent berichtete er davor aus London und aus Krisengebieten wie dem Irak, Syrien oder Nordirland.
STANDARD: Ungarns Regierung wertet penibel aus, wie ausländische Medien über das Land berichten. Wie ergeht es Ihnen als zuständigem Korrespondenten?
Gelegs: Die Regierung hat mit allen Mitteln versucht, mich mundtot zu machen und vom Informationsfluss abzuschneiden. Ich habe Viktor Orbáns Pressechef Bertalan Havasi darauf hingewiesen, dass Gesprächsverweigerung kritische Berichterstattung im ORF nicht verhindert.
STANDARD: Ihren Vorgesetzten soll man private Mails vorgelegt haben.
Gelegs: Das hat mich sehr irritiert: Ungarns Botschafter hat Chefredakteur Fritz Dittlbacher und Auslandschef Andreas Pfeifer private Mails vorgelegt, in denen ich mich mit „Grüße aus dem Orbán-Land" verabschiede. Damit wollte er offenbar nachweisen, dass ich aggressiv gegen Ungarn bin und nicht mehr objektiv berichte.
STANDARD: Steht der ORF in dem Punkt hinter Ihnen?
Gelegs: Zu 100 Prozent, sowohl der Chefredakteur als auch der Generaldirektor: Alexander Wrabetz hat die Kritik in einem Brief an den Botschafter zurückgewiesen. Und er hat mich als für Ungarn zuständigen Korrespondenten verlängert – vermutlich gegen die Hoffnung der dortigen Regierung. Die hat bei ausländischen Medien weniger Eingriffsmöglichkeiten als bei den inländischen. Wenn schon bei uns so heftig interveniert wurde, kann man ermessen, wie es ungarischen Medien geht.
STANDARD: Den Rundfunk hat Ungarn drastisch zurechtgestutzt.
Gelegs: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk Ungarns ist völlig demontiert. In den Redaktionen gibt es Formulierungsvorgaben – so darf etwa das Wort Sparmaßnahmen nicht vorkommen.
STANDARD: Erinnert an Orwells "1984".Und die privaten Medien?
Gelegs: Medien wie Magyar Hirlap und Magyar Nemzet sind der Regierung ohnehin ergeben. Journalisten sehen sich als treue Diener der Regierung, deren Wahrheit sie veröffentlichen. Kritische Medien wie Népszabadság erhalten weniger und weniger Inserate von staatsnahen oder staatlichen Betrieben wie den Lotterien. Auch private Unternehmen, die etwa auf öffentliche Aufträge hoffen, überlegen sich lieber dreimal, in regierungskritischen Medien zu schalten. Ungarns Zeitungen hängen sehr stark von Werbung ab. Ich weiß von Journalisten, dass Herausgeber bei Chefredakteuren nachfragen, ob dieser kritische Artikel nun wirklich notwendig ist.
STANDARD: Mit Erfolg?
Gelegs: HVG, vergleichbar mit profil, oder Népszabadság berichten kritisch. Aber man weiß als Leser natürlich nie, was sie noch berichten hätten können.
STANDARD: Der ORF hat Sie als Korrespondent verlängert – wie Sie vermuten, entgegen der Hoffnung der ungarischen Regierung.
Gelegs: Das war möglicherweise das Kalkül. Mangels Erfolg hat Ungarn die Strategie nun vernünftigerweise geändert. Kommunikationsstaatssekretär Ferenc_Kumin hat Kontakt aufgenommen – und auf einmal bekommen wir wieder Interviews. Das heißt nicht, dass wir uns vereinnahmen lassen – ich bleibe kritisch. Die ersten Anzeichen im professionellen Umgang sind aber vielversprechend.
STANDARD: Kritik an Ungarns Regierung trug Ihnen auf der öster_reichischen rechten Seite „unzensuriert.at" eine Verhöhnung ein. Unternehmen Sie etwas dagegen?
Gelegs: Diese Propagandabeauftragten haben eine Veranstaltung völlig falsch dargestellt. Ziel ist es, die Glaubwürdigkeit kritischer Journalisten zu untergraben und damit die ihrer Kritik. Meine Anwältin sagt, das bewege sich leider noch in den Grenzen zulässiger Werturteile. Aber ich werde jetzt auf einer eigenen Homepage darstellen, wie es wirklich war. Am besten mit der Schlagzeile: "unzensuriert.at blamiert sich mit Bericht über Ungarn-Korrespondenten." (Harald Fidler, DER STANDARD, 23./24.2.2013)
Ernst Gelegs (52) baute ab 2000 das Büro Budapest auf, das heute unter seiner Leitung als Osteuropabüro des ORF dient. Als ORF-Korrespondent berichtete er davor aus London und aus Krisengebieten wie dem Irak, Syrien oder Nordirland. Im Bild rechts die große Demo für Pressefreiheit in Budapest im Oktober 2012.
