"Google Glass": Patent verrät Details zur Datenbrille

3. Mai 2013, 14:09
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Beinhaltet zahlreiche Ideen, die Hinweise auf die Zukunft des Projektes geben könnten

Ein neu entdecktes Patent zu Googles "Glass"-Brille zeigt, welche Ideen Google auf dem Weg zu seinem Wearable-Projekt berücksichtigt hatte, und welcher Wandel dem tragbaren Helfer in Zukunft noch ins Haus stehen könnte.

Statt groben Skizzen geht die Erfindungsschrift vom August 2011 nämlich stark ins Detail und beschreibt sogar die Eigenschaften des Brillenrahmens. Laut dem Text sollte die Elektronik des Gerätes am Ende des Bügels angebracht werden. Ihr steht ein zusätzliches Gewicht am anderen Bügel gegenüber, das zur Ausbalancierung dient, wie Engadget berichtet.

Manuell ausrichtbarer Bildschirm

Das Display ist gemäß der Beschreibung manuell ausrichtbar, offenbar durch einen ausziehbaren Aufsatz. Es könnte am äußeren Rad des Sichtfelds platziert werden, aber auch im fokalen Zentrum des Auges.

Das Onboard-Computersystem – Genaueres über die Hardwarekomponenten ist freilich nicht enthalten – soll sich per Kabel oder drahtlos mit anderen Komponenten verbinden können. Rein theoretisch könnte Glass auch mit mehreren Kameras arbeiten.

Augmented Reality im Sichtfeld

Eher in Richtung Zukunftsmusik geht die Idee von Augmented Reality-Inhalten, die mit der Echtwelt interagieren. Dies könnten etwa Pfeile sein, die sich beim Autofahren in die Landschaft einblenden und anzeige, wo abgebogen werden muss. Bislang arbeitete ein derartiges Feature nur als Overlay für Karten.

Glass wird demnach mit einer Reihe von Sensoren bestückt, die zusätzliche Funktionalitäten ermöglichen. Darunter ein Gyroskop und ein Beschleunigungssensor. Ein mit dem Finger bedienbares Touchpad ist offenbar als Alternative zur Spracheingabe gedacht, die in manchen Momenten nicht unbedingt die praktischste Handhabe darstellt.

Google dachte an Projektor

Weitere Ideen umfassen alternative Anzeigemethoden. Neben einem transparenten oder semitransparenten LCD-Bildschirm denkt Google auch über eine elektrolumiszente Anzeige nach. Auch über die Integration eines Laser- oder LED-basierten Projektors wurde zumindest nachgedacht. Dieser würde das Anzeigeraster direkt auf die Netzhaut des Brillenträgers projizieren. In diesem Formfaktor dürfte dies aber selbst heute noch nicht zu einem wirtschaftlichen Preis zu bewerkstelligen sein.

Dazu denkt man auch über verschiedenste Konnektivitätsmöglichkeiten nach. Ist für das fertige Produkt in seiner ersten Generation eine Anbindung via Bluetooth und WLAN am wahrscheinlichsten ist, könnte in zukünftigen Iterationen sogar ein 3G- oder LTE-Modem an Bord sein.

Zukunftsmusik

Wie realistisch die Umsetzung der verschiedensten Konfigurationen ist, lässt sich seriöserweise nicht beurteilen. Google dürfte es auch darum gegangen sein, möglichst viel geistiges Eigentum zu schaffen, um sich für Patentstreitigkeiten zu rüsten, die in Zukunft ins Haus stehen könnten.

Immerhin arbeiten einige andere Hersteller an ähnlichen Konzepten. Im vergangenen Sommer tauchte zudem ein Apple-Patent auf, das ebenfalls eine smarte Brille beschrieb. (red, derStandard.at, 21.02.2013)

  • Das Patent vom August 2011 spart nicht mit detaillierten Plänen.
    foto: google

    Das Patent vom August 2011 spart nicht mit detaillierten Plänen.

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