Gesetzesnovelle zu Uni-Zugang für FPÖ verfassungswidrig

Wissenschaftssprecher Graf: "Grab für das Prinzip des freien Hochschulzugangs"

Wien - Mit dem Testlauf für die Studienplatzfinanzierung, die ab Herbst in 19 weiteren Fächern Aufnahmeverfahren ermöglicht, wird aus Sicht von FPÖ-Wissenschaftssprecher Martin Graf "unter Beihilfe von rot-schwarz-grünen Parlamentskoalition das Grab für das Prinzip des freien Hochschulzuganges in Österreich" geschaufelt. In einer Aussendung hielt Graf die entsprechende Gesetzesnovelle, die in der kommenden Woche im Nationalrat beschlossen werden soll, für verfassungswidrig.

"Planungssicherheit fehlt"

Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle wirft Graf vor, die Reform ohne Dialog mit der Opposition durchzusetzen, "um seiner Eitelkeit gerecht zu werden und tiefe Spuren in der österreichischen Hochschullandschaft zu hinterlassen". Es sei auch "verfassungsrechtlich mehr als bedenklich", dass die Regelungen über die Zugangsbeschränkungen rückwirkend mit 1.1.2013 in Kraft treten und wieder außer Kraft treten, wenn bis 31.3.2014 keine Novelle des Gesetzes erfolgt. Damit fehle Planungssicherheit an den Universitäten. "Mit diesem Gesetz, das 12 Monate in Kraft ist, raubt man tausenden Jugendlichen bildungspolitische Chance in Österreich." (APA, 22.2.2013)

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"rot-schwarz-grünen" Koalition? Die GRÜNEN haben im Ausschuss DAGEGEN gestimmt.

Möchte wissen, was Herr Graf sich da zusammenphantasiert...

Die derzeit praktizierten Beschränkungen führen komplett am Bedarf vorbei!

Fachkraft wird man durch Berufserfahrung, also ist es wesentlich sinnvoller, von Studienanfängern eine zum Wunschfach passende abgeschlossene Berufslehre (mit guten Noten) zu verlangen und das ganze Studium nur noch berufsbegleitend zu erlauben. Dann sind auch die Diskussionen um Studiengebühren, Stipendien für Bedürftige etc. hinfällig, denn wer schon einen passenden Job hat, hat auch Geld, nimmt seine Praxis ins Studium mit und hat zum Schluss karrieremäßig auch mehr davon.

Ein typischer Frust-Kommentar. Ich nehme an, dass Sie nicht studiert haben und es jetzt jenen vermiesen wollen, die das geschafft haben.

Ich selbst habe studiert, die meisten in meinem Umfeld haben eine Lehre abgeschlossen, somit habe ich Einblick in beides. Und: Eine Lehre ist inhaltlich keine Voraussetzung für ein Studium und hat mit diesem so gut wie nichts zu tun. Ich sage damit nicht dass eine Lehre besser oder schlechter ist als ein Studium, aber sie ist in jedem Fall anders. Sie dient der Ausbildung für einen konkreten Beruf, ein Studium vermittelt dagegen vor allem theoretisches Wissen, das zwar nicht für eine konkrete Tätigkeit ausbildet, es einem aber ermöglichen soll, sich selbstständig in neue Tätigkeitsfelder einzuarbeiten.

"Studienanfängern eine zum Wunschfach passende abgeschlossene Berufslehre zu verlangen" -

So ein Schwachsinn. Was haben's denn studiert?

Dieser Schwachsinn…

…ist in DE schon seit Jahren üblich und in CH an manchen Hochschulen sogar verpflichtend!

Kann es sein, dass SIe da was falsch verstanden haben?

Was meinen's denn konkret? Haben's einen Quelle dafür?

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Was haben's denn studiert, dass SIe meinen das würde Sinn machen?

Internationale BWL (am BWZ) hab ich studiert…und gleich darauf bemerkt, dass man mit einer kaufmännischen Lehre genau das Gleiche erreicht (nämlich damals, 2003, fast nix).

Wenn jemand wirklich Zeit verhunzen will, soll er Wirtschaft studieren.

naja

wer ein triviales fach studiert, braucht sich nicht wundern, wenn den job eigentlich jeder machen kann. keine angst, es gibt auch richtige studien ;)

Das liegt wohl an Ihnen, nicht am Studium.

Interessant. Wer bestimmt den Bedarf?

Die Leute, die studierte Fachkräfte einstellen!

