Therapie statt Strafe: Wie mit Drogensucht umzugehen ist

  • "Für sachfremde Erwägungen ist in der Drogenpolitik kein Platz": Coffeeshop in Maastricht.
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    "Für sachfremde Erwägungen ist in der Drogenpolitik kein Platz": Coffeeshop in Maastricht.

Aus gegebenem Anlass: Stefan Schumacher und Richard Soyer, zwei Spezialisten der Materie, liefern Fakten, die nicht im Suchtmittelgesetz stehen

Sucht und die wegen ihr begangenen Straftaten sind nicht nur ein Problem der Betroffenen, sondern eines der Gesellschaft als Ganzes. Über mögliche Lösungsstrategien haben Politik und Fachleute gerade in der vergangenen Woche wieder öffentlich gestritten. Im Vordergrund stehen Kriminalitätszahlen und die Diskussion über den Umgang mit drogenabhängigen Straftätern.

Kriminalitätsstatistiken allein sind jedoch nur bedingt aussagekräftig. Mehr polizeiliche Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Suchtmittelgesetz sagen zunächst wenig darüber aus, ob tatsächlich mehr Drogendelikte begangen werden.

Denn Suchtmitteldelikte sind sogenannte Kontrolldelikte, das heißt, sie werden zumeist von der Polizei selbst entdeckt; die Beweismittel für ein Strafverfahren werden gleich mitgeliefert. Das heißt aber auch, dass der polizeiliche Anzeigenanfall durch die Steuerung der polizeilichen Kontrollintensität unmittelbar beeinflusst wird. Bisher unentdeckte Taten werden aufgedeckt.

Sucht ist nicht gleich Kriminalität

Das Suchtproblem lässt sich nicht auf die Kriminalitätsfrage reduzieren, sondern hat medizinische, gesundheitsökonomische und soziale Dimensionen. Unser Beitrag möchte zur Versachlichung der Debatte beitragen. Wir werden Zahlen und Fakten vorstellen und versuchen, grundlegende Missverständnisse aufzuzeigen. Dabei stützen wir uns auf eigene mehrjährige Forschungsprojekte zum Umgang mit Drogensucht und suchtbedingter Kriminalität, die wir gemeinsam mit einem Team von Medizinern, Juristen, Kriminologen und Gesundheitsökonomen aus Österreich, Spanien und Polen in den vergangenen Jahren durchgeführt haben.

Laut dem "Bericht zur Drogensituation in Österreich 2012" haben etwa dreißig bis vierzig Prozent der jungen Erwachsenen in Österreich schon einmal Cannabis konsumiert, zwei bis vier Prozent Ecstasy, Kokain und Amphetamine, maximal zwei Prozent Opiate, unter anderem Heroin. Der Konsum illegaler Drogen ist typischerweise auf eine kurze Lebensphase beschränkt, bei circa dreißigtausend Personen in Österreich wird aber von einem problematischen Opiatkonsum ausgegangen.

Zehnmal mehr Alkoholabhängige

Dies bedeutet, dass in der Altersgruppe von fünfzehn bis vierundsechzig Jahren von eintausend Personen etwa fünf bis sechs Personen, also ein halbes Prozent, betroffen sind. Zehnmal höher, nämlich auf fünf Prozent, wird die Zahl der Alkoholabhängigen in Österreich geschätzt.

Die aktuelle Debatte um Drogenkriminalität und Substitutionstherapie bestätigt ein zentrales Ergebnis unserer Forschung: Ein sachgerechter Umgang mit Drogensucht und Drogenkriminalität wird durch unzureichende Kommunikation zwischen Juristen und Medizinern erschwert.

Schon die Prämissen von Medizinern und Juristen unterscheiden sich wesentlich: Aus medizinischer Sicht wird zwischen bloßem Substanzgebrauch sowie Substanzmissbrauch und Substanzabhängigkeit unterschieden. Der bloße Substanzgebrauch ist medizinisch irrelevant. Substanzmissbrauch und Substanzabhängigkeit hingegen sind psychiatrisch diagnostizierbare Erkrankungen. Sie sind behandlungsbedürftig.

Legale und illegale Suchtmittel

Der Strafgesetzgeber differenziert anders: Strafrechtlich ist nicht primär die Unterscheidung zwischen einem bloßen Gebrauch potenzieller Suchtmittel und einer Suchterkrankung von Bedeutung. Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen legalem und illegalem Umgang mit Suchtmitteln. Koffein, Nikotin und Alkohol fallen in keinem Fall unter das strafrechtliche Suchtmittelregime.

