"Natürlich blond" oder als das Ronacher vor Mittelmaß bebte

21. Februar 2013, 23:33
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Musical-Premiere der Vereinigten Bühnen Wien am Donnerstag mit viel Applaus

Wien - Was einst als Film begann, dann ein preisgekröntes Musical wurde, ist nun als erste von Neointendant Christian Struppeck verantwortete Premiere der Vereinigten Bühnen Wien geehrt worden. Zu viel der Ehre für Natürlich blond: Wenn man den IQ von Musicals schätzen würde und jenen der West Side Story auf 140, so käme Natürlich blond auf 68.

Die Musik ist stilistisch bunt, ohne schillernd zu sein. Die Lieder sind Songcontest-Mittelmaß, und die teils unzumutbaren deutschsprachigen Texte begraben die Melodien endgültig. Die Darsteller sind solide - das geschwätzige Parlando dieser leeren Musik macht es ihnen auch nicht leicht.

Barbara Obermeier (als zu sich selbst findende Blondine Elle Woods) hält sich wacker, ohne zu glänzen. Jörg Neubauer ist sympathisch als Emmett, dem es an Stimme fehlt; Alexander Goebel gibt allzu routiniert einen steif-unguten Professor. Das Orchester unter Koen Schoots erledigt seine Aufgabe routiniert.

Viel Applaus, Teile davon rochen nach simulierter Begeisterung.  (Ljubisa Tosic, DER STANDARD, 22.2.2013)

  • Barbara Obermeier als Elle Woods in der VBW-Version von "Natürlich Blond - Legally Blonde".
    foto: schöndorfer / toppress

    Barbara Obermeier als Elle Woods in der VBW-Version von "Natürlich Blond - Legally Blonde".

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