Generalprokuratur schaltet sich bei Libro ein

21. Februar 2013, 19:31
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Wien - Die Generalprokuratur empfiehlt dem Obersten Gerichtshof (OGH), die Untreue-Verurteilungen der Ex-Libro-Manager André Rettberg (Vorstandschef) und Johann Knöbl (Finanzvorstand), des Ex-Aufsichtrats Kurt Stiassny sowie des ehemaligen Wirtschaftsprüfers Bernhard Huppmann aufzuheben. Sie sollen freigesprochen werden, berichtet der "Kurier". Weiters sei der Vorwurf der Bilanzfälschung gegen die vier Männer verjährt; bei Rettberg solle dies aber erstinstanzlich neu geprüft werden.

Laut Zeitung begründet die Generalprokuratur ihre Ansicht "sinngemäß" damit, dass die inkriminierte Sonderausschüttung von knapp 10 Mio. Euro von der Buch- und Schreibwarenhandelskette Libro an die Alleinaktionärin UD-AG den Tatbestand der Untreue nicht erfülle.

Libro sei zwar um diese Summe "entreichert" und die UD-AD "bereichert" worden, Nutznießerin sei aber nur die wirtschaftlich berechtigte Alleinaktionärin. Demnach sei das Geld im "Eigentümer-Konstrukt" umverteilt worden. Als wirtschaftlich Berechtigte sei die Alleinaktionärin zu selbstschädigendem Verhalten befugt.

"Die Generalprokuratur bestätigt damit, dass die Anklage von vornherein rechtlich nicht begründet war", zitiert der "Kurier" den Anwalt von Rettberg, Werner Sporn. "Das ist noch keine Garantie dafür, dass sich auch der OGH dieser Ansicht anschließt", relativierte der Verteidiger von Ex-Libro-Aufsichtrat Stiassny, Thomas Kralik, in der Zeitung.

Das genannte Quartett war 2011 zu Haftstrafen zwischen einem Jahr und vier Jahren verurteilt worden - ihre Anwälte hatten Berufungen und Nichtigkeitsbeschwerden eingebracht. (APA, 21.2.2013)

  • Ein Zuckerl für Ex-Libro-Manager?
    foto: standard/matthias cremer

    Ein Zuckerl für Ex-Libro-Manager?

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