Cannabis, Kokain, Amphetamine und Opiate, sogenannte psychotrope Stoffe und Drogenausgangsstoffe werden vom Suchtmittelgesetz erfasst. Ist der Umgang mit ihnen nicht ausnahmsweise erlaubt (Herstellung von Arzneimitteln, medizinische Behandlung), so ist jeglicher Umgang mit diesen Substanzen strafbar. Ob eine Suchterkrankung vorliegt, wird erst relevant, wenn es zu entscheiden gilt, wie weiterverfahren wird.

Grundsatz "Therapie statt Strafe"

Hier bietet das Suchtmittelstrafrecht ein fein abgestuftes System, um in Abhängigkeit von einer Gewöhnung des Täters an Suchtmittel und der Schwere der ihm zur Last gelegten Tat aus dem Strafverfahren auszusteigen und ihm therapeutische Hilfe zukommen zu lassen. Es gilt der Grundsatz "Therapie statt Strafe". In der Praxis betrifft der weitaus größte Teil der Suchtmitteldelikte den bloßen unerlaubten Umgang mit Suchtmitteln. In diesen Fällen wird häufig frühzeitig vom Strafverfahren in eine sogenannte gesundheitsbezogene Maßnahme übergeleitet.

Strafe bis hin zur Haft kann das Suchtproblem als Krankheit nicht (allein) lösen. Denn Sucht ist eine chronische Erkrankung. Wie andere chronische Erkrankungen erfordert sie langfristige therapeutische Behandlung. Das Ziel heißt Abstinenz von illegalem Beikonsum, negiert aber nicht, dass bei Opioidabhängigkeit eine Substitutionstherapie langfristig angelegt sein muss.

Auch ein Rückfall ist Ausdruck des chronischen Charakters der Suchterkrankung und bedeutet nicht das generelle Fehlschlagen einer gesundheitsbezogenen Maßnahme. Wird nicht therapiert, sind bei einer Abhängigkeit von illegalen Drogen häufig erneute Tatbegehung und Strafe vorprogrammiert.

Suchtmitteldelikte verursachen hohe Kosten

Die Strafverfolgung von Verstößen gegen Suchtmittelkriminalität bindet erhebliche personelle und finanzielle Ressourcen. Allein in Wien sind nach unseren Erhebungen im Jahr 2011 mehr als elf Millionen Euro Kosten für die polizeiliche Tätigkeit zur Verfolgung und Prävention von Suchtmittelkriminalität aufgewendet worden.

Man muss sich bewusstmachen, dass etwa ein Viertel aller Inhaftierten, etwas mehr als 2000 Personen, auch wegen eines Suchtmitteldelikts inhaftiert sind. Zumeist kommen jedoch begleitende Kriminalitätsformen hinzu, die häufig den Ausschlag für die Verurteilung zu einer Strafhaft geben. Die Haftkosten für diese Personen summieren sich auf etwa 74 Millionen Euro pro Jahr.

Substitutionsmittel fallen kaum ins Gewicht

Nicht alle dieser Inhaftierten sind selbst suchtkrank. Bei jenen aber, die es sind und deren Taten unter die Begleit- oder Beschaffungskriminalität fallen, besteht die Chance, durch gesundheitsbezogene Maßnahmen den Kreislauf von Sucht, Kriminalität und Strafe zu durchbrechen. Gegenüber den Kosten von 100 Euro je Hafttag fallen die durchschnittlich 3,30 Euro an Kosten für Substitutionsmittel, die je Substituiertem in Haft aufgewendet werden, kaum ins Gewicht. Das in den Justizanstalten zunehmend von diesen Möglichkeiten der Therapie Gebrauch gemacht wird, ist zu begrüßen.

Wo es möglich ist, sollten aber Strafe und Haft vermieden werden. Eine Therapie in Haft ist mit weiteren Schwierigkeiten verbunden. Häufig fehlt es an einem adäquaten Übergangsmanagement bei der Haftentlassung. Bricht die Therapie ab, ist eine erneute suchtbedingte Straffälligkeit vorprogrammiert. Die Substitutionstherapie wird regelmäßig ambulant und allenfalls mit einem kurzen stationären Aufenthalt durchgeführt.

