Berichte über Gräueltaten in Mali

22. Februar 2013, 21:12
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Heftige Kämpfe in Gao - Autobomben nahe Tessalit

Bamako/Genf - Die nordmalische Stadt Gao kommt nicht zur Ruhe: Islamistische Rebellen haben am Freitag zwei Raketen in der Region abgefeuert, nachdem es bereits in den vergangenen Tagen zu schweren Kämpfen mit Regierungstruppen gekommen war. "Die Islamisten haben in der Früh zweimal auf die Stadt Gao gefeuert. Glücklicherweise sind die Raketen in einem unbewohnten Gebiet eingeschlagen", sagte ein Armeesprecher der Nachrichtenagentur dpa.

Nach Angaben der Vereinten Nationen werden trotz militärischer Erfolge gegen radikal-islamistische Gruppierungen im Norden des afrikanischen Landes Gräueltaten an der Zivilbevölkerung begangen. "Wir haben erschreckende Berichte über die Verletzung von Menschenrechten erhalten", sagte der Sprecher des UNO-Büros für Nothilfekoordination (OCHA), Jens Laerke, am Freitag in Genf.

Kindersoldaten

Die Nothelfer seien besorgt über das Schicksal von mehr als 1,2 Millionen Menschen, die von Militäroperationen betroffen und nur schwer erreichbar seien. Es gebe Berichte über Zwangsrekrutierungen von Kindern als Kämpfern sowie zunehmende sexuelle Gewalt, Ermordungen und Entführungen. Konkrete Angaben zu den Gewalttätern machte der OCHA-Sprecher jedoch nicht.

Die Stadt Gao war zwischen Mittwoch und Donnerstag Schauplatz heftiger Kämpfe zwischen Extremisten und Streitkräften. Dabei kamen nach Angaben des nationalen Radios mindestens 16 Rebellen ums Leben. Sechs malische Soldaten wurden bei den Gefechten verletzt. Die malische Armee wurde bei den Kämpfen von Truppen aus Frankreich und Niger unterstützt.

Der Armeesprecher bestätigte Medienberichte, wonach Extremisten Freitagfrüh zwei Autobomben in der Nähe von Tessalit an der Grenze zu Algerien gezündet haben. Die Stadt liegt rund 1.700 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bamako. Nord-Mali samt der Städte Gao, Kidal und Timbuktu war nach einem Militärputsch im März 2012 in Islamistenhände gefallen. Regierungstruppen hatten die Städte mit französischer Hilfe im vergangenen Monat zurückerobert. Mehrere Rebellen waren vor wenigen Tagen offenbar über den Fluss Niger erneut in Gao eingedrungen.

Seit der Militärintervention Frankreichs Mitte Jänner haben die Vereinten Nationen 16.000 zusätzliche Flüchtlinge registriert. Sie benötigten dringende humanitäre Hilfe. Schwere Probleme würden auch Minen und Blindgänger in den Kampfgebieten bereiten. Kritisch beurteilte auch das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) die Lage in Mali. Die Situation sei nicht günstig für eine Rückkehr der geflüchteten Bevölkerung.  (APA, 22.2.2013)

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