Meiner Erfahrung nach nehmen die aber lieber jene, die schnell studiert haben und einen guten Notenschnitt haben. Und berufsbegleitend studieren geht an meiner Uni - wenn man mit "Beruf" einen 38,5 Stunden Job meint - nicht wirklich. Und der Job, den ich hatte, der lies mich zeitweise nicht studieren;) Ich hoffe, Sie haben bessere Erfahrungen gemacht.

Dann ist die Hochschule schlecht!

Die Möglichkeit, neben dem Beruf quasi als Weiterbildungsmaßnahme studieren zu können, muss einfach bestehen.

An "meiner" Uni gibt es diese Möglichkeit. Die Folge: massenhaft "Job-Outs" - sprich: Studienabbruch weil mit der Zeit mehr und mehr gearbeitet wird, sodass keine Zeit mehr fürs Studium bleibt.

das ist keine frage der qualität der hochschule

sondern de schwierigkeit des studiums. dass es berufsbegleitend bei bwl geht, glaub ich dir gern, nur in einem richtigen studium geht das nicht

Tut sie in vielen Studien nicht. Und das werden's auch nicht ändern können.

Gerade in technischen Stuiden ist das schwer mit der Realität der Lehre vereinbar - weil's eben manchmal wochen- oder monatelang am Stück im Labor stehen, und das schlecht mit höherwertigen Jobs zu vereinbaren ist.

Um nebenbei zu studieren gibt's berufsbegleitende Studien, die sind dafür ausgelegt - aber eben nicht in allen Fächern. Und das hat seine Gründe.

Is halt schwierig, an einer Laborübung teilzunehmen, wenn man gerade im Ausland arbeitet. Das ist an "guten" und an "schlechten" Hochschulen gleich. Ich kann nicht beurteilen, wie gut/schlecht meine Uni ist, war ja nur für kurze Zeit an einer anderen;)

"Meiner Erfahrung nach nehmen die aber lieber jene, die schnell studiert haben und einen guten Notenschnitt haben."

Mittelfristig werden die gut bezahlt, die viel können. Nicht die, die gute Noten hatten und schnell waren. Spätestens beim zweiten Job fragt keiner mehr danach (Wenn's überhaupt jemals wen interessiert hat.)

Eine Lehre vom Studium ist ein ausgemachter Schwachsinn, und bestenfalls zeitverschwendung. (Was natürlich nicht schlecht ist, ist sich nach der LEhre zu überlegen dass man doch studieren will.)

"Eine Lehre vom Studium ist ein ausgemachter Schwachsinn, und bestenfalls zeitverschwendung. (Was natürlich nicht schlecht ist, ist sich nach der LEhre zu überlegen dass man doch studieren will."

Dem kann ich als ehemaliger Lehrling nur zustimmen. Lehre und Studium unterscheiden sich so grundlegend, dass man im Fach nichts davon gebrauchen kann. Auf die Zeit nach dem Studienabschluss bringt es fast nichts.
Man hat allerdings den Vorteil, dass man schon eine (in meinem Fall gefragte und relativ gut bezahlte) Ausbildung hat, auf die man im Fall des Scheiterns zurückgreifen kann.
Und man ist später vielleicht nicht herablassend gegenüber denen die "nur" eine Lehre gemacht haben. Mit entsprechender Erziehung ist dafür allerdings keine Lehre notwendig...

hui

da weiss der gelernte österreichische linke nicht mehr, was er jetzt machen soll. auf der einen seite ist ja alles zwangsläufig rassistisch und dumm, was die fpö sagt, auf der anderen seite hat die fpö jetzt genau die gleich blöde position von gras, vsstö etc eingenommen. bin gespannt, wie man hier reagiert ;)

Ein bisschen zwickts mich schon, dass so mancher guter Vorschlag in der Bildungspolitik vom Graf kommt.

Abseits davon tut man sich als Mensch, der die österreichische Vergangenheit (und auch Gegenwart) kennt und die Partei in der er wirkt , sehr schwer mit ihm, um es freundlich auszudrücken.

na dann sind wir ja froh...

...dass graf hier einen dummen vorschlag gemacht hat ;)

Man sieht, du hast deinen Humor noch nicht verloren;-)

Mal schauen was die nächsten Jahre bringen...und ob sie was bringen.

p.S: rotes Stricherl ist nicht von mir, ich vergebe wenn dann nur Grüne;)

im standard sehe ich rote stricheln

eh als kompliment ;)

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