Anfang Juni legt der ORF in einer Klausur fest, wo 2014 75 Millionen gekürzt werden. 30 für Befreiungen von Gebühren verweigert die Republik vorerst. Über eine weitere Resolution für die Refundierung streiten die Stiftungsräte
Ex-Skirennläufer Schönfelder und Musical-Paar Shaki/Perman weiter
Er fände es dennoch "richtig", wieder "bei so etwas Großem mitzumachen
Boston Consulting referiert ORF-Forderungen (laut ORF) als "Kernergebnisse" ihrer Strategiearbeit - Versorgungsauftrag: Social Media, Mobile und Crossmedia-Vermarktung - Mehr Onlinewerbung
Wehdorn nach STANDARD-Infos: Kompatibel mit Denkmalschutz - ORF im ersten Quartal 2013 über Plan: Herbstevent fix - Wo fehlende Gebühren ORF helfen
Das Ergebnis (EGT) der ORF-Mutter lag im ersten Quartal bei minus 10,4 Millionen Euro und damit um 3,4 Millionen besser als geplant
ORF-Generaldirektor gegen festgelegte Quote für bestimmte Programmbereiche
Mit zwölfeinhalb Minuten Redezeit liegt Österreichs ältester Jungpolitiker in den drei wichtigsten TV-Nachrichten vorn
Der Frauenanteil in ORF-Debatten stagniert. Weil sie zu passiv sind, sagt Robert Stoppacher. Weil der ORF zu lasch ist, sagt die Grüne Judith Schwentner
Donnerstag berät der Stiftungsrat die künftige Unternehmensstrategie des ORF
Steigende Arbeitslosigkeit für das zweite Halbjahr erwartet - Angespannt aufgrund ORF-Gebührenrefundierung
Neues Telekommunikationsgesetz kommt - ORF-Techniktochter will der Media Broadcast Konkurrenz machen
Reaktion: "Wir müssen jeden verfügbaren Euro in originäres österreichisches Programm investieren"
Prominente interpretieren ab 12. Mai immer sonntags die sieben Hauptlaster
Im Vergleich deutlich mehr Zuschauer bei Salzburg-Wahl - Durchschnittlich 421.000 Zuschauer
Gerfried Sperl antwortet auf Armin Wolfs Gastkommentar über die Reform des ORF
Programmbeiträge in Fernsehenund Radio von Freitag bis Sonntag
ORF-Chef Wrabetz will "brachliegendes Familiensilber" verkaufen - 20 bis 30 Prozent des Einsparungsziels durch Einmalerlöse - Deutliche Quotenrückgänge will er "genau analysieren"
Kleinerer und unabhängiger Stiftungsrat, Verlängerung der Gebührenrefundierung, Haushaltsabgabe und Einbindung in Newsroom-Planungen
Landesstudios sollen in Tochtergesellschaften umgewandelt werden
Sie war bisher für das Online-Angebot des ORF-Landesstudios Wien verantwortlich
Auch künftig am Wochenende zu sehen - 25-jähriges Jubiläum mit Tag der Landesstudios am kommenden Samstag
Das Programm beschäftigt derzeit Medienbehörde und Bundeskommunikationssenat
Bundeskommunikationssenat folgt der Behörde: ORF habe kein angemessenes Verhältnis von Information, Kultur, Unterhaltung und Sport eingehalten. Wrabetz zieht vors Höchstgericht
Schüler beim Lehrer denunziert. Doch in Orbanistan und bei seinen Apologeten ist Denunziation eine Ehrensache. Wenn Ernst Gelegs nicht pariert und auch über die Schattenseiten Ungarns berichtet, dann verdient er laut diesen "Ehrenmännern", dass der ungarische Botschafter seine privaten mails (wobei es interessant wäre zu erfahren, wie er in deren Besitz gelangt ist) an seine Vorgesetzten sendet.
