Zeitung in Kroatien nach nur drei Monaten eingestellt

21. Februar 2013, 13:34
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Journalisten von "21. Jahrhundert" zeigten Geschäftsführung bei der Staatsanwaltschaft an

Zagreb - Nach nicht einmal drei Monaten seit dem ersten Erscheinen ist die kroatische Tageszeitung "21. Stoljece" (21. Jahrhundert) vergangene Woche eingestellt worden. Laut Eigentümer und Geschäftsführer der Firma Miran dan (Ruhiger Tag), Marjan Jurleka, ist die Pause nur vorübergehend. Die Mitarbeiter jedoch zeigten die Firma zu Beginn dieser Woche bei der Staatsanwaltschaft an. Sie befürchten, dass Miran dan gar nicht Eigentümerin der Zeitung ist, sondern die Marketingfirma Digitel, die über die Zeitung Geld lukrieren wollte, berichtete die Zeitung "Novi list".

Die Verbindlichkeiten gegenüber den Journalisten betragen laut "Novi list" 1,5 bis zwei Millionen Kuna (197.576,40 Euro bis 263.435,20 Euro). Digitel hatte das Konto der Zeitung blockieren lassen, weil diese ihr drei Millionen Kuna schulden soll. Die Journalisten sagten laut "Novi list", dass der Digitel-Geschäftsführer des öfteren in den Redaktionsräumlichkeiten aufgetaucht war und Titel und Artikel ausgetauscht hatte, weswegen sie vermuteten, dass "Digitel" die eigentliche Eigentümerin ihrer Zeitung war. Ein Konkurs wurde noch nicht beantragt, die Journalisten können sich daher nicht arbeitslos melden.

Sowohl Digitel als auch Miran dan bestritten die Anschuldigungen gegenüber kroatischen Medien. Laut Digitel ließ wissen, man habe die Kontosperre beantragt, weil Miran dan keine einzige Rechnung über erbrachte Marketing-Aktivitäten bezahlt habe.

Die Journalisten der Zeitung warfen der Geschäftsführung auch Betrug bei Gewinnspielen des Blattes vor. Eine Gewinnerin eines Autos und Gewinner von Geldpreisen gaben gegenüber "Novi list" an, ihre Gewinne nie bekommen zu haben. Bei Miran dan hieß es, dass die Preise zum Zeitpunkt der Gewinnspiele gesichert gewesen seien, die Übergabe sich aber durch die finanzielle Lage der Zeitung verzögere. Für die Zeitung, die Ende November 2012 gestartet war, arbeiteten etwa 40 Angestellte und ungefähr gleich so viele freie Mitarbeiter. (APA, 21.2.2013)

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