Großspender wirft Almaz Böhm Verschwendung vor und will Geld zurück

21. Februar 2013, 14:27
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Gerichtsurteil: Ein Unternehmer habe glaubhaft dargelegt, dass er weit mehr gespendet habe, als auf der Homepage ausgewiesen wurde

Wien - Im Streit zwischen der Karlheinz Böhm-Stiftung "Menschen für Menschen" und einem ihrer ehemaligen Großspender in Deutschland hat die Stiftung eine juristische Niederlage einstecken müssen. Nach einer Einstweiligen Verfügung des Landgerichts Frankfurt/Main darf sie auf ihrer Internet-Seite eine Behauptung nicht wiederholen, wonach dieser Unternehmer insgesamt nur 630.000 Euro gespendet habe.

Der Unternehmer habe glaubhaft dargelegt, dass er weit mehr gespendet habe. Allerdings sei die Formulierung nur einen Tag lang auf der Internet-Seite der Stiftung gestanden, sagte der Gerichtssprecher. Die Verfügung werde erst wirksam, wenn der Unternehmer sie der Stiftung zustellen lasse.

Spendengelder zurück gefordert

Der Unternehmer, der seine Spendengelder zurückfordert, wirft der von dem Schauspieler Karlheinz Böhm gegründeten Stiftung mangelnde Transparenz und Verschwendung vor. Die Stiftung ihrerseits wehrt sich mit einer Strafanzeige. Sie wirft ihrem früheren Förderer unter anderem Beleidigung, Verleumdung und falsche Verdächtigung vor.

Almaz Böhm nimmt erneut Stellung

Almaz Böhm, Vorstandsvorsitzende der Hilfsorganisation "Menschen für Menschen", hat am Donnerstag erneut zu Vorwürfen Stellung genommen, dass es der Hilfsorganisation zu finanziellen Unregelmäßigkeiten gekommen sein. Anlass war eine Pressekonferenz in Wien, deren eigentliches Thema Kleinkreditprogramme für Frauen in ländlichen Regionen Äthiopiens war.

Kritik am Büroneubau in Addis Abbeba

Die Ehefrau des Gründer von "Menschen für Menschen", Karlheinz Böhm, wies erneut sämtliche Vorwürfe zurück. Sie betreffen einen projektierten Büroneubau in Addis Abbeba, den ein deutscher früherer Großspender als zu teuer kritisiert hatte. Laut Almaz Böhm handelt es sich dabei um ein Logistikcenter für 750 Mitarbeiter, dessen Errichtung dringend erforderlich sei. "Mitarbeiter sitzen seit Jahren in Containern. Wir haben zusätzliche Fachkräfte wegen Platzmangels nicht einstellen können", erklärte die gebürtige Äthiopierin.

"Durch Hilfe nicht Abhängigkeit schaffen"

Der Kritik, dass von "Menschen für Menschen" errichtete Schulen dem Verfall preisgeben würde, hielt Almaz Böhm entgegen, dass es dem ursprünglichen und offen kommunizierten Konzept entspreche, den Betrieb der Regierung zu überantworten. "Wir wollen durch Hilfe ja nicht Abhängigkeit schaffen. Ich verstehe nicht, warum es jetzt anders sein sollte." Selbstverständlich gebe es nachträgliche Kontrollen, wenn nötig verbunden mit der Aufforderung, die Situation zu verbessern. "Das funktioniert", versicherte Almaz Böhm.

"Ein Ausfall von Spenden ist bedauerlich. Aber es ist eine private Entscheidung. Ich kann das nicht ändern", sagte Böhm und erklärte: "Ich werde auf jeden Fall weiter kämpfen." Den Verdacht, sich persönlich bereichert zu haben, wies sie ebenfalls zurück. Dass sie als Geschäftsführerin ein Gehalt beziehe, sei legitim. Zu dessen Höhe machte sie keine Angaben. 

Karlheinz Böhm aus Öffentlichkeit zurück gezogen

Ein Haus, das sie auf einem Seegrundstück 250 Kilometer südlich von Addis Abbeba errichten ließ, sei aus privaten Mitteln finanziert worden. Bei dem Grundstück handle es sich um ein Geschenk der äthiopischen Regierung an ihren Mann - als Dank für seinen Einsatz für das Land und zur Nutzung im Alter. Karlheinz Böhm, der am 16. März 85 wird, hat sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Zu seinem Gesundheitszustand machte Almaz Böhm keine Angaben. Sie entspreche damit einer Bitte ihres Mannes, sagte die 48-Jährige.

Kleinkredite für Frauen

Im Westen Äthiopiens, dem rund 1.200 Quadratkilometer großen Gebiet Ginde Beret, setzt "Menschen für Menschen" nun ein Projekt um, in dessen Rahmen Kleinkredite an Frauen vergeben werden, um sie wirtschaftlich zu stärken. Die Frauen schließen sich zu kleinen Kreditvereinen zusammen, werden kaufmännisch geschult und entwickeln Geschäftsideen. Pro Kopf stehen umgerechnet 175 Euro Budget zur Verfügung, das als Startkapital gilt. Für die Rückzahlung der Kredite - muss binnen zwei Jahren erfolgt sein - ist der Verein zuständig.

Der Erfolg, so Almaz Böhm: Frauen tragen zum Familieneinkommen bei, indem sie etwa einen Gemüsehandel oder eine Teestube eröffnen, können ihren Kindern den Schulbesuch ermöglichen, ihr Ansehen innerhalb der Gemeinde steigt. Sie werden "gehört" anstatt sich im Stillen um die Hausarbeit zu kümmern, was Wasser- und Holzholen über kilometerlange Distanzen einschließt. Zur Entlastung der Frauen kümmert sich "Menschen für Menschen" auch um die Schaffung von Wasserstellen in Dorfnähe und Öfen, die den Verbrauch von Holz drastisch senken. (APA, 21.2.2013)

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    Schwere Vorwürfe gegen Almaz Böhm: Sie soll verschwenderisch mit dem Geld der Hilfsorganisation "Menschen für Menschen" umgehen. Die Frau von Karlheinz Böhm wehrt sich.

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