OMV: Rekordgewinn macht Durst nach mehr

21. Februar 2013, 17:27
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OMV hat Projektpipeline verdoppelt - Gasgeschäft mau - Verlust mit Sprit in Österreich

Wien - Jahrelang war der Gasbereich die Gelddruckmaschine der OMV; dem ist nicht mehr so. Im Vorjahr hat sich der Ergebnisbeitrag dieses Geschäftsbereichs vor Sondereffekten um 23 Prozent von auf 184 Mio. Euro verringert. Grund sind die teuren, Ölpreis-indexierten Russlandverträge, die alle Abnehmer von Pipelinegas, auch die OMV, trifft.

Nichtsdestotrotz hat der mit Abstand größte Industriekonzern Österreichs im Vorjahr so viel verdient wie noch nie. Das Betriebsergebnis (Ebit) verbesserte sich im Berichtszeitraum dank eines exzellenten Raffineriegeschäfts um 24 Prozent auf 3,1 Mrd. Euro (siehe Grafik). Bereinigt um ölpreisbedingte Lagereffekte gab es sogar ein Plus von 35 Prozent auf 3,4 Mrd. Euro. Die Aktionäre können mit einer um zehn Cent auf 1,20 Euro je Aktie erhöhten Dividende rechnen.

Gestützt auf das Rekordergebnis 2012 und einen starken Cash-flow-Zufluss will die OMV heuer auch bei den Investitionen mehr Gas geben, wie Generaldirektor Gerhard Roiss bei der Bilanzpräsentation am Donnerstag sagte. Nach 2,4 Mrd. Euro im Vorjahr sollen heuer in Summe 2,8 Mrd. Euro investiert werden, 70 Prozent davon im Upstream-Bereich (Suche und Förderung von Öl und Gas), 500 Millionen allein in der Exploration. Die Projektpipeline der OMV hat sich im Vorjahr verdoppelt. "Das kommt uns ab 2014 zugute", sagte Roiss. Bis dorthin werde die konzernweite Öl- und Gasförderung bei 303.000 Fass Öläquivalent am Tag (159 Liter) stabil bleiben und dann allmählich ansteigen auf 350.000 Fass am Tag im Jahr 2016. Damit sei aber noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht.

Weniger glücklich ist die OMV mit dem Spritverkauf - Länder wie Rumänien (Petrom) und Türkei (Petrol Ofici) ausgenommen. In Österreich habe man einen "deutlichen Verlust" hinnehmen müssen - Folge der vergleichsweise niedrigen Margen. Nach der Abgabe der Tankstellen in Bosnien und Kroatien seien weitere Standorte auf dem Prüfstand.

Bei Gas hingegen hofft die OMV heuer, in Verhandlungen mit Russland weitere Preissenkungen durchsetzen zu können. (stro, DER STANDARD, 22.2.2013)

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    Gute Zeiten für den heimischen Mineralölriesen.

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