Kontaktloses Bezahlen: Geldausgeben wird noch einfacher

21. Februar 2013, 18:05
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Nach der Testphase wird die Markteinführung nun Schritt für Schritt umgesetzt - Bankomatkarten und Terminals werden umgerüstet

Was seit Herbst mit Quick-Karten und Kreditkarten funktioniert, wird in den kommenden Wochen und Monaten auch mit der Bankomatkarte möglich sein: das kontaktlose Bezahlen, für das weder eine PIN-Code-Eingabe noch eine Unterschrift nötig ist. Zum Einsatz kam die Kontaktlosvariante bisher hauptsächlich in Firmenkantinen. Testläufe gibt es auch bei einem Buchhändler in Wien und einer Billa-Filiale im dritten Bezirk.

"Schritt für Schritt umgerüstet"

"Die erste Phase mit der kontaktlosen Bezahlung hat gezeigt, dass die Akzeptanz enorm ist", sagt Peter Neubauer, Chef von PayLife Österreich. 55.000 Kontaktloszahlungen pro Monat werden bereits durchgeführt. Da bei den Bankomatkarten heuer eine große Tauschwelle ansteht - drei Millionen der 8,5 Millionen im Umlauf befindlichen Karten werden bis zum Jahresende getauscht - wird diese Form der Bezahlung heuer ordentlich Schwung aufnehmen, glaubt man bei PayLife.

Mit den neuen Bankomatkarten kann ein Kunde dann aussuchen, ob er kontaktlos (geht bis 25 Euro pro Transaktion) bezahlt oder wie bisher mit PIN-Eingabe. Die dafür nötigen Terminals (rund 100.000 gibt es in Österreich) werden derzeit "Schritt für Schritt umgerüstet", sagt Neubauer. Bis zum Jahresende sollen 10.000 Geräte getauscht sein. In drei bis fünf Jahren sollten alle Terminals umgestellt sein.

Bäcker oder Imbissstände

Da die Disagio-Sätze für Händler bei der kontaktlosen Variante geringer sind als für die klassische Bankomatkartentransaktion, ist zu erwarten, dass auch Händler auf diese Variante setzen, für die Kartenzahlung bisher nicht lukrativ war - etwa Bäcker oder Imbissstände. Ab April ist das kontaktlose Bezahlen auch mit den mobilen Terminals, die beispielsweise im Gastronomiebereich eingesetzt werden, möglich.

Kleinbeträge bis 20 Euro werden in Österreich derzeit zu rund 95 Prozent in bar gezahlt, und nur zu rund fünf Prozent mit Karte. Durch das kontaktlose Bezahlen sieht Neubauer hier großes Potenzial. Der Anteil der Kartenzahlungen bei diesen Kleinbeträgen könnte innerhalb von fünf Jahren auf rund ein Viertel steigen.

Bezahlen mit dem Handy

Zum Thema Sicherheit weist der PayLife-Österreich-Chef auf Erfahrungen aus dem Ausland hin, wonach es auch angesichts der geringen Beträge kaum Probleme gebe. Der nächste Schritt bei kontaktlos ist das Bezahlen mit dem Handy.

In Deutschland wird kontaktloses Bezahlen bisher nicht so gut angenommen. Rund 350.000 Bankkarten hat Visa Europe 2012 über seine sieben Partnerbanken ausgegeben. Genutzt worden sind die Karten erst ein paar Tausend Mal, zog Visa-Deutschland-Chef Ottmar Bloching Mitte Jänner eine erste Bilanz des Testversuchs, der seit April 2012 läuft. (Bettina Pfluger, DER STANDARD, 21.02. 2013)

  • "Die erste Phase mit der kontaktlosen Bezahlung hat gezeigt, dass die Akzeptanz enorm ist"
    foto: paylife

    "Die erste Phase mit der kontaktlosen Bezahlung hat gezeigt, dass die Akzeptanz enorm ist"

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