Hochspannung um Alpine-Rettung

22. Februar 2013, 16:43
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Die Zeit ist knapp, die Verhandlungen über den Sanierungsplan für den Baukonzern könnten noch dauern

Wien/Wals - Die Zeit wird knapper und knapper. Vermutlich bis in die kommende Woche wird über den Sanierungsplan verhandelt, damit dieser bis zur Deadline am 28. Februar noch formal durchgehen kann. Eine Einigung kann es vorerst nur mit "Gremial-Vorbehalten" einiger Unternehmen geben, die danach noch Vorstand und Aufsichtrat mit der Entscheidung zu befassen haben. Ende Februar endet das im November vereinbarte Stillhalteabkommen mit den Gläubigern. Es geht um 250 Mio. Euro, die der angeschlagenen Alpine erlassen werden sollen, um sie vor der Insolvenz zu bewahren.

Nach APA-Informationen soll sich eine große Kreditversicherung derzeit am stärksten gegen den angestrebten Sanierungsplan wehren. Und zwar "Coface", wie auch die "Salzburger Nachrichten" am Freitag berichten. Laut Zeitung wolle dieser am liebsten aussteigen und habe bisher keinen Willen erkennen lassen, sich an einer Lösung zu beteiligen. Ohne Coface ist die notwendige Mehrheit für den Schuldenerlass nicht zu erreichen. Insgesamt sind 48 Banken und Versicherungen Gläubiger der Alpine.

Auch die Republik ist via Haftungen involviert und pocht laut "Wiener Zeitung" (Freitag) auf Gutachten der Finanzprokuratur, wonach ein Forderungsverzicht für die Alpine Bau nur im Insolvenzfall möglich sei. Für einen Forderungsverzicht gibt es aber noch rechtliche Barrieren, bei denen es noch unklar ist, ob sie umschiffbar sind. "Spannend" seien der heutige und die kommenden Tage, sagte ein Alpine-Sprecher Freitagvormittag zur APA. Mehr wollte er allerdings nicht preisgeben.

Aushaftende Republiksgarantien

Die Alpine hatte im Rahmen eines "Industriepakets" anno 2009 Republiksgarantien erhalten, von der laut "Wiener Zeitung" noch 150 Mio. Euro aushaftend sind. Laut Blatt könne der Bund den Forderungsverzicht auch ohne Insolvenzfall umgehen - das Bundesfinanzgesetz bietet die Möglichkeit, wenn schwerer volkswirtschaftlicher Schaden entstehe. Die Alpine beschäftigt 15.000 Mitarbeiter, davon 7.500 in Österreich.

Was sich Baukonzerne wie die Strabag dazu denken, ließ Konzernchef Hans-Peter Haselsteiner zum Jahreswechsel, ohne die Alpine namentlich zu nennen, anklingen: Unternehmen würden, "bevor sie sterben, wild um sich schlagen und die Branche durch Billig-Angebote, Anm.) schädigen". Mit Kampfpreisen hatte sich die Alpine auch zahlreiche Aufträge geholt.

Die Republik müsste im derzeit angestrebten Schuldenerlass auf ein Drittel - also 50 Mio. Euro - verzichten. Die Banken auf 173,3 Mio. Euro; ein Drittel der Alpine-Bankverbindlichkeiten von 520 Mio. Euro.

Der Alpine-Eigentümer, FCC aus Spanien, schießt 150 Mio. Euro in seine Tochter, wovon 80 Mio. Euro schon geflossen sind. Der Verkauf von Alpine-Töchtern wie Alpine Energie, Hazet Bau und GPS Underground Engineering soll weitere 200 Mio. Euro einbringen. Soweit der Plan, für den laut "Wiener Zeitung" eine positive Fortführungseinschätzung der Beratungsfirma PwC vorliegen soll. Freilich müssen alle Gläubiger vorerst auf 100 Prozent ihrer Forderungen verzichten.

Die Bank Austria und Erste Bank koordinieren die Verhandlungen für die Banken. (APA, 22.2.2013)

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    Wie es mit dem Baukonzern weitergeht ist noch offen.

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