Die Kosten für einen Tag stationären Aufenthalts betragen durchschnittlich 260 Euro, in der Spitze aber mehr als 1000 Euro, die Durchschnittsdauer solcher Aufenthalte liegt knapp über 20 Tagen. Die durchschnittlichen jährlichen Behandlungskosten einer Suchterkrankung werden auf ca 4800 Euro pro Person und Jahr geschätzt.

Berufsgruppen müssen besser kommunizieren

Es muss bei Polizei und Justiz das Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass Sucht eine chronische Erkrankung ist. In einer empirischen Untersuchung haben 2012 nur neun Prozent aller befragten Polizisten und nur elf Prozent aller befragten Richter und Staatsanwälte eine lebenslange Substitutionstherapie als angemessenen Umgang mit Opioidabhängigkeit angesehen, hingegen waren 81 Prozent aller befragten Mediziner und Therapeuten für lebenslange Substitutionserhaltungstherapie. Ganz offensichtlich muss die interdisziplinäre Kommunikation zwischen Medizinern und Juristen, die mit Sucht und Suchtmittelkriminalität befasst sind, verbessert werden.

Gesundheitsbezogene Maßnahmen packen das Problem der Suchtmitteldelinquenz an der Wurzel, während Bestrafung und Haft auf die Folgen der Suchterkrankung fokussieren. Es gilt, die Möglichkeiten zum Ausstieg aus der Strafverfolgung und Strafvollstreckung durch sachgerechte Anwendung des Grundsatzes "Therapie statt Strafe" effektiv umzusetzen.

Wir müssen Interdisziplinarität und die offene Kommunikation aller beteiligten Berufsgruppen einfordern, um den Kreislauf von Sucht, Delinquenz und Strafe zu durchbrechen. Für sachfremde Erwägungen ist in der Drogenpolitik kein Raum. (Stefan Schumacher und Richard Soyer, Album, DER STANDARD, 23./24.2.2013)

Stefan Schumacher ist Studienassistent, Richard Soyer Universitätsprofessor an der Johannes-Kepler-Uni Linz sowie Rechtsanwalt in Wien. Gemeinsam haben sie 2012 im Neuen Wissenschaftlichen Verlag (Wien, Graz) das Buch "Therapie statt Strafe. Gesundheitsbezogene Maßnahmen bei Substanzabhängigkeit und Suchtmittel(straf)recht" herausgegeben.

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Was wieder einmal nicht gesagt wird

Es ist die psychische Abhängigkeit das Problem. Die körperliche bekomme ich schnell weg aber die psychische dauert fast ewig. Fairerweise sollte man auch erwähnen es werden nur Personen abhängig deren Leben nicht stabil verläuft. Ich durfte öfters live beiwohnen wie Leute es nur zum Spaß genommen haben aber nie davon abhängig wurden(Haftanstalt)

Naja, mein Leben ist alles andere als stabil und trotzdem bin ich weder Alkoholiker, Raucher noch abhänging von Drogen die gegen das Gesetz verstossen.

Mit dem Rauchen habe ich sogar aufgehört vor Jahren.

Es hat nichts mit stabilem Leben zu tun sodern eher wie stabil man selber ist.

Ich persönlich sehe es so, alles negative was mir im Leben passiert sehe ich als zusätzliche Lebenserfahrung und alles positive wird als angenehme Errinnerung abgespeichert.

Schön gesagt und stimmt. Stabiles Leben = stabile Psychische Verfassung

Ja, es ist eine chronische Krankheit.

Es ist halt die Frage, ob inwieweit sie ansteckend ist.

Wenn an jedem Giftler-Ort jedem Kind die Substis angeboten werden, die die Giftler gratis geschenkt bekommen, IST sie ansteckend.
Daher:
Ja und jederzeit Substititutionstherapie, aber NUR in Saft-Form und bei strenger Aufsicht.

Natürlich werden die Giftler und ihre Lobby dagegen wüten, weil so den Giftlern ihre Einkommensquelle abhanden kommt. Aber andere anfixen ist ist schlicht nicht akzeptabel.

jemand der das wort giftler in solch inflationärer häufigkeit verwendet, hat in der regel keine ahnung und ist, wie soll man das ohne beleidigung sagen, ein schlechter mensch.

Welche Visionen haben sie denn?

