"Man merkt, dass Sanktionen massiv greifen"

21. Februar 2013, 18:38
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Österreichisches Rotes Kreuz liefert Hilfe nach Syrien - Gefährliche Rettungseinsätze

Damaskus/Wien - Hunderttausende Menschen versorgt die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung in Syrien und den Nachbarländern. Auch das Österreichische Rote Kreuz (ÖRK) leistete dazu einen Beitrag. Oberste Priorität: Hilfe für die Menschen in Syrien selbst. 2012 schickte das ÖRK Hygienepakete für 2800 Familien und Medikamente im Wert von 80.000 Euro in das Krisenland, ab Februar soll es weitere Hilfslieferungen geben. Über vier Millionen Menschen, so die Schätzung, brauchen dort Hilfe.

Max Santner, Leiter der Internationalen Zusammenarbeit beim ÖRK, hat sich gerade selbst ein Bild von der Lage vor Ort gemacht. Die Menschen versuchten "zu lernen, mit dem Krieg zu leben", fasst er seine Eindrücke aus der Hauptstadt Damaskus zusammen. Innerhalb einer von der Armee schwer gesicherten "grünen Zone" könne man sich relativ sicher bewegen. Dort seien viele Geschäfte zu, auf der Straße kaum Autos, weil Treibstoff fehle. "Man merkt, dass die Wirtschaftssanktionen massiv greifen." Auch sei permanenter Geschützdonner zu hören, wenn die Armee die südlichen Stadtteile beschieße. "Da weiß man, was das für die Leute dort bedeutet."

Der Syrisch-Arabische Rote Halbmond (Sarc) ist mit rund 9000 Mitarbeitern die einzige Organisation, die in Syrien flächendeckend humanitäre Hilfe leisten kann. Sie erreicht jeden Monat 1,5 Millionen Menschen mit Lebensmitteln und Hilfsgütern. Deshalb soll sie auch für die Uno die Hilfsgüter verteilen - eine kaum zu bewältigende Aufgabe. Bei Rettungseinsätzen in Kampfgebieten seien die Sarc-Mitarbeiter auf die Zustimmung beider Kriegsparteien angewiesen, schildert Santner. Werde sie nicht erteilt, seien den Freiwilligen die Hände gebunden. (raa, DER STANDARD, 22.2.2013)

  • Einsatz in der Leitzentrale des Syrisch-Arabischen Roten Halbmonds in Damaskus.
 
    foto: örk

    Einsatz in der Leitzentrale des Syrisch-Arabischen Roten Halbmonds in Damaskus.

     

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