Europas Börsen schließen im Plus

22. Februar 2013, 18:49
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Frankfurt am Main - Nach ihrer Talfahrt vom Vortag haben die europäischen Börsen am Freitag wieder deutlich Boden gut gemacht. Der Euro-Stoxx-50 stieg um 50,29 Einheiten oder satte 1,95 Prozent auf 2.630,05 Zähler.

Für kräftige Unterstützung sorgte die Veröffentlichung des Rückzahlungsvolumens aus dem zweiten Lagerfristtender durch die Europäische Zentralbank (EZB) zu Mittag, hieß es aus dem Handel. Kommenden Mittwoch wollen insgesamt 356 Institute 61,1 Milliarden Euro vorzeitig tilgen und damit deutlich weniger Institute als vom Markt erwartet. Damit bliebe die Liquidität im Markt, was die Aktienmärkte stütze, hieß es.

Beruhigend wirkte auch das jüngste Ifo-Geschäftsklima: Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hatte sich im Februar unerwartet stark aufgehellt. Auf die von der EU-Kommission abermals gesenkte Wachstumsprognose für den Euroraum hatten die Indizes dagegen kaum reagiert. Die Blicke richteten sich am Nachmittag immer stärker auf Italien, wo am Sonntag die Parlamentswahlen beginnen. Aus den USA kamen zum Wochenausklang keine Konjunkturdaten.

Minenwerte in London legten deutlich zu. Auch Aktien der Baustoffbranche waren gefragt. Die Aktien des irischen Baustoffherstellers CRH schlossen an der Spitze des Euro-Stoxx-50 mit einem Plus von 4,90 Prozent. Saint-Gobain-Papiere erholten sich mit plus 2,84 Prozent ebenfalls von ihrem Vortagesverlust.

Bankia-Aktien sacken ab

In Madrid sackten hingegen die Bankia-Aktien um mehr als sieben Prozent ab. Das verstaatlichte Krisengeldhaus steht laut einem Zeitungsbericht vor dem größten Verlust, den jemals ein spanisches Unternehmen erlitten hat. Wie die "Financial Times" (FT) am Donnerstagabend ohne Angabe von Quellen berichtete, wird der Sparkassenriese am kommenden Donnerstag einen Netto-Fehlbetrag von mehr als 19 Milliarden Euro für das Geschäftsjahr 2012 bekanntgeben. Andere Banken-Papiere aus Spanien und Europa verbuchten hingegen moderate Gewinne.

In Frankfurt verloren die Aktien von VW trotz Rekordgewinns um satte 6,96 Prozent auf 163,80 Euro und waren damit eindeutiges Schlusslicht im Euro-Stoxx-50. Der größte europäische Autobauer Volkswagen hat 2012 einen Gewinn von knapp 21,9 Mrd. Euro eingefahren. Das Nettoergebnis des Vorjahres von rund 15,8 Mrd. Euro wurde deutlich gesteigert. Ein Grund für das starke Plus ist die Integration von Porsche.

Die Aktien der Fluggesellschaft Air France-KLM starteten nach Zahlenvorlage mit Aufschlägen in den Handel, verbuchten dann aber ein dickes Minus von 6,69 Prozent und schlossen bei 7,77 Euro. Ein teures Sparprogramm hatte Air France-KLM tiefer in die Verlustzone gedrückt. Bei der deutschen Air Berlin gab es hingegen nach dem ersten Gewinn seit vier Jahren einen Kurssprung um 8,55 Prozent. Die angeschlagene zweitgrößte Fluggesellschaft Deutschlands ist 2012 knapp in der Gewinnzone gelandet - allerdings nur dank Einmaleffekten.

Der niederländische Finanzkonzern ING wird künftig von dem bisher für das Belgien-Geschäft zuständigen Manager Ralph Hamers geführt. Der 46-Jährige werde den Posten im Oktober von Jan Hommen übernehmen, teilte das Unternehmen mit. ING-Papiere kosteten am Freitag 6,30 Euro, das ist ein Plus von 2,04 Prozent. (APA, 22.2.2013)

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