Können sie auch nur einen einzigen dokumentierten Fall nennen, wo Kindern Substitol-Tabletten gratis angeboten wurden oder sind sie eine ÖVP/FPÖ-Kampfposterin?
Diese Tabletten haben einen hohen Schwarzmarkt-Wert dank der hochschwelligen Abgabe. Das verschenkt kein Junkie.
Heranwachsenden muss man keine Drogen schenken. Die ersten Erfahrungen werden zu 99% im Freundeskreis gemacht.

ihre Wortwahl ist fürchterlich!

Kranke Menschen als 'Giftler' zu beschimpfen zeugt von einem hohen Maß an Unwissen.

An Ihrem Post sieht man schon...

dass Sie den absoluten Durchblick haben. Z.B. Es ist nicht eben leicht, retardierende Medikamente in Saftform zu verabreichen.

Eine täglich mehrmalige Einnahme von Medikamenten unter strenger Aufsicht? Wie denn?

Aaaaaahhh, ich weiss, wenn man diese Menschen wegsperrt, dann kann man die Medikation auch einfacher und vor allem viiiiiel strenger beaufsichtigen. So war´s wohl gemeint, nicht?

Ich will niemanden einsperren.

Ich will, dass die Mehrheit Nicht-Giftler seine Ruhe hat, und dass die Giftler ihre Krankheit nicht auch noch anderen anhängen, indem sie ihre Substis verkaufen.
Leider ist das Verhalten vieler Giftler schlicht asozial. Wer sich so verhält, hat keinen Anspruch darauf, als Kranker behandelt zu werden.

Wenn sich Giftler nicht so verhalten können, wie andere Kranke, ja, dann bin ich dafür, sie strenger zu behandeln. Die Welt dreht sich nicht nur um Giftler und ihre Lobby. Wenn ich die Wahl hab zwischen vergammelten U-Bahnstationen voll mit Giftlern, die Jugendlichen ihre Substis verkaufen und es total bequem haben, und andererseits sauberen, sicheren U-Bahnen, und die Giftlern habens ein bissl weniger bequem, dann bin ich für zweiteres.

mich schauderts vor ihnen! ... verstehen sie nicht das dieses verhalten teil der krankheit ist ... und suchtkranke personen als "giftler" zu betiteln ist schlicht weg normativ und zeugt von ignoranz ihrerseits ... auch sollte man mal betrachten aus welchem milleau suchtkrankheit entsteht dann werden sie schnell sehen, dass dies im überwiegenden maße ein soziales problem ist und nicht ein idividuelles

Wie auch immer.

Wenn ich chronischen Durchfall habe, kann ich auch nicht irgendwo hinmachen, auch wenn das bequemer ist.
Wenn Leute ihre Medikamente verscherbeln, ist das keine Therapie.
Und mir graust vor diesem weltfremden Ideologie-Blabla vom sozialen Problem, nachdem jeder Schuld ist, außer der, ders macht. Offensichtlich werden Menschen unter den exakt selben Problemen für gewöhnlich NICHT Drogenkrank. Vermutlich hat dem heute Drogenkranken ein damals Drogenkranker etwas verkauft, um seine Droge zu bekommen. Die Krankheit hält sich selbst am Leben. Und jetzt unterstützt von den Verteilern der Substis, die die Kranken verscheppern.
Es ist nicht zuviel verlangt, dass das unterbunden wird, indem Substis unter Aufsicht genommen werden.

Sie sind Wienerin, richtig?

Österreich wird wohl wieder das letzte Land sein, dass eine geordnete Legalisierung einführt.

Warum?

Weil es schon immer so war.

Da die Kriminalisierung dieser Pflanze ein wirtschaftlicher war, wird sich, solang Geldgeile, Machtbesessene und Kapitalisten im Parlament sitzten, wirklich nichts ändern.

Zuerst müsste man das Volk richtig aufklären. Nur schaffen es unsere Politiker immer wieder, solche Aufklärungen schon im Keim zu ersticken, bzw. wirst man gleich als süchtiger hingestellt, wenn man sich für liberalere Drogengesetzte einsetzt.

Ich persönlich würde das "Amsterdamer Modell" begrüßen:
Staatlich kontrolierter Verkauf mit "GreenCards" um den Drogentourismus schon im Keim zu ersticken.
So kann sich die Exekutive auf wichtigeres konzentrieren, Kosten würden gesenkt und Arbeitsplätze geschaffen.

