Energieminister bei Agrosprit-Ziel uneins

22. Februar 2013, 13:46
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Brüssel -  Die Energieminister der EU-Staaten sind sich in Hinblick auf das von der EU-Kommission vorgeschlagene Biosprit-Ziel uneins. EU-Energiekommissar Günther Oettinger hatte zuletzt ein 5-Prozent-Ziel für konventionellen Biosprit bei doppelter Anrechnung künftiger Biokraftstoff-Generationen vorgeschlagen. Bei einem EU-Ministerrat in Brüssel äußerten sich am Freitag mehrere Länder kritisch dazu.

So argumentierte Spanien, dass die EU nicht die Regeln während des Spiels ändern könne. Die EU habe ein generelles Biosprit-Ziel von 10 Prozent vereinbart. Malta forderte mehr Flexibilität, ansonsten wären die Ziele nicht erreichbar. Das 5-Prozent-Ziel verursache Druck zur Entwicklung von Biokraftstoffen der zweiten Generation, was die Preise für diese Produkte in die Höhe treibe. Der Vertreter Griechenlands kritisierte, eine Beschränkung auf fünf Prozent Biokraftstoffe der ersten Generation schränke die Nutzung bestehender Industrieanlagen ein.

Die 5-Prozent-Obergrenze sei sinnvoll, sagte dagegen der stellvertretende österreichische EU-Botschafter Harald Günther. Mit den Fakten und Daten müsse aber eine ausführliche Auseinandersetzung geführt werden. Es könnten auch nicht alle Biokraftstoffe in einen Topf geworfen werde, da es substanzielle Unterschiede gebe.

Österreich habe bereits einen Anteil von acht Prozent erneuerbarer Energien im Verkehrssektor erreicht und liege nahe dem 10-Prozent-Ziel der EU für 2020, sagte Günther. Bei Biokraftstoffen der ersten Generation aus Nahrungsmitteln liege der Anteil in Österreich bei 5,4 Prozent, der Rest entfalle auf Strom für die Bahn und Bio-Treibstoffe der zweiten Generation. Wichtig sei auch ein Investitionsschutz für bestehende Anlagen. (APA, 22.2.2013)

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