USA wollen bis zu 12.000 westliche Soldaten in Afghanistan

22. Februar 2013, 16:48
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Deutscher Verteidigungsminister: nach Ende der NATO-Mission bleiben US-Truppen im Land

Brüssel - Der deutsche Verteidigungsminister Thomas de Maiziere gab am Freitag beim Treffen der NATO-Verteidigungsminister in Brüssel bekannt, dass nach Ende des Kampfeinsatzes acht- bis zwölftausend US-Soldaten in Afghanistan stationiert bleiben sollen.

Panetta widersprach de Maiziere: Zahlen nicht korrekt 

US-Verteidigungsminister Leon Panetta widersprach umgehend seinem deutschen Kollegen: Die USA planten nicht, in Afghanistan künftig mit zwischen 8.000 und 12.000 Soldaten präsent zu sein. "Das ist nicht korrekt", sagte Panetta am Freitag vor Journalisten. Es sei bei den besprochenen Zahlen nicht um den US-Beitrag, sondern einen Gesamtwert gegangen. "Wir haben eine Bandbreite von Optionen besprochen. Und ich möchte klarmachen, dass diese Bandbreite die NATO-Streitkräfte betraf. Und die bestehen sowohl aus der US-Präsenz als auch aus dem Beitrag der anderen NATO-Länder." De Maizière erklärte daraufhin, er habe sich missverständlich ausgedrückt und ebenfalls den internationalen Gesamteinsatz gemeint.

Der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums betonte, Präsident Barack Obama habe über die künftige Einsatzstärke noch nicht entschieden. Die US-Regierung lässt die anderen Nato-Mitglieder schon seit Monaten auf ihre Entscheidung warten. In Diplomatenkreisen heißt es, Obama wolle weitaus weniger Soldaten in Afghanistan lassen als die Militärführung des Landes.

Afghanische Truppen werden bis 2018 finanziert

Wie schnell sich die NATO-Pläne für Afghanistan ändern können, zeigt das Hin- und Her über die Stärke der afghanischen Armee und Polizei. Die im vergangenen Jahr erreichte Zahl von 352.000 Mann sollte ab diesem Jahr vor allem aus Kostengründen schon wieder deutlich reduziert worden. Doch jetzt haben die USA als größter Geldgeber der landeseigenen Truppen entschieden, Armee und Polizei bis 2018 bei dieser Größe zu lassen und weiter zu finanzieren. De Maizière äußerte sich darüber zufrieden. Anders als zunächst gedacht habe es sich als schwierig herausgestellt, in dem von hoher Arbeitslosigkeit geplagten Land alternative Beschäftigung zu finden. (red/APA/derStandard.at, 22.2.2012)

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    Der afghanische Verteidigungsminister Mohammadi (links) am NATO-Gipfel im Gespräch mit dem deutschen Verteidigungsminister de Maizière (rechts).

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    Gipfeltreffen im NATO-Hauptquartier in Brüssel.

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