Aber wie du schon gesagt hast, das dauert noch Generationen

Krankheit?

Erstaunlich, wie heftig die Reaktionen sind, weil ich es merkwürdig finde, Sucht als eine Krankheit anzusehen. Arroganz? Überlegenheit? Ganz im Gegenteil, ich bin selbst ein Betroffener und empfinde tiefes Mitgefühl. Ich habe einen tiefen Einblick in die Behandlung psychisch Kranker gewonnen und auch mitbekommen, wie entsetzlich machtlos sämtliche medizinische Disziplinen angesichts von Suchtprozessen sind. Sucht hat eine ganz spezifische, wie ich meine, nahezu dämonische Qualität. Aber das passt nicht in eine Gesellschaft, in der Kontrolle und Wissenschaftlichkeit das oberste Paradigma ist. Sucht ist eine Form von Besessenheit, der mit den Methoden der Medizin nicht beizukommen ist. Die Misserfolge sprechen für sich.

Das Problem liegt in der Definition von Sucht. Wann ist jemand süchtig nach etwas.

DIESE Gesellschaft ist in dieser Hinsicht auch noch ziemlich hinten nach.

CRAVING... das kriegt man auch mit alkohol hin ;)

heiß und kalt gleichzeitig
angst
tausend ameisen unter der haut
todmüde und total aufgekratzt
schlaflos
kalte schweißausbrüche
muskelbrennen
depressionen
übelkeit
hunger und kein appetit
zittern
trauer
perspektivenlosigkeit
krämpfe
schuldgefühle
.
.
.

legalize it don't criticize it !

and I will advertise it

eine grundsätzlich Frage...

Jene die bewußt Suchtgift zu sich nehmen (und um Einwände gleich vorweg zu nehmen, dazu zähle ich auch Alkohol), aus welchen Gründen auch immer, tun das freiwillig. OK, akzeptiert, freie Entscheidung.

Die sich (mit sehr großer Wahrscheinlichkeit) ergebenen Kosten für Therapie, Kriminalität, medizinische Versorgung etc. darf dann doch die Allgemeinheit tragen.

Wie schaut es hier mit der Eigenverantwortung aus?

ich sehe da nur in seltenen fällen ein individuelles problem in der regel ist dies ein soziales problem und sucht eine logische nebenerscheinung unserer gesellschaft

falsch!

der immer gleich funktionierende arbeitsame effiziente mensch existiert höchstens in diversen internet foren. es kann schneller gehen als sie denken, dass sie am rande ihrer eigenen existenz und sogar persönlichkeit ankommen.

es kann uns wirklich alle treffen! jederzeit!

vor einigen jahrzehnten wären sie damit alleine dagestanden. heute bewegen wir uns in einer solidargemeinschaft. bitte versuchen sie zu verstehen, dass diese art der gesellschaft für alle besser ist. anstatt, dass diese menschen versuchen alleine durchzukommen, mit allen negativen konsequenzen auch für die restliche bevölkerung, gibt es für einen geringen kostenbeitrag, sicherheit und das Gefühl im Ernstfall nicht alleine da zu stehen.

Würde Eigenverantwortung forciert sein

gäbs keine Krankenversicherung, Sozialversicherungen, selbst Steuern und der ganze Verwaltungsstaat wäre weg, wir brauchten auch keine Politiker und keine Gesetze und schon gar nicht Beamte die einem irgendwas vorschreiben, wenn es 100% Eigenverantwortung geben würde.

Das System ist nicht darauf aus, dass der Mensch Eigenverantwortung übernimmt.
Jeder Cent den man abgibt, an versicherungen und Steuern ist abgabe der Eigenverantwortung.

100% Eigenverantwortung ist wenn man es genau nimmt schon kriminell - also gar nicht erwünscht/erlaubt.

Ausser man versteht unter Eigenverantwortun Systemkonformität aber dass ist dann keine Eigenverantwortung.

eine grundsätzlich Frage...

Jene die bewußt raffinierten Zucker zu sich nehmen, aus welchen Gründen auch immer, tun das freiwillig. OK, akzeptiert, freie Entscheidung.

Die sich (mit sehr großer Wahrscheinlichkeit) ergebenen Kosten für Diabetes, medizinische Versorgung etc. darf dann doch die Allgemeinheit tragen.

Wie schaut es hier mit der Eigenverantwortung aus?

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