Es ist wie bei den Nationalsozialisten und den Stalinisten, jedes Mittel ist Recht um Kritik zu unterdrücken.
hinzuzufügen wünschenswert ist), und es nicht bloß wünschenswert, sondern notwendig ist, wir bestehen darauf, den Bürgern und Bewohnern eines Staates nicht schon im Vornherein einen Maulkorb zu verpassen (damit man mich nicht mißversteht: den Menschen, die die demokratische Meinungsfreiheit gröbstens mißbrauchen (ein Understatement), ruhig weiterhin einen Riegel vorschieben - und darüberhinaus. )
Five golden stars generell und besonders für zwei Worte im letzten Absatz, leider muß ich mich fragen, ob ich überhaupt spezifizieren soll, welche. Ist es nicht schon ein Risiko, überhaupt auf den letzten Absatz einzugrenzen? Das muß sicher sein "Die Freiheit, die sie meinen". Die Rache derjenigen, die meinen, Freiheit müßte z.B. darin bestehen,
{($$*ß?3!-Lüge/n und hetzerische Propaganda zu verbreiten (die Freiheit der Politik, die BürgerInnen ihres Landes zu täuschen und zu belügen? Die Freiheit, an die niedrigsten Instinkte zu appellieren? Die Freiheit, den Bürgern Informationen, Denkanstöße, Bildung vorzuenthalten? Die Freiheit, ihnen nun statt Arbeit und Emotionen für den utopischen kommunistischen Staat Arbeit, Religion und Emotionen für den utopischen national(sozial)istischen Staat von oben her zu verordnen? Mit ähnlichen Mitteln schon...es schaut für den nationalistischen Traumtänzer wie ein klarer Gegensatz zum Kommunismus aus!?)
Gut, dass Ernst Gelegs offen davon gesprochen hat, mit welchen Mitteln hier ein "Diplomat" ihn hat unmöglich machen wollen. Und wie immer es die Apologeten drehen, Ungarn steckt trotz aller Erfolgsmeldungen von V. Orbán in einer tiefen Krise. Hunderttausende verlassen das Land, darunter ca. 100 Ärzte monatlich. Die völkische Fidesz deckt und schützt die offen rassistische und antisemitische Jobbikpartei. Wenn der ORF ernst genommen werden will dann muss er auch über diese ungarischen Probleme berichten. Ungarische Filme hatten einmal Weltruf. Heuer konnten sie keinen einzigen Film zur Berlinale nominieren und es fiel zum 1mal seit Jahrzehnten auch das Budapester Filmfestiva aus.
Und die Apologeten schauen noch überheblich auf AT herab.
a) über ungarn wird im orf immer negativ berichtet (oder haben sie in den letzten jahren was positives/ausgewogenes gehört?)
b) in ungarn gibt es die zensur wohl kaum in dem ausmaß. gelegs´argumente lass ich nicht gelten. wieso sollten denn unternehmen die von öffentlichen aufträgen leben überhaupt inserieren? die öffentlichen aufträge werden in ungarn alle ausgesschrieben, dort kann man die auftraggeber persönlich überzeugen. der grund für die sinkenden einnahmen der népszabadság (die wie eh und je immer gegen den orbán ist egal was er macht) dürften wohl die sinkenden leserzahlen sein.
b) positiv/ausgewogen können dafür Sie sein, aber bitte mit glaubwürdigen Quellenangaben. Aus Ungarn dürfte es in demokratischer Hinsicht nur bedenkliche Nachrichten geben und die Europäer sind besorgt.
c) ich weiß nicht wie es in Ungarn ist; aber bei uns heißt hoffen auf, hoffen auf; und leben von, leben von. Was soll das? Ich nehme übrigens an, dass die Unternehmen auch AUF private Aufträge HOFFEN und auf mehr Aufträge hoffen dürften, würden sie es noch wagen, in regierungskritischen...a.s.o.
Grüß Gott
(von mir).
ist schön, dass Sie es bekennen, aber warum schreiben Sie dann zum Thema?
Wie jeder, so halten auch Sie jene Quellen für "glaubwürdig" denen Sie ihr Glauben zuschenken belieben. Verstossen Sie ja nicht gegen die Regeln ihres Glaubens! Es könnte zum Erwachen führen!
für die Intellektuellen bedeutet es "nach präzisen (z.B. wissenschaftlichen, künstlerischen o. ä.) Maßstäben gewissenhaft, streng prüfend und beurteilend",
für den nach emotionaler Empörung lechzenden Poster bedeutet es "negativ beurteilend; eine negative Beurteilung enthaltend";
aber beide Bedeutungen sind laut Duden korrekt.
na dann ist wohl beides richtig und wenn man sich die berichterstattung des orf über ungarn anschaut wohl eher zweiteres anzuwenden. da sie diesen kontext nicht erkannt haben und ich nicht nach emotionaler empörung lechze bzw sie es mir vorgeworfen haben ohne es wissen zu können (sie haben sich quasi eines vorurteiles bedient) würde ich sie nicht als intellektuell bezeichnen. somit müssten wir ihrer definition nach eh einer meinung sein.
