Wäre es nur ein wenig wärmer, würde der sibirische Permafrost auftauen

22. Februar 2013, 12:15
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Analyse von Höhlenablagerungen zeigt: Bereits um 1,5 Grad Celsius höhere Durchschnitts-Temperaturen hätten drastische Folgen für Zentral-Asien

Moskau - Aktuelle Untersuchungen von Mineralablagerungen in sibirischen Höhlen lassen Schlimmes befürchten: In der Vergangenheit ist der Permafrost schon bei wenig höheren Durchschnitts-Temperaturen als den derzeit herrschenden geschmolzen und hat den damit weiter Treibhauseffekt angeheizt, berichtet ein Forscherteam der britischen Oxford University.

Die ganzjährig gefrorenen Permafrostböden Sibiriens enthalten etwa doppelt so viel Kohlenstoff wie die Atmosphäre. Taut der Boden auf, wird ein großer Teil dieses Kohlenstoffs in Form der Klimagase CO2 und Methan in die Luft. Die Geschichte des Permafrosts der vergangenen 450.000 Jahre lässt sich mittels Kohlenstoffablagerungen in sibirischen Höhlen. Diese sogenannten Speläotheme wachsen nur in Warmphasen.

Drastische Veränderungen für Zentral-Asien

Das Team um Anton Vaks von der britischen Oxford University hat nun Speläotheme aus sechs Höhlen entlang einer Nord-Süd-Achse zwischen Ostsibirien und der Wüste Gobi analysiert, beschrieben die Forscher am Donnerstag im Online-Fachblatt "Science Express". Sie fanden heraus, dass der Permafrost schon bei Temperaturen auftaute, die nur geringfügig über den heutigen liegen. Schon ein Plus von 1,5 Grad Celsius würde ein "erhebliches" Auftauen verursachen, schreiben die Forscher, unter ihnen der Geologe Sebastian Breitenbach von der ETH Zürich.

Als Nebeneffekt würde die Wüste Gobi wohl feucht und grün werden, ergaben die Berechnungen. "So eine Erwärmung würde die Umwelt in Zentral-Asien voraussichtlich drastisch verändern und könnte bedeutsame Mengen von gespeichertem Kohlenstoff in die Atmosphäre freilassen", schreiben die Autoren. (APA/red, derStandard.at, 22.02.2013)

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    Der Permafrostboden in der westsibirischen Tundra enthält gewaltige Mengen an Kohlenstoff. Nur 1,5 Grad höhere Temperaturen könnten diese freisetzen und den Klimawandel beschleunigen.

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