Pilzgift in Milchprodukten auf dem Balkan

21. Februar 2013, 19:24
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Pestizidverseuchte Milch wird aus den Supermarktregal genommen

Zagreb - Der Skandal um pestizidverseuchte Milch auf dem Balkan führte in den vergangenen Tagen zum Milch-Abstinenz-Outing serbischer Politiker. Die Minister Velja Ilic und Milovan Drecun mögen angblich nur Joghurt, Dragan Sutanovac und Borko Stefanovic nehmen höchstens einen Schluck Milch in ihren Kaffee, und Bosko Nicic behauptet sogar, dass Milch an sich schädlich sei, verrieten sie der serbischen Zeitung Kurir. "Unsere Politiker trinken keine Milch!", titelte Kurir.

Begonnen hat alles in Kroatien vor zwei Wochen, als in mehreren Produkten das Pilzgift Aflatoxin M1 gefunden wurde. Seitdem wird gerätselt, welche Milchprodukte von welchen Herstellern nun konsumiert werden können oder nicht. Ein Wiener Labor hatte bei kroatischer Milch einen Aflatoxin-Wert über 0,06 Mikrogramm pro Kilo festgestellt.

Rückholaktion

Erhöhte Aflatoxin-Werte Der Wert sollte aber 0,05 Mikrogramm pro Kilo nicht übersteigen. Nun werden auch Milchprodukte in Serbien, Bosnien-Herzegowina und Slowenien aus den Supermärkten zurückgeholt. Auch dort wurden erhöhte Aflatoxin-Werte festgestellt. Das Pilzgift ist wahrscheinlich über Futter für die Milchkühe in die Milch gelangt und nur in höherem Ausmaß für Menschen gesundheitsgefährdend. Insbesondere die Bauern aus Bosnien-Herzegowina werden es nach dem EU-Beitritt Kroatiens im Juli wegen der Einhaltung von EU-Standards ohnehin schwerer haben, ihre Produkte weiter im Nachbarland abzusetzen. (awö/DER STANDARD, 22.2.2013)

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