Es ist nicht beides richtig in diesem Kontext und der Duden sagt über die VERWENDUNG, den GEBRAUCH eines Wortes etwas aus aber nicht über die Verhältnismäßigkeit der Verwendung, selten über den Ursprung der jeweiligen Verwendungsart (d.h., von welchen Personen oder -gruppen diese Verwendungsform stammt - und wieso). Manchmal finden Sie einen Hinweis auf die Umgangssprachlichkeit der V., das ist aber auch ca. alles.)
Und wer sich so kurz, aber nicht bündig, sondern v.a. emotionell ausdrückt wie Sie, ohne die geringste Mühe anzuwenden, sollte sich dann nicht wundern.
Der Duden ist ja schließlich für Bedeutungen, die von Menschen mit totalitären Tendenzen (die, denn man sollte sie nicht böswillig mißverstehen, durch sich in deren traumatisierter Vergangenheit permanent streitende Eltern einem besonderen Bedürfnis an Harmoniesucht ausgeliefert sind*) einem Worte zugeschrieben werden, nicht verantwortlich.
*) Was die Herrschsucht der Herrenmenschen ganz und gar ausreichend erklärt.
Menschen mit besonderen Bedürfnissen aber sollten wir freundlich-tolerant liebend gegenüberstehen, - aber mit Bestimmtheit, denn man muß kindlichen, deshalb autoritären Gemütern ihre Grenzen deutlich zeigen. (Strache, so scheint es, wird von allen böswillig mißverstanden, seinen eigenen Anhängern inklusive.)
Gelegs: "Der öffentlich-rechtliche Rundfunk Ungarns ist völlig demontiert. In den Redaktionen gibt es Formulierungsvorgaben – so darf etwa das Wort Sparmaßnahmen nicht vorkommen."
Gibt es solche Sprachregelungen des Radio Niederösterreich oder im ORF? Wenn ja, bitte die Beweise vorlegen.
Wäre Gelegs einer derjenigen kritischen Ungarn, die Orbán & Regime kritisieren, dann würde man ihn glatt als Vaterlandsverräter hinstellen.
Montesquieu: "Jeder Bürger ist verpflichtet, für sein Vaterland zu sterben, aber niemand, für es zu lügen."
Die Journalisten der staatlichen Medien in Ungarn sind verpflichtet zu lügen und Ungarns Botschafter zu denunzieren. Diese Methoden zeigen was das für ein Regime ist.
Nichts verstehen,
Chef von Niederesterreich immer stolz, weil nix lesen. In Magyarország wir schmeissen täten auf Misthaufen (so wie machen Tschechen). János bácsi immer macht Witz über Esterreicher: Esterreicher haben zwei Bücher. Bibel und Sparbuch.
Damit bestätigt der ungarische Botschafter, dass Ungarn kein demokratisches Land mehr ist. Denn wie kommt private mail aus Ungarn in die Hand des Botschafters.
Und er, der sich wie ein Elefant im Porzellanladen benimmt, bestätigt auch, dass Ernst Gelegs unbestechlich ist. Denn in der Regel versuchen diese "konservativen" Herrschaften in Budapest ausländische Korrespondenten zu bestechen. Das gelingt nur selten, daher berichten die Medien sehr kritisch über Orbanistan.
Wenn hier die Apologeten des Orbánregimes Gastarbeiter, Steinbohrer und Schweiss uns belehren wollen, dass Gelegs nicht objektiv berichtet, so bestätigt das gerade, dass er auch darüber berichtet, was die ungarische Regierung am liebsten verschweigen würde.
Zwischen "verrecke" und "verschwinde" liegt ein ganz wesentlicher Unterschied und wenn 1. Übersetzung, von ein- und demselben Journalisten bei rechten Demonstranten verwendet wird und die 2. bei linken Demonstranten, müsste dies eigentlich den Selbst-Rücktritt zur Folge haben, denn es stellt sich dann die Frage, ob ein Journalist ev. seine private politische Präferenz von seiner Aufgabe als Journalist nicht zu trennen vermag. Peinlich und disqualifizierend wäre es jedenfalls.
Der ehem. dt. Topjournalist Hajo Friedrichs sprach einmal davon (was man als Kriterium für einen (guten, d.h. objektiven) Journalisten anwenden kann): "sich mit keiner Sache gemein machen, auch nicht mit einer guten"
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